
Generative KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini oder Claude sind aus dem Alltag vieler Online-Nutzer*innen nicht mehr wegzudenken. Laut einem repräsentativen Studienbericht von Bitkom nutzen bereits rund zwei Drittel der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland generative KI – Tendenz steigend. Das mit Abstand häufigste Anwendungsfeld ist die „Informationssuche“. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive stellt sich die Frage, was darunter konkret zu verstehen ist: Denn ein breiter Informationsbegriff umfasst neben Nachrichten und aktuellem Geschehen auch die Beschäftigung mit Hobbys und thematischen Interessen, die Lösung konkreter Probleme sowie soziale und gruppenbezogene Informationen.
Im Rahmen des Seminars wollen wir uns zunächst mit den Bedingungen und Kontextfaktoren der Informationsnutzung mit generativen KI-Chatbots auseinandersetzen, um darauf aufbauend empirische Projekte zu entwickeln, die aktuelle Fragestellungen in diesem Bereich adressieren.
Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Wahrnehmung von Nutzer*innen sowie auf den damit verbundenen Praktiken liegen. Methodisch wollen wir mit Spielarten der qualitativen Befragung arbeiten, ggf. in Kombination mit Aufzeichnungen bzw. Beobachtungen des Nutzungsverhaltens.
- Teacher: Anna Sophie Kümpel-Unkel
Im Seminar sollen in Arbeitsgruppen Forschungsprojekte zum Framing kontroverser Themen in den Medien durchgeführt werden. Methode wird dabei die qualitative Inhaltsanalyse sein. Die Relevanz dieser Fallstudien kann unter anderem mit den journalismuskritischen Positionen begründet werden, die seit einigen Jahren immer wieder Teil der öffentlichen Kommunikation sind. Interessant ist hier insbesondere der Vorwurf der gleichförmigen Berichterstattung. Welche Themenbereiche konkret bearbeitet werden, richtet sich nach den Interessen der Teilnehmenden und wird im Seminar bestimmt. Grundlage ist eine öffentlichkeitstheoretische Einführung.
- Teacher: Manuel Wendelin

Wie lassen sich aktuelle gesellschaftliche Debatten wie Desinformation, Klimawandel oder KI-Entwicklung aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive einordnen? Und was verraten uns zentrale Theorien über den Wandel von Öffentlichkeit, Mediennutzung oder Journalismus? Im Seminar P 1.1 nähern wir uns diesen Fragen über einen breit angelegten Lektürekurs: Jede Woche steht ein wissenschaftlicher Beitrag im Zentrum - mal eine klassische Theoriearbeit, mal eine aktuelle empirische Studie. Gemeinsam rekonstruieren wir Argumentationslinien, diskutieren theoretische Grundlagen und methodische Zugänge und überlegen, welche Implikationen die jeweiligen Studienergebnisse für das Feld und die Gesellschaft haben können. Dabei setzen wir uns sowohl mit etablierten Bereichen wie politischer Kommunikation, Nutzungs- oder Wirkungsforschung auseinander als auch mit neueren Perspektiven aus Gesundheits- oder Klimakommunikation, kritischen Ansätzen (z. B. Feminismustheorie) oder Computational Methods. Ziel ist es, zentrale theoretische und methodische Zugänge der Kommunikationswissenschaft kennenzulernen sowie sie aktiv zu diskutieren, kritisch einzuordnen und weiterzudenken.
- Teacher: Anne Reinhardt