Klassifikatoren bzw. noun categorization devices gewähren einen einzigartigen Einblick, wie Sprecher:innen die Welt durch ihre Sprache kategorisieren. In diesem Seminar befassen wir uns mit den grundlegenden Merkmalen von Klassifikatorsystemen in den Sprachen der Welt. Ziel des Seminars ist es, ein umfassendes Verständnis der arealen und typologischen Verteilung nominaler Klassifikationssysteme zu entwickeln. Wir nehmen dabei die verschiedenen Kategorien von Klassifikatoren in den Blick (Nominalklassen bzw. Genus, Nominalklassifikatoren, Numeralklassifikatoren, possessive Klassifikatoren, verbale Klassifikatoren, relationale Klassifikatoren sowie lokative Klassifikatoren) und diskutieren diese sowohl sprachspezifisch als auch aus typologischer Perspektive. Ergänzend behandeln den aktuellen Forschungsstand zu konkurrierenden Systemen innerhalb einzelner Sprachen.
- Enseignant: Luiza de Moura Alves
- Enseignant: Dominik Ramelsberger
- Enseignant: Laura Becker
- Enseignant: Dominik Ramelsberger
- Enseignant: Laura Becker
- Enseignant: Dominik Ramelsberger

Im Seminar stehen zwei zentrale Themenbereiche im Mittelpunkt: Der Dialekt des Westmittelbairischen und seine Intonation. Dazu werden zunächst grundlegende Kenntnisse der bairischen Phonologie und Aussprache sowie zentrale Konzepte und Methoden der Intonationsforschung vermittelt.
Je nach Interesse der Teilnehmenden können darüber hinaus ausgewählte Aspekte der historischen Sprachwissenschaft behandelt und/oder praktische Einblicke in das Bairische und seine Verwendung im gesprochenen Alltag gegeben werden.
- Enseignant: Dominik Ramelsberger
Madagaskar ist bekannt als Urkontinent: Bezüglich Fauna und Flora gehört die Insel zu den Hotspots der Welt. Ob ihre Bevölkerung zu den Urvölkern zählt, wartet bis dato noch auf weitere Beweise. Die madagassische Sprache verband von Anfang an die Einwohner miteinander, welche heute aus 33 Millionen zum größten Teil jungen Menschen bestehen. Madagassisch ist offiziell Amtssprache; als Wahlsprache wird sie von Minderheiten auf den Inseln Komoren, Reunion, Seychellen u.a. gesprochen. Geopolitisch zählt sie seit dem Beitritt Madagaskar als Mitglied der Afrikanischen Union zu den zwölf wichtigsten Sprachen des afrikanischen Kontinents. Sprachtypologisch gehört sie zur Familie der Austronesischen Sprachen (Dahl 1991, Greenberg 1966). Bedingt durch ihre Wortstellungstypologie POS gehört sie zu den weltweit 1-2% seltenen Sprachen der Welt: In Prädikatstellung können die Wortarten Verb und Non-Verb auftreten, und das post-ponierte Subjekt ist stets definit (Rajaona 1972).
Da die Sprache bekanntermaßen als das wichtigste Kommunikationsmittel einer Kulturgemeinschaft definiert wird (Heringer 2010), befassen wir uns sowohl mit der Kultur und der Gesellschaft als auch mit typologischen Phänomenen der Sprache. Außerdem wird die Konzeptualisierung und Enkodierung der räumlichen Dimension anhand der Deixis thematisiert: Im Demonstrativ-Artikel zum Beispiel werden sieben bis acht verschiedene Kategorien u.a. Nähe/Distanz, Sichtweite/Sichtbarkeit, Aspekt, ggf. Numerus voneinander unterschieden (Rajaona 1972). Nuancen werden möglichst präzise ausgedrückt, sodass der Wissensabgleich zwischen Sprecher und Hörer gewährleistet ist, der Kultur der Ntaolo (Urmadagassen) entsprechend: Die Sprache fungiert als das Verbindende (d.h. Kom-munikation = „das miteinander Sprechen“).
Der auf zwei Semester angelegte Strukturkurs zielt u.a. auf den Erwerb von Grundkenntnissen der Sprache. Die Typologie der Sprache auf phonologischer, lexikalischer, morphologischer und syntaktischer Ebene wird ebenfalls besprochen, um das Sprachverständnis zu erleichtern.
- Enseignant: Sarah Heydenreich
In diesem Seminar befassen wir uns mit den grundlegenden Merkmalen indigener Sprachen des Amazonasgebiets. Ziel des Seminars ist es, einen fundierten Überblick über die sprachliche Vielfalt Amazoniens zu gewinnen und zugleich ausgewählte Sprachen und Sprachfamilien exemplarisch vertieft zu analysieren. Dabei untersuchen wir phonologische, morphologische, syntaktische und semantische Aspekte und diskutieren diese sowohl sprachspezifisch als auch aus typologischer Perspektive. Zudem setzen wir uns mit Sprachkontakt und Multilingualismus im Amazonasraum auseinander, indem wir Kontaktphänomene zwischen verschiedenen Sprachfamilien untersuchen und analysieren, wie sich diese linguistisch beschreiben und nachweisen lassen.
