In dem Seminar sollen ausgewählte Gedichte aus allen Gedichtbüchern und damit Textgattungen des Horazischen Oeuvres gelesen werden: den Sermones (Satiren), Epoden (iambische Tradition), Carmina (Lyrik) und Epistulae (inkl. Stellen aus der Ars poetica). Damit erhalten wir einen Überblick über das breite Spektrum der Formen (dakytlische, iambische, lyrische Verse, versch. Strophenformen) und Themen (Liebe, Freundschaft, Politik, Gesellschaftskritik, Philosophie, Literaturkritik), die die Horaz-Gedichte abdecken.

In Kurzreferaten werden zudem übergreifende Themen behandelt (Biographie, historischer Hintergrund, augusteische Kulturpolitik, der Maecenas-Kreis, Metrik, Gattungstradition, Dichtungstheorie, Tradition der Horaz-Interpretation, Nachwirkung u.a.).

Gelesen werden ausgewählte Stellen bzw. Episoden aus Ovids Metamorphosen. Ziele und Schwerpunkte: Im Zentrum stehen das genaue Lesen – d.h. die Übersetzung in ein korrektes Deutsch – und die Analyse von Sprache und Inhalt am Beispiel einzelner Passagen. Neben den auf die Form gerichteten Fragen (Eigenheiten von Ovids Sprache und Stil, Metrik und Erzählstrategien) sowie der Frage nach dem Entstehungskontext sollen anhand der Lektüre die wichtigsten Merkmale römischer Ependichtung besprochen werden.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte der lateinischen Literatur von der archaischen Zeit bis zur Kaiserzeit mit einem Ausblick auf die Spätantike. Eingebettet in die diachrone Darstellung sollen ausgewählte Texte der wichtigsten Autoren ausführlich besprochen und interpretiert werden. An diesen Beispielen sollen auch Fragen zur literarischen Tradition, zur Gattungsgeschichte, zur Form (Sprache, Stil, evtl. Metrik), zum historischen und geistesgeschichtlichen Hintergrund sowie Positionen der modernen Forschung diskutiert werden.