Die Corona-Krise hat Licht und Schatten der derzeitigen Pastoral offengelegt, sowohl in Kategorial- als auch in Territorialseelsorge. Ein schlichtes „Weiter so“ genügt nicht. Dazu kommen die enormen Umbrüche in der Pfarrstruktur, der Personalmangel, oft auch mangelnde Motivation und Kompetenz. Die fortschreitende Säkularisierung entzieht der Pastoral die entscheidende Grundlage in einer breit gestreuten Gläubigkeit und Verbundenheit mit der Kirche. Das Seminar fragt mit verschiedenen empirischen und reflexiven Methoden: Woran leidet die derzeitige Pastoral? Welche Strategie kann die Kirche entwickeln, um der Pastoral Zukunft zu geben? Was sind die entscheidenden Faktoren?

Einen Teil der Qualität der Theologie macht ihre Kommunikation aus. Sie hängt besonders von den Personen ab, die Theologie öffentlich zum Thema machen. Deshalb werden die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit und ihr Gegenüber, der Journalismus, anhand der Personen untersucht, die an diesen gesellschaftlichen Orten wirken. Es wird aufgezeigt, was das für die Zukunft der Theologie bedeuten kann.

Ausgehend vom christlichen Menschenbild werden die Grundlagen der Seelsorge gelehrt. Dazu gehören verschiedene Formen von Gesprächen zwischen dem Alltagsgespräch und dem Fachgespräch.

Betrachtet werden außerdem verschiedene Seelsorgemodelle und ihre theologischen Begründungen. Wiederholt wird der Frage nachzugehen sein: Was ist Seelsorge? Grundkompetenzen werden thematisiert, die den guten Seelsorger und die gute Seelsorgerin ausmachen. Dabei wird auf Psychologische Schulen und ihre Gesprächs- und Therapieansätze eingegangen. Der Begriff der kritischen Lebenssituation wird mit verschiedenen Typen von Krankheiten in Beziehung gesetzt, die das menschliche Leben als gefährdet erscheinen lassen.

Das Seminar versteht sich als Verbindung von Forschung und Lehre. Dabei werden verschiedene Zugangsweisen und Methoden entwickelt, um Faktoren einer gelungenen Predigt herauszustellen. Ziel ist es, über bloß subjektive Einschätzungen („gut“, „interessant, „hat mir gefallen“, „gut katholisch“) hinauszukommen und nachvollziehbare, überprüfbare und übertragbare Kriterien der Predigtanalyse herauszustellen.


Diese Vorlesung behandelt ganz unterschiedliche Fragen, die in den klassischen Traktaten der Pastoraltheologie zu kurz kommen, jedoch von größter Bedeutung für das Leben und Wirken der Kirche sind, so Struktur und Organisation der katholischen Kirche in Deutschland und in der Weltkirche, Kirchenfinanzierung, Personal, Personalauswahl und –förderung, Berufung und Berufungspastoral, Kirche und Kunst usw. Daneben werden auch einige Spezialfragen der Gemeindepastoral behandelt, etwa das Konfliktmanagement.

Die weitgehende Stilllegung des kirchlichen Lebens während des Corona-Lockdown im März und April diesen Jahres traf viele Katholiken – kirchliche Mitarbeiter wie Laien – völlig unvorbereitet. Diözesane Richtlinien regelten den Umgang mit pastoralen Angeboten und Sakramenten und wurden sowohl kritisiert als auch gelobt. Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Gemeinden waren vor die Herausforderung gestellt, auf die Gesundheit ihrer Gemeindemitglieder zu achten und dennoch präsent und erreichbar zu sein. Für die Gläubigen bedeutete der Lockdown einen Verzicht auf das vertraute gemeindliche Leben, eine Ermutigung zu Hausgottesdiensten während der Kar- und Ostertage und ein enormes Angebot an Online-Gottesdiensten. Während kirchliches Handeln und pastorale Angebote während des Lockdowns bereits wissenschaftlich untersucht und reflektiert werden, tritt die Sicht der Gläubigen, die „Trauer und Angst der Jünger Christi“ (GS 1) während des Lockdowns bislang in den Hintergrund. Im Seminar wird anhand des pastoraltheologischen Dreischritts von Sehen – Urteilen – Handeln zunächst die durch die staatlichen und kirchlichen Beschränkungen entstandene Seelsorgesituation untersucht, in einem zweiten Schritt werden anhand statistischer Erhebungen die Eindrücke und Erfahrungen der Gläubigen untersucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars werden in ausgewählten Gemeinden eine im Seminar erarbeitete statistische Erhebung anhand von Leitfadeninterviews und/oder Fragebögen durchführen und selbstständig auswerten. Ziel des Seminars ist es, einen ersten wissenschaftlichen Überblick über die Erfahrung der Gläubigen während der Corona-Beschränkungen zu erhalten.