- Enseignant: Luiza de Moura Alves
Der Vertiefungskurs zur Sockelvorlesung "Grundzüge der Sprachwissenschaft" soll die jeweils in der Vorlesung behandelten Themen mit praktischen Übungen vertiefen.
- Enseignant: Laura Becker
Der Kurs richtet sich an Studierende im Bachelor „Historische und Allgemeine Sprachwissenschaft“ im ersten Studienjahr und ist in seinem Angebot breit angelegt. Das vermittelte Wissen kann in den folgenden Semestern dann in vielfältiger Weise vertieft werden. Studierende werden an die Diversität sprachlicher Phänomene und den analytischen Umgang mit sprachlichen Daten herangeführt.
Die Sockelvorlesung wird zusammen angeboten mit der Übung „Vertiefung Grundzüge der Sprachwissenschaft“, in der die in der Vorlesung eingeführten Themen und Inhalte mit praktischen Übungen vertieft werden.
- Enseignant: Laura Becker
The concept of linguistic landscapes is an approach of studying how languages shape our daily lives
and public spaces. By analyzing the linguistic landscape of a place, we can understand phenomena
such as multilingualism and language policy in depth. This course has three goals:
1. we will evaluate different types of linguistic landscapes in urban space.
2. we will learn the interaction between linguistic landscapes and culture, history, politics and
society.
3. we will study and compare the linguistic landscapes in different parts of the world.
After this course the students will:
1. learn various methodologies of conducting a linguistic landscape study
2. identify cultural, historical, political and societal issues reflected in linguistic landscapes
3. conduct their own linguistic landscape research project
Course Requirements
Students are expected to come prepared to the classes. This includes:
• Attendance of the seminars
• ALL students are expected to read the materials every week.
• One short group presentation on the data you collected
• Final assignment, completed as group work
- Enseignant: I-Ying Lin
N.A.
- Enseignant: Dominik Ramelsberger
Die madagassische Sprache wird hauptsächlich im Indischen Ozean als Amtssprache von ca. 33 Millionen Menschen auf Madagaskar und als Wahlsprache von Minderheiten auf den Inseln Komoren, Réunion und Seychellen gesprochen. Geopolitisch zählt sie seit dem Beitritt des Staates als Mitglied der Afrikanischen Union zu den 12 wichtigsten Sprachen Afrikas. Sprachtypologisch gehört sie bekannterweise zur austronesischen Sprachfamilie (Dahl (1951, 1952), Adelaar (2005, 2020), Haspelmath (2009)). Wortstellungstypologisch bedingt zählt Madagassisch mit VOS (Greenberg 1966) bzw. POS, wobei P={V,nonV} und S={NP[+DEF]} (Rajaona (1972), zu den seltenen 1-2% Sprachen weltweit.
Die ergiebige Perspektive der phänomenologischen Typologien wird im Kurs am Beispiel der Enkodierung der Zeit besprochen. Die Tempus Markierung ist kein Alleinmerkmal der Wortart Verb; Adverb und Präposition tragen ggf. die Vergangenheitsmarkierung t-. In dem Zusammenhang werden Zeit Konzept (Klein 2009) und Aspekte in der Interkulturellen Kommunikation diskutiert (Dahl 1997,1999).
Des Weiteren wird der Erwerb von Grundkenntnissen anhand von geschichtlichen, sozialen und kulturellen Hintergründen unterstützt. Die Sprache als das wichtigste Kommunikationsmittel einer Kulturgemeinschaft spiegelt Besonderheiten wider. Während die deutsche Standardsprache den verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen angepasst wird, lassen sich im Standard Madagassischen lediglich Änderungen auf phonologischer und lexikalischer Ebene beobachten. Die Gender Kennzeichnung zum Beispiel wird wie ursprünglich erst bei Relevanz in der Kommunikation spezifiziert ggf. anhand der Lexeme lehilahy ‚Mann‘ / vehivavy ‚Frau‘ oder lahy ‚männlich‘ / vavy ‚weiblich‘ enkodiert. Der Mensch gilt in seiner dreidimensionalen Struktur als Einheit von Geist, Seele und Körper: Ny fanahy no maha-olona ‚Es ist das Bewusstsein, das zum Menschen macht‘. Der Geist gilt als immateriell und unsterblich im Gegensatz zur körperlichen Materie (Quantenphysik). Ein Einblick in sprachlicher Analyse des erwähnten Spruches ergibt: Ny ist der bestimmte Artikel unabhängig von Numerus, Genus und Kasus.
Verschiedene Schriften Varietäten entwickelten sich im Laufe der Zeit, bis sich das lateinische Alphabet 1823 durch königlichen Erlass als Graphemsystem etablierte.
