Vor nun fast 20 Jahren sprach man vom Realistic Turn, vom Trend zum Dokumentarischen im Theater, im Film und im Fernsehen, man beobachtete eine ubiquitäre Sehnsucht nach Authentizität mit und ohne Anführungszeichen, nach dem 'Echten', dem 'Realen' und der Wirklichkeit im Sozialen – von Rimini Protokoll über Volker Lösch bis zu Lola Arias und Björn Bickers Stadtprojekten. Die damit verbundenen Fragestellungen scheinen sich gegenwärtig nicht grundlegend verändert zu haben, einige Themen (wie Klimawandel, Migration, Black Lives Matter), Ästhetiken, Dramaturgien und Vorstellungswelten hingegen schon. Vor diesem Hintergrund soll es im Seminar um eine aktuelle Bestandsaufnahme des Realistic Turn im Theater gehen, vor allem anhand heutiger Vertreter*innen wie etwa Theater HORA, Doris Uhlich, Florentina Holzinger, Milo Rau, Falk Richter, Anta Helena Recke, Christine Umpfenbach, Christiane Mudra, Zentrum für politische Schönheit oder Theater des Anthropozän.

Die Inszenierungs-, Transformations- oder Aufführungsanalyse ist das wichtigste ‚Instrument‘ der Theaterwissenschaft. Im Seminar werden wir uns dementsprechend anhand des neuen Spielplans und exemplarischer aktueller Inszenierungen der Münchner Kammerspiele, etwa von Falk Richter, Jan-Christoph Gockel, Christine Umpfenbach, Doris Uhlich oder Pinar Karabulut mit verschiedenen Analysemethoden (auf semiotischer, textanalytischer, phänomenologischer, psychologischer und empirischer Basis) beschäftigen. Wir werden die wichtigsten Methoden kennenlernen, sie diskutieren, erproben und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile herausarbeiten.


Im März blickt man im deutschsprachigen Theater seit nun fast einem halben Jahrhundert nach Mülheim: Welche Stücke werden für den Mai zu den Theatertagen eingeladen? Welche Autor*in gewinnt dort den renommierten Mülheimer Dramatikpreis? Und wer den KinderStückePreis? Im Seminar werden wir uns mit Dramen oder Theatertexten, die in diesem Jahr und in den letzten Jahren in Mülheim zu sehen sind bzw. waren, etwa von Sivan Ben Yishai, Caren Jeß, Ewald Palmetshofer, Tina Müller oder Thomas Melle, auseinandersetzen. Hierbei werden wir die wichtigsten Strukturen des Dramas sowie die Ästhetik des (nicht mehr dramatischen) Theatertextes vorstellen und reflektieren.


„Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist die vom menschlichen Gesicht“, notierte seinerzeit G.C. Lichtenberg. „Das menschliche Gesicht ist eine leere Kraft, ein Todesfeld ... es sucht sich noch immer ...“ schrieb dagegen Antonin Artaud. Der (in der europäischen Kultur vorherrschenden) Vorstellung, wonach sich menschliche Identität im Gesicht und in ‚natürlicher‘ Mimik ausdrückt und als solche in Portraitmalerei oder Fotographie dargestellt bzw. vermittels der ‚Charaktermaske‘ einer Rollenfigur auf der Bühne lesbar repräsentiert werden könne, erteilte Artaud damit eine radikale Absage. – Aktuell erlangt die Frage nach der Maske bzw. Verfahren des Maskierens – als Bild-Praxis des Gesichts – auf den Bühnen und darüber hinaus abermals eine neue, andere Relevanz: man denke an Susanne Kennedys Arbeiten an den Münchner Kammerspielen Warum läuft Herr R. Amok?, Drei Schwestern oder Oracle, an Inszenierungen Ersan Mondtags, an Falk Richters Corona-Stück Touch, oder an das Projekt Uncanny Valley von Stefan Kaegi / Thomas Melle, in dem als Hauptakteur ein humanoider Roboter auftrat, mit dem Gesicht Thomas Melles. Experimentell oder gar als künstlerische Forschung angelegt, setzen sich Inszenierungen heute kritisch mit visueller Kultur, Bildpraktiken und Politiken des Zeigens auseinander, mit Gender-Codes oder auch der Praxis des ‚Blackfacing‘. Oder sie untersuchen, wie z.B. der Medienkünstler Aram Bartholl, Veränderungen von Gesichtspraxis und -wahrnehmung im inzwischen alltäglichen Umgang mit Online-Kommunikationstools wie Zoom, mit Gesichtserkennung und Facefiltern, fragen, wie wir unsere Gesichter in den ‚digitalen Räumen‘ zeigen oder überhaupt, ganz basal, nach dem menschlichen Antlitz im Zeitalter des sog. Trans- bzw. Posthumanismus.

