Demokratien stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Gleichzeitig engagieren sich Organisationen zunehmend für demokratische Werte. Doch welche Rolle können Organisationen in einer Demokratie übernehmen? Welche Verantwortung schreiben sie sich selbst zu, und wie wird diese Verantwortung kommunikativ gestaltet? Im Lehrforschungsprojekt untersuchen wir diese Fragen aufbauend auf aktuellen Ansätzen der strategischen Kommunikation sowie der Forschung zu demokratischer Resilienz. Wir führen leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit Kommunikationsverantwortlichen verschiedener Organisationen durch, um Ansatzpunkte strategischer Kommunikation für die Identifikation und Realisation demokratischer Werte zu identifizieren und daraus ein empirisch fundiertes Bild der Rolle von Organisationen für den Aufbau und Erhalt demokratischer Resilienz abzuleiten.
- Docente: Michael Johann
Im Seminar P 1.1 Theoretische Ansätze und zentrale Studien der Forschung zu strategischer Kommunikation reflektieren und diskutieren die Studierenden anhand aktueller Beispiele zentrale theoretische Ansätze und Studien, deren Kenntnis für das Verständnis der aktuellen Forschung zur strategischen Kommunikation notwendig ist.
Ausgehend von der Frage, wie etwa Organisationen, gesellschaftliche Institutionen und soziale Bewegungen Kommunikation zielgerichtet einsetzen, um gesellschaftliche Sichtbarkeit, Legitimität und Verhaltensänderung zu erreichen, werden Theorien auf drei Analyseebenen behandelt: der gesellschaftlich-öffentlichen Ebene (u. a. Agenda-Setting, Framing), der Ebene der Beziehung von Organisationen zu anderen Subsystemen und Akteuren (u. a. Excellence Theory, Intereffikationsmodell, Stakeholder-Ansätze) sowie der individuellen Ebene der Botschaftswirkung und Verhaltensänderung (u. a. Handlungstheorien, Modelle der Informationsverarbeitung). Gemeinsam ergeben diese Ebenen ein Verständnis dafür, wie strategische Kommunikation von der gesellschaftlichen Platzierung eines Themas bis zur individuellen Verhaltensänderung wirkt.
Begleitend arbeiten die Studierenden kontinuierlich an einem selbst gewählten Fallbeispiel, auf das sie die im Seminar behandelten Theorien fortlaufend anwenden. Dabei üben sie, theoretisches Wissen nicht nur zu reproduzieren, sondern eigenständig auf reale kommunikative Phänomene zu beziehen, unterschiedliche Erklärungsperspektiven zu vergleichen und deren Reichweite sowie Grenzen kritisch zu reflektieren.
- Docente: Paula Fink-Stehr
- Docente: Sophia Volk