In einer zunehmend postsäkularen Gesellschaft stehen die Kirchen vor der Herausforderung, ihre Identität und gesellschaftliche Relevanz neu zu bestimmen. Der Begriff des „dritten Raums“ (third space) bietet dabei einen produktiven Zugang, um die Kirche als Ort des Dialogs, der kulturellen Übersetzung und der spirituellen Orientierung zu verstehen – jenseits traditioneller Grenzziehungen zwischen religiöser und säkularer Sphäre. Das Seminar untersucht theologische und kulturtheoretische Perspektiven auf das Selbstverständnis und die Verantwortung der Kirchen im gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandel. Dabei werden Fragen nach Öffentlichkeit, Pluralität, sozialer Präsenz und theologischer Authentizität behandelt. Ein besonderer Akzent liegt auf der ökumenischen Dimension des Seminars: katholische, evangelische und orthodoxe Sichtweisen werden miteinander ins Gespräch gebracht, um unterschiedliche Modelle kirchlicher Präsenz und Verantwortung im postsäkularen Kontext zu beleuchten.