Im Seminar (Projektübung) wollen wir diesen Beobachtungen anhand von Case Studies – auch mit Gästen – und in der Diskussion ausgewählter Projektbeispiele nachgehen (eigene Vorschläge der Teilnehmer*innen sind willkommen). Die gemeinsame Auseinandersetzung mit der theaterhistorischen und kulturtheoretischen Dimension des Themenkomplexes Maskeraden / Maske (Ritual-, Theater-, Gesellschaftsmasken) ist ebenfalls Teil des Seminars.


Die Kulturvermittlung in Deutschland unterliegt aktuell einem Wandel und versucht sich konzeptionell – im Zeichen von gesellschaftlicher Identität, Inklusion und Gemeinschaft – im Rahmen neuer Formate und Strategien zu verorten. „Reichen diese Bemühungen aber aus, um die bestehende soziale Homogenität des öffentlich geförderten Kulturlebens zu verändern - denn noch immer gehören vorwiegend die hochgebildeten sozialen Milieus zu den Besuchern klassischer Kulturangebote (…)?“, hinterfragt beispielsweise Birgit Mandel (2016). Der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung liegt auf einer Auseinandersetzung mit kulturellen Bildungsprozessen, sozial integrativer Kulturvermittlung, partizipativ angelegter Kulturentwicklungsplanung, Audience Development und Community Building Prozessen. Über eine Vermittlung von theoretischen Grundlagen aus dem Bereich des Kulturmanagements, wie z.B. aktuelle Tendenzen und Herausforderungen im Kulturbetrieb, politische, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen, Schlüsselqualifikationen sowie betriebswirtschaftliche Funktionen wie beispielsweise Kulturmarketing, Kulturfinanzierung und Projektmanagement, wird es in der praktischen Projektarbeit vor allem um die Konzeptionierung eigener Projekte sowie die Umsetzung eigener Ideen gehen. Als Kooperationspartner unterstützen uns hierbei u.a. die Theaterakademie August Everding und die Münchner Kammerspiele.

Noch immer ist der kanonisierte, weiße, cis-männliche Protagonist nicht abgeschrieben. Unverkennbar bestimmt er das Geschehen der großen Bühnen deutscher Stadttheater, wie die Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2018/2019 belegt. Was setzen zeitgenössische Theaterautor:innen diesem Phänomen entgegen? Zwar wird die zeitgenössische Dramatik oft in die Krise geredet, doch kann sie den Raum für ungehörte Stimmen, missachtete Perspektiven oder unterdrückte Geschichten eröffnen. Nur welche Zeitgenoss:innen kennt das gegenwärtige deutschsprachige Theater? Im Seminar betrachten und vergleichen wir aktuelle Entwicklungen der zeitgenössischen Dramatik im deutsch- und englischsprachigen Raum. Anhand ausgewählter Beispiele untersuchen wir unterschiedliche formale Setzungen, Figurenzeichnung und Kommunikationsstruktur. Mit der Unterstützung von feministischer und post-kolonialer Theorie diskutieren wir die Theatertexte bzw. Stoffe mit Blick auf gegenwärtige und historische Machtverhältnisse.


