Populistische Bewegungen stellen eine große Herausforderung für die freiheitliche Demokratie dar. Denn sie agieren nicht etwa offen antidemokratisch, sondern sie bemächtigen sich vielmehr der Mittel einer freiheitlichen Demokratie (Demonstrationsrecht, Volksabstimmungen, Parteienwesen) um diese gewissermaßen von innen auszuhöhlen. In mehreren Stellungnahmen haben sich die Kirchen deutlich gegen populistische Bewegungen positioniert, dennoch gibt es durchaus enge Verbindungen zwischen einem bestimmten Verständnis des Christentums und besonders rechtspopulistischen Gruppierungen („Christentum von rechts“). Vor diesem Hintergrund möchten wir uns im Seminar mit dem Phänomen des Populismus befassen und dann, im Anschluss an eine jüngst erschienene Studie der EKD, Antworten auf die Frage finden, wann und unterwelchen Bedingungen sich der christliche Glaube verstärkend im Blick auf intolerante politische Positionen auswirkt – und wann er umgekehrt diesen entgegenwirkt. Angesichts der Tatsache, dass rechtspopulistisches Gedankengut unter den Kirchenmitgliedern nahezu gleich häufig vertreten ist wie in der Gesamtbevölkerung, hat die Thematik eine fast schon bedrückende Aktualität.