Die Vorlesung ist im Magisterstudium Teil der Aufbauphase und wird alle zwei Jahre angeboten. Sie baut auf dem bisher erworbenen Basiswissen auf und behandelt die
kirchengeschichtlich relevanten Entwicklungen, Reformprozesse, Um- und Aufbrüche der abendländischen Christenheit am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Themenschwerpunkte sind das 15. Jahrhundert, die Glaubens- und Kirchenspaltung des 16. Jahrhundert, das konfessionelle Zeitalter des 17. und 18. Jahrhundert bis zum Übergang zur Aufklärung.

Die Vorlesung ist Teil der Vertiefung im Bereich der Historischen Theologie. Sie baut auf dem bisher erworbenen Basiswissen auf. Sie verfolgt die Fragestellung nach dem Verhältnis von christlicher Religion und Gewalt nach außen und innen. Themenfelder wie Mission und Gewalt in Mittelalter- und Neuzeit; Kolonialismus; Häresie, Orthodoxie und Inquisition; Hexenprozesse; Kreuzzüge; Gewalt gegen das Judentum und Antisemitismus werden behandelt, ebenso aber, wie durch das Christentum sich die Maßstäbe im Umgang mit Gewalt, das Bild vom Menschen und seinen Rechten sich gewandelt hat.

Das Kolloquium stellt eine begleitende Ergänzung zur Vorlesung „Spezielle Themen der mittelalterlichen und neuzeitlichen Christentumsgeschichte“ dar. Grundlage der Arbeit im Kolloquium sind die Inhalte dieser Vorlesung. Diese werden wiederholt, nachbereitet und vertieft. Zudem soll genug Raum für Fragen und Verständnisprobleme geboten werden.

Ziel des Kolloquiums ist es, den Studierenden die Beschäftigung mit den Inhalten der Vorlesung sowie den Erwerb eines soliden Wissens zu erleichtern, das sowohl für die Prüfung als auch für das weitere Studium sowie die spätere berufliche Praxis dienlich ist.


Die Frage nach dem kirchlichen Amt und dem Begriff von Kirche sind heute die vielleicht schwierigsten Fragen im ökumenischen Dialog zwischen der römisch-katholischen und der aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen. Viele heute als konfessionstrennend gedeutete Fragestellungen spielten im Reformationsjahrhundert jedoch kaum eine Rolle oder wurden anders gestellt. Römisch-katholische Positionen haben sich erst in der Auseinandersetzung mit der
Gültigkeit der anglikanischen Weihen und mit Neuansätzen in der Ekklesiologie antiprotestantisch verhärtet. Fragen nach den mittelalterlichen Wurzeln Luthers und
der Reformatoren, nach Tradition und Innovation im 16. Jahrhundert lassen sich an diesen Themenfeldern somit hervorragend studieren. An einem wichtigen Themenfeld kann so das Denken der Reformation, der katholischen Reform und der Konfessionalisierung vertieft studiert werden.

Die Kirchengeschichte im Mittelalter und der Neuzeit - 1500 Jahre Geschichte. Dieser Kurs will zentrale Ereignisse didaktisch und systematisch darstellen.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die kirchengeschichtlich relevanten Entwicklungen, Themen, Um- und Aufbrüche im 19. und 20. Jahrhundert. Themenschwerpunkte sind u.a. die katholischen Selbstfindungsprozesse im Spannungsfeld von Kirche, Staat und Gesellschaft, die innerkirchlichen Richtungskämpfe, Vatikan I, die Aufbrüche in Theologie und Frömmigkeit im 20. Jahrhundert, Vatikan II und Aspekte der nachkonziliaren Entwicklung.

Gerade junge Menschen haben oft den Eindruck, in der Kirche und ihrer Liturgie gäbe es kaum Veränderung. Die Liturgiereform des 20. Jahrhunderts ist bereits ein historisches Ereignis, ihre Ergebnisse für die meisten selbstverständlich. Doch ist die gegenwärtige Gestalt der Kirche und ihres Gottesdienstes nicht zu verstehen ohne das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965), das aus liturgischen Aufbrüchen und Neubesinnungen der Vorkonzilszeit schöpfte. Aber nicht nur im Bereich der Liturgie hatte vielerorts im Vorfeld ein Wandlungsprozess begonnen, der zum Überdenken der bisherigen theologischen Ansätze führte.

Das Seminar möchte zeigen, welche kirchlichen Bewegungen und theologischen Strömungen das Zweite Vatikanum vorbereitet haben, sich in den Texten des Konzils niederschlugen, und damit ein Fundament für gegenwärtiges kirchliches Handeln geschaffen haben.