Das Tutorium richtet sich vornehmlich an Studierende, welche die Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte im 20./21. Jahrhundert sowie eine der Übungen zu Quellenstudien besuchen. Hier werden Inhalte der Ringvorlesung wiederholt und neu kontextualisiert, um ein tiefergehendes Verständnis des Lernstoffs zu erlangen.
Im gemeinsamen Dialog fassen wir die Lernziele zusammen und gehen soweit ins Detail, dass alle Teilnehmer*innen die Klausurvorbereitung mit einer geordneten Liste an zentralen Begriffen aus der vorgestellten Theatergeschichte problemlos angehen können. Dabei sind die Teilnehmer*innen eingeladen, Fragen zu stellen, Impulse für eine individuelle Schwerpunktsetzung einzubringen und Diskussionswünsche zu äußern.

Spätestens seit der Einladung von Hate Radio zum Berliner Theatertreffen 2012 gilt Milo Rau mit seiner Kompanie IIPM als einer der wichtigsten Regisseure im deutschsprachigen Raum und wahrscheinlich darüber hinaus. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit dessen Inszenierungen und ihrem besonderen Verhältnis von Darstellung und Wirklichkeit. An diesem vielschichtigen und ästhetisch herausfordernden Gegenstand, sollen aufführungsanalytische Verfahren und interpretatorische Ansätze erarbeitet und gemeinsam eingeübt werden. Anhand inszenatorischer Merkmale wie z.B. Körperlichkeit, Figur/Rolle, (Inter)Medialität etc., werden die Grundlinien der Theaterästhetik Raus methodisch und strukturiert erschlossen und vor dem Hintergrund ihres politischen Anspruchs reflektiert und diskutiert.


Die Übung thematisiert die vielfältigen Probleme der Dokumentation von Inszenierungen und fokussiert mediale und künstlerisch-ästhetische Transformationsprozesse. Dabei steht die praktische Arbeit mit dem Quellenmaterial im Vordergrund. Anhand von Beispielen werden Produktionsquellen, rezeptionsästhetische Zeugen und audio-visuelle Dokumentationen kritisch untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt. Das Seminar ergänzt somit das durch die Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte vermittelte Grund- und Überblickswissen durch vertiefende Kenntnisse von Einzelaspekten.

Thematische Schwerpunkte dieses Kurses:

  • Regie im Musical
  • Dokumentartheater
  • Theater in Japan im 20./21. Jahrhundert

Die Übung thematisiert die vielfältigen Probleme der Dokumentation von Inszenierungen und fokussiert mediale und künstlerisch-ästhetische Transformationsprozesse. Dabei steht die praktische Arbeit mit dem Quellenmaterial im Vordergrund. Anhand von Beispielen werden Produktionsquellen, rezeptionsästhetische Zeugen und audio-visuelle Dokumentationen kritisch untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt. Das Seminar ergänzt somit das durch die Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte vermittelte Grund- und Überblickswissen durch vertiefende Kenntnisse von Einzelaspekten.

Thematische Schwerpunkte dieses Kurses:

  • Episches Theater
  • Regietheater ab den 1960er Jahren
  • Performance Arts

In diesem Seminar werden wir uns mit der Analyse der postdramatischen Theatertexte auseinandersetzten. Das Ziel des Seminars besteht darin, zu erlernen, auf welche Art und Weise, mit welchen Methoden, Mitteln und Verfahren sich postdramatische Theatertexte – die sich von den klassischen dramatischen Texten wesentlich unterscheiden – analysieren lassen. Wir werden der Frage nachgehen, wie die grundlegenden Elemente der traditionellen dramatischen Form – wie Dialog, Figur und Handlung – in postdramatischen Theatertexten transformiert oder aufgelöst werden. Im Seminar wird weiterhin die Frage behandelt, wie politisch die zeitgenössischen Theatertexte sind und worin ihr politisches Potenzial enthalten ist.

Die Übung thematisiert die vielfältigen Probleme der Dokumentation von Inszenierungen und fokussiert mediale und künstlerisch-ästhetische Transformationsprozesse. Dabei steht die praktische Arbeit mit dem Quellenmaterial im Vordergrund. Anhand von Beispielen werden Produktionsquellen, rezeptionsästhetische Zeugen und audio-visuelle Dokumentationen kritisch untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt. Das Seminar ergänzt somit das durch die Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte vermittelte Grund- und Überblickswissen durch vertiefende Kenntnisse von Einzelaspekten.

