Entsprechend der unterschiedlichen Theorien und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolvent*innen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen je nach Stand der Arbeit Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem kann die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Abschlussarbeiten behandeln. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge/Präsentationen ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.


Vor dem Hintergrund der großen Transformation, einem zunehmenden Wissenschaftsskeptizismus sowie politischen Forderungen nach schnellem Impact wiss. Forschung stehen herkömmliche Methoden der Qualitativen Sozialforschung vermehrt auf dem Prüfstein. Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsaktivismus sind gegenwärtige Phänomene, die zusätzlich Anstoß geben, über die Art und Weise Sozialforschung zu betreiben nachzudenken. Gleichzeitig erfreuen sich partizipative praxisanalytische Zugänge in den Sozialwissenschaften immer größerer Beliebtheit. Obwohl der Empirie in praxisanalytischen Forschungszugängen ein zentraler Stellenwert beigemessen wird, kommt die Methodendiskussion in der Soziologie der Praxis bisher zu kurz. Zwar herrscht Konsens darüber, dass mit einer am Begriff der Praxis ausgerichteten Erkenntnisweise eine Hinwendung zu sich vollziehenden Praktiken einhergeht, aber Antworten auf die Frage, welche Methoden dabei helfen können, stehen noch aus. Im Seminarverlauf wird deshalb am Beispiel des Forschungsgegenstands Differenz(en) diskutiert, wie ein Ensemble an empirischen Methoden für einen praxisanalytischen Forschungszugang erschlossen werden kann und welche methodischen Zugänge für eine Soziologie der Praxis bereits erfolgreich fruchtbar gemacht werden. Nachdem der theoretische Rahmen einer Soziologie der Praxis siwe der Forschungsstand im Feld der Soziologie der Differenz(en) rekonstruiert ist, werden verschiedene ethnographische, performative, partizipative wie transdisziplinäre Methoden vorgestellt und auf ihre Adäquatheit für eine Soziologie der Praxis der Differenz hin überprüft.Die Übung diskutiert aktuelle kulturelle und soziale Dynamiken mit einem Fokus auf Differenzen und Differenzierungsprozesse in der Gegenwart.