Die griechische Archaik war ein Zeitalter der Experimente. Nach dem Niedergang der sog. 'dunklen Jahrhunderten' (ca. 1050–800 v. Chr.) brach im 8. Jh. eine Epoche an, die nicht nur ein Wachstum der Bevölkerung, des Wohlstands, des Handels und der Städte in Griechenland und der Ägäis sah, sondern auch bahnbrechende Innovationen, welche die Geschichte über Jahrhunderte und zum Teil bis heute bestimmen sollte. Dazu gehörte die Erfindung der Alphabetschrift und des Münzgelds ebenso wie die Hoplitenphalanx, die Vasenmalerei und, nicht zuletzt, das Zusammenleben in der polis, einer städtischen Gemeinschaft, die von ihren Bürgern selbst regiert wurde. Die Innovationen der archaischen Zeit prägten das Bild dessen, was als 'Griechisch' in die Geschichte eingehen würde und waren zugleich Produkte des Lernens von anderen Kulturen. Im Seminar werden wir die modernen Erklärungsansätze für diese Innovationen kennenlernen und ihre sozialen Ursachen und Folgen erörtern.

- Enseignant: Moritz Hinsch