Thematische Schwerpunkte dieses Kurses:

  • Episches Theater
  • Regietheater
  • Intermedialität

Die Übung vermittelt und vertieft grundlegende Praktiken wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Darstellung und Ausformulierung theaterwissenschaftlicher Forschung in der fortgeschrittenen Studienphase. Für eine dem wissenschaftlichen Gegenstand gemäße Präsentation, auch im Hinblick auf die Studienabschlussarbeit, steht die Hausarbeit als wissenschaftlich zu vertiefendes, forschungsorientiertes Format im Fokus. Die Studierenden ergänzen und erweitern ihre Kompetenzen im komplexeren Strukturieren, Gliedern und Bibliografieren sowie im Verfassen von Abstract, Exposé, wissenschaftlichem Protokoll und Hausarbeit.

Eine Ästhetik des Schreckens und der Gewalt ist seit Anbeginn der Filmgeschichte fester Bestand­teil des Mediums. Man könnte gar in Anlehnung an Karl Heinz Bohrer von einem grundlegenden Bedingungsverhältnis von Film und Gewalt sprechen – denn nicht nur die Erzählungen des Kinos behandeln immer wieder Fiktionen von Gewalt, auch die Technik des Mediums selbst zeigt eine un­verkennbare Affinität zur Gewalttätigkeit: allein die Terminologie von shots und cuts der essenti­ellsten filmsprachlichen Instrumente Kamera und Montage deutet auf diesen Zusammenhang hin; ob Hitchcocks Duschmord-Schnittmassaker oder die stilistischen Exzesse eines Gaspar Noé – Filme setzen immer wieder in geradezu aggressiver Weise zu audiovisuellen Angriffen auf Zuschauersinne und -körper an.

Den verschiedensten Facetten filmischer Gewaltdarstellung nachzuspüren sowie die Entwicklung der Gewalt-Motivik über den Lauf der Filmgeschichte nachzuzeichnen, soll also Ziel dieses Semi­nars sein. Der filmhistorische Untersuchungsrahmen reicht dabei vom nonnarrativen Stummfilmki­no der Attraktionen bis hin zum Post-9/11-Torture Porn und den Splatter-Eskapaden des heutigen Quality TVs.

Diverse filmtheoretische und -analytische Ansätze sollen helfen, das Phänomen Film und Gewalt in seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen zu deuten und Fragen nach Ästhetik, Inszenierung, Dra­maturgie und vor allem auch Funktion bzw. Nutzen der filmischen Gewaltdarstellungen zu klären. Wie sinnvoll lässt sich etwa die aristotelische Katharsis-Hypothese auf den Filmbereich übertragen? Wie kann man sich das „Paradox of Horror“ (Noël Carroll: The Philosophy of Horror) – jene eigen­artige Verquickung von verführerischer Faszination und Abscheu beim Anblick von Bildern der Ge­walt und des Schreckens – erklären? Was hat es mit sadistischer Schaulust und masochistischer Angstlust auf sich? Wie lassen sich Theorien der Performativität oder der Transgression für das Me­dium Film adaptieren? Inwiefern sind die Gewalt-Provokationen des New Hollywoodkinos filmso­ziologisch als Reflexion des Vietnam-Traumas oder die äußersten Naturalismus anstrebenden Fol­ter-Narrationen des Post-9/11-Horrorfilms als War on Terror-Allegorien aufzuschlüsseln? Wie ver­halten sich die Gewalt-Inszenierungen einer phantastisch-cartoonesken Splatter-Hyperbolik zu dem authentifizierendem und verstörendem Realismus des sogenannten Terrorkinos?

Die Übung thematisiert die vielfältigen Probleme der Dokumentation von Inszenierungen und fokussiert mediale und künstlerisch-ästhetische Transformationsprozesse. Dabei steht die praktische Arbeit mit dem Quellenmaterial im Vordergrund. Anhand von Beispielen werden Produktionsquellen, rezeptionsästhetische Zeugen und audio-visuelle Dokumentationen kritisch untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt. Das Seminar ergänzt somit das durch die Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte vermittelte Grund- und Überblickswissen durch vertiefende Kenntnisse von Einzelaspekten.