1883 wurde der Freundschaftsvertrag zwischen dem Königreich Madagaskar und dem Deutschen Reich unterschrieben jeweils durch Königin Ranavalona III und Kaiser Wilhelm I.
Der auf zwei Semester angelegte Strukturkurs zielt auf den Erwerb von Grundkenntnissen der Sprache. Die Typologie der Sprache auf phonologischer, lexikalischer, morphologischer und syntaktischer Ebene wird ebenfalls besprochen, um das Sprachverständnis zu erleichtern.
- Enseignant: Sarah Heydenreich
- Enseignant: Enkeleida Kapia Bakallbashi
Dieser Kurs nähert sich der Sprachtypologie aus der Perspektive der kognitiven Linguistik. Die Sprachtypologie betrachtet linguistische Strukturen im zwischensprachlichen Vergleich und untersucht die Breite der Variation, die man in den Sprachen der Welt findet, aber auch die Grenzen dieser Variation. Im Seminar lenken wir den Blick auf die Etablierung sprachlicher Kategorien und die Erklärung von kategorialen Gemeinsamkeiten und Unterschieden anhand allgemeiner kognitiver Prinzipien. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die folgenden sprachtypologischen Themen: Raum- und Zeitkonzeptualisierung, mögliche soziokulturelle Erklärungen für grammatische Kategorien wie Evidenzialität und Grammatikalisierung.
Die Studierenden erweitern ihr Wissen über die Einheitlichkeit und Diversität von Sprachen und entwickeln ein Verständnis für kognitive Erklärungen von wiederkehrenden sprachlichen Strukturen.
Eine Bibliographie wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
- Enseignant: Laura Becker
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die bereits erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten auf die Beschreibung der grammatischen Strukturen von ihnen unbekannten, nicht-indoeuropäischen Sprachen anwenden wollen. Im Zentrum stehen ozeanische Sprachen, die einen Zweig der austronesischen Sprachen bilden. Die über 400 ozeanischen Sprachen werden in Polynesien, Melanesien und Mikronesien gesprochen, bekannte Sprachen sind z.B. das Maori (Neuseeland), das Hawaiianische (Hawaii, USA) oder das Rapanui (Osterinsel, Chile). Im Laufe des Semesters werden wir uns empirisch-deskriptiv verschiedene Teilgebiete der Strukturen, die in ozeanischen Sprachen typisch sind, erarbeiten. Wir werden insbesondere mit Primärdaten des Lakurumau, einer ozeanischen Sprache gesprochen in der New Ireland Province in Papua-Neuguinea. Die relevanten Sprachdaten und Sprachbeschreibungen werden in der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
Ein wesentlicher Teil des Kurses ist die Arbeit mit Grammatiken/Sprachbeschreibungen sowie primären Sprachdaten, wobei in Kleingruppen besonders das Erkennen von grammatischen Strukturen im Lakurumau und deren Zusammenhängen geübt werden soll. Dieser Kurs gewährt nicht nur einen Überblick über diverse Merkmale nicht-indoeuropäischer Sprachen, sondern ist auch eine Einführung für alle, die sich für empirische Forschung an noch wenig-erforschten Sprachen interessieren.
- Enseignant: Laura Becker
Die Sprachtypologie widmet sich dem Studium linguistischer Strukturen im Sprachvergleich und der Frage, in welchem Maße diese Strukturen in den Sprachen der Welt variieren. Dieser Kurs ist als Einführung in die Typologie und in die wichtigsten Ideen und Problematiken rund um die Frage der Sprachenvielfalt und der sprachlichen Universalien konzipiert. Wir untersuchen die Breite der Variation, die man in den Sprachen der Welt findet, aber auch die Grenzen dieser Variationen. Wie viel typologische Variation gibt es zum Beispiel in Bezug auf die Wortstellung und in Kasus-, Genus-, Tempus-Aspekt-Mode-Systemen? Wie sieht die Typologie des ‘Alignments’ im Satz aus? Darüber hinaus werden wir auch eine diachrone Perspektive einnehmen und die am häufigsten belegten Grammatikalisierungspfade in den Sprachen der Welt untersuchen.
Die Studierenden vertiefen ihr Wissen über die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Sprachen und lernen (neue) Konzepte wie das der "möglichen menschlichen Sprache" kennen. Sie verstehen auch funktionale Erklärungen für sprachliche Variation und werden in der Lage sein, die häufigsten Grammatikalisierungspfade zu identifizieren.
Bibliographie wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
- Enseignant: Laura Becker
- Enseignant: Benjamin Weber
- Enseignant: Anthony Yates
- Enseignant: Jose Martinez Gomez
- Enseignant: Giulio Imberciadori
- Enseignant: Ryan Sandell
- Enseignant: Benjamin Weber
- Enseignant: Ryan Sandell
- Enseignant: Jose Martinez Gomez