Was ist Musikwissenschaft? Und noch grundlegender: Was überhaupt ist Musik? Welche Musikanschauungen der Antike wirken über Jahrhunderte nach? Welches sind die methodischen Unterschiede zwischen dem Ansatz in der Systematischen Musikwissenschaft, der Musikethnologie oder der Historischen Musikwissenschaft? Wie kam die Musikwissenschaft als Fach an die Universitäten? Wie funktioniert eigentlich "Studieren"? Und welche Anforderungen an das eigene Studium folgen aus den Standards des wissenschaftlichen Arbeitens...

Anhand der Diskussion und Erarbeitung solcher und anderer Fragen sollen verschiedene Einblicke in die methodische und inhaltliche Breite des Faches Musikwissenschaft gegeben werden und die Studierenden an eine immer eigenständigere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Texten und Quellen herangeführt werden.

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Die systematische Musikwissenschaft kann heute als multidisziplinäres Fach charakterisiert werden, und die verwendeten Forschungsmethoden sind so vielfältig wie ihre Forschungsgegenstände. Fragestellungen der systematischen Musikwissenschaft sind z.B. die Wahrnehmung und das Erleben von Musik, auch im Zusammenhang mit akustischen Gegebenheiten, oder der Einfluss sozialer Kontexte auf musikalisches Erleben und Verhalten. In dieser Veranstaltung liegen die Schwerpunkte auf der Musikpsychologie und der musikalischen Akustik. Um einen Einblick in die wichtigsten Erkenntnisse sowie die zentralen Methoden zu erhalten, werden neben der mittlerweile vorliegenden Überblicksliteratur auch Originalstudien betrachtet.

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Das interdisziplinär ausgerichtete Seminar führt in Grundlagen der psychoneuronalen Generierung von Musik sowie in neurowissenschaftliche Musikforschungen ein. Diese beziehen sich beispielsweise auf Neuroplastizität, das dopaminerge Reward System oder das Default Mode Network. Davon ausgehend werden Grundpfeiler der Musiktherapie beleuchtet: Interventionsmodelle, Wirkmechanismen und Effektgrößen, ebenso wie theoretische Konzeptionen und Ontologien von Musiktherapie.

Von den Teilnehmenden werden die Durchführung einer Seminareinheit (Impulsvortrag, Selbsterfahrung, Diskussion) sowie eine Seminararbeit erwartet, wobei auch Gruppenarbeit möglich ist. Hier bieten sich musiktherapeutische Themen wie z.B. ADHS, Alzheimer, Demenz, Depression, Schmerz, Schizophrenie, Stress, Wachkoma oder Zerebralparese an. Die konkrete Themenauswahl richtet sich nach dem Interesse der Studierenden. Persönliche krankheitsspezifische Mitteilungen im Seminar unterliegen einer rigorosen Schweigepflicht.   

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Der Kontinent Afrika beherbergt eine große Zahl an Landschaften, Menschen und Ländern, die aus der westlichen Perspektive oftmals nur auf wenige Bilder und im Hören auf das Konzept des Rhythmus zusammenschrumpfen. Das Seminar bietet Studierenden einen exemplarischen Einblick in unterschiedliche Musiken, Gesänge, Instrumentarium und deren Konzeptualisierungen. Bisherige Hör- und Sehgewohnheiten können damit einen neuen Weg gehen und gängige Annahmen in Frage stellen. Darüber hinaus geht es um die Perspektiven und Aushandlungen, die an den afrikanischen Kontinent herangetragen werden; sei es aus Afro-Amerikanischer Sicht oder dem postkolonialen Diskurs in Deutschland. Dafür gibt es u.a. das zusätzliche Angebot, das ethnologische Museum Fünf Kontinente in München aus museumspädagogischer Perspektive zu erkunden. Gäste werden ebenfalls erwartet: ein westafrikanischer geflüchteter Musiker (Kooperation mit der HMTM Köln) und Dr. Martin Ringsmut (Forschung zu traditioneller Musik Kap Verdens).

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Im Tutorium werden wichtige Inhalte der Kurse wiederholt und eingeübt.

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Im Kurs werden die Grundlagen der Gehörbildung sowie fundamentale Aspekte der musikalischen Notation & Grammatik behandelt. Diese sind zentraler Bestandteil aller weiterführenden, analytischen Module.

