Bereits seit den 1980er Jahren zeigen die Arbeiten von Sander L. Gilman und anderen, wie jüdische Männlichkeit im Zusammenhang von Körperlichkeit, Sexualität und „Otherness“ seit der Frühen Neuzeit verhandelt wurde. Weniger Aufmerksamkeit von Seiten der Geschichtswissenschaft erfuhr dagegen der in vielerlei Hinsicht komplementäre Diskurs über die „schöne Jüdin“, die im selben Zeitraum zu einem ebenso wichtigen wie ambivalenten literarischen Topos für Vorstellungen von Fremdheit und kultureller Differenz wurde. In der Übung diskutieren wir einerseits zentrale methodische Texte und erproben andererseits die Arbeit mit literarischen Texten als Quellen für die Geschichtswissenschaft, so unter anderem anhand des auch von Lion Feuchtwanger verarbeiteten Motivs der „Jüdin von Toledo“.