Thematische Schwerpunkte dieses Kurses:

  • Schauspieltheorien
  • Neuer Sozialrealismus auf deutschen Bühnen
  • "Neue" theaterwissenschaftliche Quellen, insb. Second Screen

Kulturvermittlung in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag in vielerlei Hinsicht verändert. Ganz besonders betroffen ist der Bereich Kultur. Brauchen wir Kulturvermittlung, wenn es doch nur eingeschränkt Kultur geben kann? Oder ist sie gerade angesichts neuer Kulturformate besonders erforderlich? Wie kann sie aussehen und worin bestehen die besonderen Herausforderungen?

Ausgehend von der Frage „Warum betreiben wir Kulturvermittlung?“ werden wir uns dem Thema digitaler Kulturvermittlung annähern. Was bedeutet es für Kulturvermittlung wenn ehemalige Vermittlungsformate jetzt immer mehr zum Hauptact werden? Worin bestehen Chancen und Herausforderungen? Wie wird kommuniziert? Ein zusätzlicher Aspekt ist die Frage inwiefern die digitale Vermittlung vielleicht auch eine Chance hinsichtlich der BNE Ziele der Agenda 2030 sein könnten.

Neben einem breiten Überblick an aktuellen Vermittlungsformaten und der Frage der Etablierung nach Corona (die wir hoffentlich noch innerhalb des Semesters beobachten können), soll am konkreten Beispiel auch eines nicht institutionellen Kulturvermittlungsprojektes gezeigt werden, wie herausfordernd der Übergang von erfolgreicher analoger Vermittlung zu erfolgreicher digitaler Vermittlung sein kann und hier verschiedene Formate von den Studierenden ausprobiert werden.


Eine Szene ist immer schon die Artikulation eines medientechnischen Apparats: Kameras und Scheinwerfer, Flugwerke und Rundhorizonte, aber auch Druckerpressen, Schreibmaschinen und Algorithmen sind an ihrer Entstehung beteiligt. Ausgehend von unserer digitalen Situation wirft die Vorlesung einen Rückblick auf die Mediengeschichte der szenischen Künste: behandelt werden u.a. die Verbindungen von Alphabetisierung und Tragödiendichtung, Dramenform und Buchdruck, Fotografie und Naturalismus, Kybernetik und Performance. Die Veranstaltung versteht sich als Einführung in die Medientheorie und Mediengeschichte und will den Blick auf die technische Bedingtheit der szenischen Kultur schärfen.

Das Seminar führt in die Inszenierungs- und Aufführungsanalyse ein, der Schwerpunkt liegt dabei auf neueren Theaterformen, Film und Populärkultur. Es werden grundlegende Begriffe erarbeitet und die Wahrnehmung am konkreten Beispiel geschärft und trainiert. Es werden dabei Fragen nach der ästhetischen Konstruktion Körper und Identitäten und deren Wahrnehmung im Vordergrund stehen. Neben den klassischen semiotischen und phänomenologischen Ansätzen sollen auch Ansätze aus Cultural-, Gender- und Postcolonial Studies herangezogen werden. Im Vordergrund steht jedoch das Schauen von und Schreiben über Theater, Film, populäre Kultur: ein Theaterbesuch, eine Filmsichtung und eine Internetrecherche sind zentraler Bestandteil der Veranstaltung.




Leistungsnachweis BA Theaterwissenschaft: Portfolio, ca. 9.000 Zeichen, benotet, 3 ECTS

Die Übung vermittelt und vertieft grundlegende Praktiken wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Darstellung und Ausformulierung theaterwissenschaftlicher Forschung in der fortgeschrittenen Studienphase. Für eine dem wissenschaftlichen Gegenstand gemäße Präsentation, auch im Hinblick auf die Studienabschlussarbeit, steht die Hausarbeit als wissenschaftlich zu vertiefendes, forschungsorientiertes Format im Fokus. Die Studierenden ergänzen und erweitern ihre Kompetenzen im komplexeren Strukturieren, Gliedern und Bibliografieren sowie im Verfassen von Abstract, Exposé, wissenschaftlichem Protokoll und Hausarbeit.