 

WICHTIG: Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit, Noten lesen und mit musikalischer Notation umgehen zu können – der Zeitrahmen des Kurses lässt eine ausführliche Wiederholung hiervon NICHT zu.

 

Die Themenbereiche umfassen unter anderem:

  • Melodielehre: Die Ordnung des westlichen Tonsystems in Skalen, Klauseln, Mehrstimmigkeit
  • Harmonielehre: Drei- und Vierklänge und deren typische Verbindungen, Modulation, Kadenz
  • Musikalische Grammatik: Vierstimmiger Satz, Generalbass, einfache Satzmodelle
  • Gehörbildung: Tonales vom-Blatt-Singen, Intervall-Hören, Melodie-Diktat

Der Leistungsnachweis erfolgt am Ende des Semesters in der kombinierten Modulklausur "P2 Satz- und Kompositionstechniken I" (HF) bzw. "WP 32 Grundlagenmodul Satzlehre" (NF) [unbenotet].

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Die Veranstaltung behandelt die satztechnischen Grundlagen (Pentatonik, Tonarten, Zusammenklänge, Kadenzen und Signalakkorde), den vierstimmigen Satz (Regeln, Generalbass, Modulation) und Satzmodelle (Sequenzen, Parallelismus, Oktavregel) aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln.

 Zusätzlich wird regelmäßig Gehörbildung geübt (Solfège, Melodiedikate, Zusammenklänge).

 Die Lehrveranstaltung wird komplett in Präsenz geplant, es werden also vsl. alle Termine im Hörsaal stattfinden.


Im Kurs werden die Grundlagen der Gehörbildung sowie fundamentale Aspekte der musikalischen Notation & Grammatik behandelt. Diese sind zentraler Bestandteil aller weiterführenden, analytischen Module.

 

WICHTIG: Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit, Noten lesen und mit musikalischer Notation umgehen zu können – der Zeitrahmen des Kurses lässt eine ausführliche Wiederholung hiervon NICHT zu.

 

Die Themenbereiche umfassen unter anderem:

  • Melodielehre: Die Ordnung des westlichen Tonsystems in Skalen, Klauseln, Mehrstimmigkeit
  • Harmonielehre: Drei- und Vierklänge und deren typische Verbindungen, Modulation, Kadenz
  • Musikalische Grammatik: Vierstimmiger Satz, Generalbass, einfache Satzmodelle
  • Gehörbildung: Tonales vom-Blatt-Singen, Intervall-Hören, Melodie-Diktat

Der Leistungsnachweis erfolgt am Ende des Semesters in der kombinierten Modulklausur "P2 Satz- und Kompositionstechniken I" (HF) bzw. "WP 32 Grundlagenmodul Satzlehre" (NF) [unbenotet].

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Die Kategorie der "Form" ist für die musikalische Analyse essentiell und dabei sowohl ein Erkenntnisziel als auch ein Ausgangspunkt einer jeden Werkbetrachtung.

Gleichzeitig ist der Begriff der "Form" als solcher nicht unproblematisch: Kann man Kompositionen mancher Epochen nicht ohne die ihnen zugrundeliegenden, manchmal klar umrissenen Formmodelle verstehen, muss bei einer musikalischen Analyse auch immer damit gerechnet werden, dass ebensolche Formmodelle Idealgestalten sind und in der kompositorischen Praxis oft genug überwunden werden.

In der Übung sollen die unterschiedlichsten Formmodelle der Instrumentalmusik, wie Sonatenhauptsatzform, Fuge, Rondo etc., mittels exemplarischer Werkanalysen kennengelernt werden. Dabei werden verschiedene Gattungen und Epochen Gegenstand der Betrachtung sein, so dass der Formenlehre-Kurs gleichzeitig eine Einführung in die Methodik der musikalischen Analyse darstellt und das Wissen aus dem dazugehörigen Satzlehrekurs angewendet wird.

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Die theoretischen Blöcke des Kurses behandeln einerseits Entwicklung, Bau und Akustik der Orchesterinstrumente; außerdem die zahlreichen Vorläufer und „ausgestorbenen“ Vertreter in Grundzügen. Andererseits werden diverse übergreifende Themen behandelt, wie z. B. Partitur- und Orchestergeschichte, Notation, Musikanten und Fragen der Besetzung.

