Erving Goffman (1922–1982) gehört zu den meistgelesenen und meistzitierten Soziolog*innen des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zur Alltagsinteraktion, zur Inszenierung des Selbst, zu Stigma und totalen Institutionen hat in Soziologie, Sozialpsychologie, Anthropologie und weit darüber hinaus tiefe Spuren hinterlassen.

Diese Übung bietet eine intensive Lektüre der vier zentralen Werke Goffmans: Wir alle spielen Theater (1959), Asyle (1961), Stigma (1963) und Interaktionsrituale (1967). Im Mittelpunkt steht die Frage, wie soziale Ordnung, Identität und Zugehörigkeit in konkreten Situationen und Begegnungen hergestellt werden. Unter anderem werden Themen wie Selbstdarstellung, Stigma, Impression Management, Interaktionsrituale sowie die Regulierung von Verhalten in öffentlichen und institutionellen Kontexten behandelt. Goffmans mikrosoziologische Perspektive und ihre Bedeutung für das Verständnis von Macht, Normen und sozialer Ungleichheit werden diskutiert.



Die Übung behandelt Pierre Bourdieu als zentralen Vertreter der soziologischen Theorie des 20. Jahrhunderts und rekonstruiert seinen Ansatz im Horizont praxistheoretischer Perspetiven. Im Mittelpunkt steht die systematische Erarbeitung und Diskussion von Konzepten wie Habitus, Feld und Kapitalformen sowie der daraus abgeleiteten Praxisformel und deren Potentiale für die Analyse sozialer Ungleichheiten und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Die Lektüre ausgewählter Primärtexte wird durch Sekundärliteratur ergänzt. Die Übung dient der Vertiefung theoretischer Grundkenntnisse im Bachelorstudium und richtet sich an Studierende, die Bourdieus Werk sowohl in seiner systematischen Stringenz erschließen möchten.