 

Ein wichtiges Augenmerk liegt auf der angewandten Seite des Kurses: das Üben der Analyse von  Partituren (und auch Klavierauszügen) unterschiedlichster Epochen, Provenienz und Komplexität; – eine Fähigkeit, die im Studium laufend benötigt wird, und die auch in häuslicher Vor- und Nachbereitung der Sitzungen erfolgen muss.

 

Die Lehrveranstaltung wird komplett in Präsenz geplant, es werden also vsl. alle Termine im Hörsaal stattfinden.


Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit der komplexen Welt der Formen in der Vokalmusik ab etwa 1600. Beispiele von Monteverdi, Schütz, Bach, Mozart, Rossini, Schubert, Meyerbeer, Wagner, Dvorák, Strauss, Mancini u.a. sollen einen Einblick in die Bandbreite verschiedener Gattungen und musikgeschichtlicher Zusammenhänge vermitteln. Methodisch liegt der Fokus dabei auf dem jeweiligen analytischen Zugriff, der im Kurs an den exemplarischen Werken gemeinsam entwickelt wird. Der analytische Befund, der auch den Text berücksichtigt, und die daraus resultierenden Überlegungen zur Form sollen dazu dienen, eigene interpretatorische Ansätze zu entwickeln und in geeigneter Weise kontextualisieren zu können. In der benoteten Klausur sind diese Kompetenzen am konkreten Beispiel zu dokumentieren.

Kurzreferate werden den Einstieg in die gemeinsame Diskussion erleichtern. Damit die Lehrveranstaltung individuell zum Erfolg führt, ist neben der Präsenz die Vorbereitung jeder einzelnen Sitzung essenziell für den Ihren Erfolg, vor allem aber für Ihren Spaß an der Sache.

Das detaillierte Semesterprogramm wird in der ersten Sitzung besprochen, die Materialien werden in Moodle zur Verfügung gestellt.


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Als dritte der insgesamt vier Überblicksvorlesungen zur Musikgeschichte behandelt die Vorlesung die Zeit von etwa 1700 bis zu Beethoven und Schubert, reicht also vom Barockzeitalter bis zum Übergang zur Romantik. Thematisiert werden die Grundlinien der Musikästhetik, von der Nachahmungsästhetik und Ästhetik der Empfindsamkeit bis zur Romantischen Musikästhetik, und – jeweils exemplarisch anhand zentraler Komponisten und Einzelwerke – die wichtigsten Gattungen und Formen der Zeit: Concerto, Choralbearbeitung und Fuge (J. S. Bach), Da-capo-Arie und Opera seria (Pergolesi), Opernensemble und Opera buffa (Mozart), Streichquartett (Haydn), Klaviersonate, Symphonie, Variationen und Klavierkonzert (Beethoven) sowie Streichquintett (Schubert). Dabei sollen jeweils auch verschiedene Analysemethoden exemplifiziert werden. Abgeschlossen wird die Vorlesung mit der Frage nach dem „Romantischen“ in der Musik.

Die Vorlesung wird mit einer Klausur abgeschlossen, die nach der neuen Studienordnung benotet wird. Auch für das Seniorenstudium und Studium generale ist die Vorlesung offen.

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Anlässlich des 150. Geburtstag Max Regers im Jahr 2023 soll die eigenartige Erscheinung dieses Komponisten und Interpreten auf der Schwelle der musikalischen Moderne beleuchtet werden. Die Vorlesung wird Regers persönliche und berufliche Sozialisation unter den Bedingungen des deutschen Kaiserreichs und am Vorabend des Ersten Weltkriegs beleuchten, seine Ausstrahlung auf die Wiener Schule, die Instrumentalisierung während der NS-Zeit und den Wandel des Reger-Bildes in den letzten 50 Jahren (seit dem 100. Geburtstag 1973) behandeln. Im Mittelpunkt steht dabei Regers reiches, aber immer noch unterschätztes musikalisches Werk stehen.

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An der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert vollzogen sich auf dem Gebiet der mehrstimmigen Musik maßgebende Veränderungen: Im Rahmen der Gattungen Organum und Conductus wurden neue Satztechniken erprobt, die erstmals auch die Drei- und Vierstimmigkeit als Gestaltungsoption einbegriffen. Damit einher ging ein neuartiges Notationsverfahren, mit dem die Tondauern genau festgelegt und dadurch die einzelnen Stimmen rhythmisch eindeutig aufeinander bezogen werden konnten. Schließlich kam mit der Motette ein neues musikalisches Genre auf, dessen Charakteristikum die Mehrtextigkeit darstellte. Dabei widmeten sich die lateinischen oder französischen Texte, die in den neu konzipierten Oberstimmen zu einem Choralausschnitt im Tenor vorgetragen wurden, geistlichen wie weltlichen Themen. Greifbar werden die skizzierten Neuerungen in Handschriften ab der Mitte des 13. Jahrhunderts, deren Repertoire ein zeitgenössischer anonymer Autor mit der Kathedrale Notre-Dame in Paris und dort wirkenden Klerikern in Verbindung bringt.

Ziel des Seminars ist es, das weite Feld mehrstimmigen Komponierens im Umfeld der Pariser Bischofskirche anhand von Beispielen abzustecken. Dabei wird der analytische Zugriff begleitet von der Lektüre einschlägiger Lehrschriften des 13. Jahrhunderts, in denen Gattungskonzepte, Satzarten und Aufzeichnungsweisen Erörterung finden. Nicht zuletzt umfasst die gemeinsame Arbeit auch eine Auseinandersetzung mit der musikhistoriografischen Bewertung der um 1200 auftretenden Mehrstimmigkeitspraktiken und ihrer Protagonisten.

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Im Zentrum des Seminars steht eine für das bürgerliche Konzertleben des 19. Jahrhunderts seit Beethoven zentral werdende neue Gattung: die sich aus der Opern- und Schauspielmusik-Ouvertüre entwickelnde und zunehmend verselbständigende Konzertouvertüre der Romantik. Vielfach − aber durchaus nicht immer − auf literarische oder sonstige Sujets bezogen, entwickelte sie sich seit Liszt zur Symphonischen Dichtung weiter, reicht daneben aber als eigene Gattung auch noch bis ins 20. Jahrhundert. Konstitutiv und besonders interessant ist hier jeweils die individuelle Wechselwirkung zwischen absolut musikalischen (Form-)Prinzipien und der Wirksamkeit des zugrundeliegenden Sujets.

In Referaten und gemeinsamen Diskussionen sollen − nach einer Beschäftigung mit einem zentralen Text von Richard Wagner − folgende Hauptwerke der beiden eng verwandten Gattungen analysiert und interpretiert werden, im Hinblick auf Gemeinsamkeiten, aber auch personalstilistische und sujetbezogene Besonderheiten: von Beethoven die Coriolan-Ouvertüre op. 62 und die (noch zu Bühnenwerken geschriebenen, sich aber früh im Konzertleben verselbständigenden) Ouvertüren „Leonore II“ und zu Goethes Egmont op. 84, von Mendelssohn Bartholdy die Ouvertüre zu Shakespeares Sommernachtstraum op. 21 und die echten Konzertouvertüren Meeresstille und glückliche Fahrt op. 27, Die Hebriden op. 26 und zum Märchen von der schönen Melusine op. 32, von Richard Wagner Eine Faust-Ouvertüre (1839/40), Robert Schumanns Manfred-Ouvertüre op. 115 nach Byron, die Ouvertüre bzw. Symphonische Dichtung Prometheus (1850) von Franz Liszt, die Akademische Festouvertüre op. 88 von Johannes Brahms, Richard Strauss‘ erste Tondichtung Macbeth op. 23 und die 1896 entstandene Sinfonische Dichtung Der Wassermann op. 107 von Antonín Dvorák.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu intensiver Mitarbeit, was die Vorbereitung auf jede Stunde obligatorisch einschließt. Interessenten werden dringend gebeten, sich frühzeitig mit den genannten Werken vertraut zu machen. Ebenso empfehle ich sehr die rechtzeitige (sommerliche?) Lektüre etwa von Goethes Egmont, Shakespeares Sommernachtstraum und Macbeth, Byrons Manfred oder gar Goethes Faust I, um ein wenig an den Bildungsstand heranzukommen, der für das Konzert­publikum des 19. Jahrhunderts noch selbstverständlich war und den die Komponisten voraussetzten.

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Im 16. Jahrhundert vollzog sich laut Ludwig Finscher „eine der staunenswertesten Entwicklungen der europäisch-abendländischen Musik“, nämlich die Herausbildung einer selbstständigen Instrumentalmusik. Den Weg dort hin habe „die Lösung von der Vokalmusik als Muster, die Ausbildung spezifisch instrumentaler Idiomatik und die Ausbildung instrumentaler Gattungen“ bereitet. Grund genug also, sich diese Vorgänge und ihre Ergebnisse näher anzuschauen. Dabei wird das Jahr 1600 als Angelpunkt verstanden, von dem aus Exkurse in das 16. und 17. Jahrhundert unternommen werden.

Neben der Analyse ausgewählter Stücke erlaubt das 3-stündige Seminar einen breiten Blick auf die sich verändernden Bedingungen des Komponierens, auf die Aufführungspraxis, die Sozialgeschichte und den Instrumentenbau. Wir beschäftigen uns dabei nicht nur mit modernen Editionen und Sekundärliteratur, sondern auch mit historischen Quellen in Mensuralnotation und Tabulatur, sowie mit zeitgenössischen Traktaten zu Musiktheorie, Gesang und Instrumentalspiel.

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Im Hauptseminar soll eine repräsentative Auswahl von Hauptwerken Max Regers aus allen Gattungen (Klavier-, Orgel-, Kammer- und Orchestermusik; Lied; geistliche Werke) und Phasen seines Schaffens (Weiden, München, Leipzig, Meiningen, Jena) analysiert und im musikgeschichtlichen Kontext interpretiert werden. Im Fall der Orgelmusik hat sich Konstantin Esterl, der Organist der Sankt-Maximilian-Kirche, freundlicherweise bereit erklärt, seine Expertise anzubieten, d.h. es ist eine Sitzung in der Kirche geplant.

Das genaue Seminarprogramm wird in der ersten Sitzung vorgestellt. 

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Die Veranstaltung befasst sich mit theoretischen und praktischen Aspekten der Editionswissenschaft. Wir werden uns mit den verschiedenen Arten von Quellen, mit der Recherche nach Quellen (Rechercheverfahren, Hilfsmittel) und dem editorischen Umgang mit Quellen beschäftigen. Hintergrund, Verfahren und Bestandteile einer musikalischen Edition bilden den Hauptteil unserer Arbeit. Praktische Übungen sind fester Bestandteil des Kurses und greifen auch "echte Fälle" aus der Tätigkeit des Dozententeams (Mitarbeiter*innen der Strauss-Ausgabe) auf. Ergänzt wird das Programm durch Einblicke in moderne Verfahren des digitalen Edierens und die in diesem Zusammenhang zentralen Datenformate XML/TEI/MEI.

Regelmäßige Anwesenheit und Teilnahme an den praktischen Übungen werden als selbstverständlich vorausgesetzt; der Leistungsnachweis ist vom erfolgreichen Anfertigen einer praktischen Hausarbeit (z. B. Briefübertragung, Quellenbeschreibung, Quellenvergleich) abhängig.

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170 Meter von unserem Institut entfernt befindet sich mit der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Forschungsbibliotheken. Erscheint der Bestand mit rund 36 Millionen Medieneinheiten schon beeindruckend, so ist die Strahlkraft auf die Musik bezogen noch größer. Die Musiksammlung zählt hinsichtlich des Umfangs und der Qualität ihrer historischen Bestände sowie des traditionell breiten Erwerbungsprofils zu den international führenden Musikbibliotheken. In ihren Magazinen befinden sich gegenwärtig rund 475.000 Notendrucke, 76.000 Musikhandschriften, 350 Nachlässe, 99.000 Musik-Tonträger und 170.000 Musikbücher und Musikzeitschriften. Zudem betreut die BSB seit 2014 den Fachinformationsdienst Musikwissenschaft (musiconn). Zuvor war sie von 1949 bis 2013 für das Sondersammelgebiet Musikwissenschaft verantwortlich.

Im Rahmen der Übung, die als Kooperationsprojekt mit der BSB – wir sind allen beteiligten Mitarbeiter*innen herzlich dankbar! – realisiert wird, wollen wir diese außergewöhnliche Institution auf zwei Arten perspektivieren:

Mitarbeiter*innen der Musikabteilung geben vor Ort Einblicke in die Struktur sowie den Aufbau der BSB und bieten sukzessive einen facettenreichen Überblick über das Leistungsspektrum der Bibliothek in Bezug auf musikwissenschaftliches Studieren und Forschen. Der Umgang mit Originalquellen wird ebenso gezeigt wie das Potenzial der Digitalisierung oder Archiv-Arbeit mit Beständen, die sich erst in der wissenschaftlichen Erschließung befinden.

Im 14täglichen Wechsel wird der Kurs an der der LMU stattfinden, um komplementär zu den spannenden Einblicken an der BSB im Hörsaal zu diskutieren: in welchem musikgeschichtlichen und musikwissenschaftlichen Kontext verorten wir diese vielfältigen Bestände bzw. Angebote? Wie können wir sie im Hinblick auf eigene, neue Fragestellungen nutzen, wie die Potenziale fruchtbar machen? Und schließlich: welche Bedürfnisse bestehen eigentlich bei uns, was wollen wir von unseren Partnern in der BSB und vergleichbaren Einrichtungen, wohin könnte sich also musikwissenschaftliche Praxis weiterentwickeln?

So sollen sich über das Semester neben aktuellen Einblicken auch eigene Perspektiven entwickeln, die in der Prüfungsleistung (schriftliche Dokumentation) diskutiert und/oder erprobt werden können. Erwartet wird – neben der für das Format konstitutiven Präsenz, sowie der Bereitschaft, sich an Diskussionen zu beteiligen und diesen mit Kurzreferaten Impulse zu verleihen – vor allem: Neugier.

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Ziel der Veranstaltung ist es, die individuelle Analyse- Notations- und Formulierungskompetenz zu entwickeln, die eine Gutachtenerstattung ermöglicht. Die Aufgabe eines Gutachtes liegt dabei immer in der Beurteilung der diskutierten Musikwerke im Vergleich mit möglichst vielen Werken des Kanons und der sonstigen Musikgeschichte. Eine erfolgreiche Teilnahme kann dadurch dokumentiert werden, dass Studierende ein qualifiziertes Beispielgutachten verfassen, das als praktische Empfehlung dienen könnte.

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Dieses besondere Kooperationsprojekt findet in der Spielzeit 22/23 seine inzwischen fünfte Auflage: Für ein Konzert der Münchner Philharmoniker wird von den Studierenden ein komplettes Programmheft gestaltet – von der ersten konzeptionellen Idee über das Realisieren aller Texte bis zum Korrekturlesen im fertigen Layout. Neben klassischeren Texten ist hier auch immer viel Raum für neue oder ungewöhnliche Ideen.

Der Kurs verfolgt dabei zwei Schienen: Zum einen werden die Stücke des Konzerts und ihre Hintergründe gemeinsam erschlossen, um dann in gemeinsamer Diskussion spannende Themen und wirkungsvolle Erzählansätze zu finden, welche das Konzertpublikum bereichern. Zum anderen werden verschiedene Programmhefte kritisch analysiert sowie Übungstexte verfasst, um einen Weg zu finden, für ein Publikum von heute zeitgemäß zu schreiben. Beide Ansätze vereinen sich dann im, immer wieder mit professionellen Feedback versehenen, Verfassen des eigenen Beitrags für „unser“ Programmheft.

Konzertprogramm

FRANZ SCHUBERT: Ouvertüre zu "Rosamunde, Fürstin von Zypern" C-Dur D 797
RICHARD STRAUSS: Duett-Concertino F-Dur für Klarinette, Fagott und Orchester
CLAUDE DEBUSSY : "La Mer"
MAURICE RAVEL : "Daphnis et Chloé", Suite Nr. 2

ZUBIN MEHTA – Dirigent
ALEXANDRA GRUBER – Klarinette
RAFFAELE GIANNOTTI – Fagott

Zeitplan

Fr., 21.10.2022, 12-14: Auftaktsitzung gemeinsam mit Rebecca Friedman und Christine Möller von den Münchner Philharmonikern (Spielfeld Klassik bzw. Programmheftredaktion)

Fr., 04.11.2022, 12-16: Konzertprogramm I (Schubert, Debussy), Analyse Programmhefttexte I

Fr., 25.11.2022, 12-16: Konzertprogramm II (Strauss, Ravel), Analyse Programmhefttexte II

Fr., 09.12.2022, 12-14: Besprechung Übungstexte

Fr., 16.12.2021, 10(?)-16: Probenbesuch vormittags (angefragt), Konzeption eigenes Programmheft

Fr., 20.01.2023, 12-16: Präsentation und Diskussion der einzelnen Texte/Beiträge

Abgabe der Texte: spätestens 23.03.2023

Überarbeitung der Texte durch die Studierenden: 01.04. bis spätestens 17.04.2023

Korrekturfahne im Mai 2023

Konzerte am 08. und 09.06.2023 (am 09.06. gemeinsamer Konzertbesuch)

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Die Übung macht mit den Grundprinzipien verschiedener historischer Aufzeichnungsweisen von Musik vertraut. Wir setzen uns mit den Anfängen europäischer Notenschrift im 9. Jahrhundert auseinander, als man in den karolingischen Klöstern und Bildungszentren nördlich der Alpen begann, die Melodien der im täglichen Gottesdienst gebrauchten Gesänge mit Hilfe von Neumenzeichen sichtbar zu machen, und beobachten deren Einpassung in das Raster des Liniensystems im 11. und 12. Jahrhundert. Schließlich stehen die Techniken modalen und mensuralen Notierens im Fokus, die sich in der mehrstimmigen Musik des 13. und 14. Jahrhunderts dem Parameter Rhythmus widmeten.

Geübt werden die Analyse und Transkription der mittelalterlichen Notationen, flankiert durch die Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu ihren Überlieferungsträgern, den Quellen.

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Der Pflichtkurs im Masterstudiengang baut auf dem Bachelor-Kurs „Grundlagen der Instrumenten- und Partiturkunde“ auf.

Gegenstand des Kurses ist die Analyse von Partituren in ihrer funktionalen und historischen Dimension. Einerseits ist das Partiturstudium der Hauptzugang zum musikanalytischen Verständnis niedergeschriebener Kompositionen, gleichzeitig bilden sich in einer Partitur aber auch die technischen Grenzen und Möglichkeiten der verwendeten Instrumente ab, die Entwicklung des Orchesters, die unterschiedlichen Stadien von Notationstechnik und Editorik bis hin zum Wandel des Selbstverständnisses der Komponisten, die im Verlaufe der Zeit ein immer konkreteres, in Dynamik, Phrasierung und Artikulation nicht mehr verhandelbares Klangbild versuchten in der Partitur festzuschreiben.

Ergänzend werden Grundkenntnisse im Erstellen eines Klavierauszuges geübt, indem ausgewählte Partiturbeispiele angemessen auf einen Klaviersatz reduziert werden sollen, was einen weiteren Blick auf die Organisationsform "Partitur" erlaubt.

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Ab dem Ende des 19. Jahrhundert verändert sich unter dem massiven Einfluss des Werks Richard Wagners die praktische und theoretische Bestimmung des Verhältnisses von Musik und den anderen Künsten (einschließlich des Theaters und seinen Gestaltungsprinzipien, vgl. das Bühnenlicht). Damit rückt die Synästhesie wieder in das Interesse von Komponisten (Skrjabin) oder Doppelbegabungen (Ciurlionis), aber auch die Frage einer grundsätzlichen Neubestimmung der Konstellation der Künste in Avantgarde und  Moderne (z.B. bei Kandinsky und Schönberg, aber auch im Futurismus und Suprematismus).

Ausgehend von diesen Impulsen soll das Seminar maßgebliche Stationen der Entwicklung im 20. Jahrhundert anhand von Werken, Texten und Projekten Varèses, Messiaens, Cages, Xenakis‘, Nonos, Stockhausens bis hin zu Georg Friedrich Haas behandeln. Englische und französische Lesekenntnisse sind wünschenswert.

Das genaue Seminarprogramm wird in der ersten Sitzung vorgestellt.

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