Die Veranstaltung wird via Zoom in drei mehrstündigen Blöcken gehalten.

Das Seminar möchte auf eine Anfängerstufe zu den umfangreichen Datenquellen und -banken sozialwissenschaftlicher Forschung zum Thema, Kirche, Religion und Pastoral hinführen und den Umgang mit ihnen erlernen. Dazu wird eine Bestandsaufnahme der wichtigsten Quellen vorgenommen und zur Arbeit mit ihnen angeleitet. Grundlegende Software wird vorgestellt, u.a. das DHVLab. Erste Schritte in anwendungsbezogener Statistik werden vorgestellt und eingeübt. Auf eigene Projekte in Magister-, Zolassungs- und Doktorarbeiten wird beispielhaft eingegangen. Eine Teilnahme wird insbesondere denjenigen empfohlen, die eine Spezialisierung in Pastoraltheologie anstreben.

Die Veranstaltung wird digital in 3 Blöcken durchgeführt. Die Termine und die Literatur bzw. Quellen werden mit den TN zu Beginn des Semesters abgesprochen.

Genaueres wird noch bekanntgegeben.


Sakramentenpastoral steht wohl am meisten im Brennpunkt verschiedener und divergierender Kräfte und Erwartungen zwischen individueller, kulturell-sozialer und kirchlicher Religiosität. Nicht zufällig kommt es in ihr darum auch am häufigsten zu Missverständnissen, Konflikten oder zu pastoralen Formen, die dem Wesen der Sakramente, der beteiligten Personen und dem kirchlichen Auftrag kaum gerecht werden. Nicht zufällig hat aber auch keine andere Form der Pastoral ein so hohes missionarisch-evangelisierendes Potential, insofern sie weiterhin eine große Zahl von Christen (und zunehmend Nichtchristen) erreicht. Die Vorlesung beleuchtet diese spannungsvolle Situation, benennt die verschiedenen Faktoren, die im Spiel sind, und formuliert realistische Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie behandelt vorrangig die Sakramente des Christwerdens, also Taufe, Firmung und Eucharistie, und beachtet dabei jeweils sowohl die derzeit üblichen Formen wie auch mögliche Weiterentwicklungen.


Die Homilie in der Eucharistiefeier ist der Höhepunkt einer Vielfalt von liturgischen und nichtliturgischen religiösen Redeformen. Gelingt es ihnen, Menschen anzusprechen und gleichzeitig dem Evangelium treu zu bleiben? Diese hohe Kunst kann wenigstens in Grundlagen erlernt werden, und dies ist notwendiger denn je. So gilt es, Predigt und religiöse Rede theologisch zu bedenken und praktisch vorzubereiten. Dabei ist die klassische Rhetorik mit ihrer Praxisnähe und begrifflichen Schärfe maßgeblich. Gleichzeitig wird aber auch die besondere Prägung des Sprechens im Namen Gottes herausgearbeitet. Einzelfragen bei den verschiedenen Stufen der Predigtvorbereitung („partes artis“) wie Predigttypen, Predigt als Lernprozess, Aufbau, Kreativität und Ins-Gespräch-Kommen mit den Hörern werden angesprochen.


Über diesen Kurs werden die Prüfungsfragen der Magisterfachprüfung veröffentlicht, außerdem erhalten Sie dort wichtige Hinweise zum Ablauf der Prüfung.

Die Seelsorge mit und für Einsatzkräfte birgt im Rahmen der kategorialen Seelsorgefelder sicherlich eine besondere Herausforderung. Die Notfall-, Polizei- und Militärseelsorge sowie Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst sind in Umfeldern tätig, die den Seelsorgenden eher fremd sind. Es gilt aber: Wo Menschen von heute Freude und Hoffnung, Trauer und Angst erfahren, besonders die Armen und Bedrängten, dort sind die Jüngerinnen und Jünger Christi gefordert, solidarisch zu sein (vgl. GS 1).

Das Seminar beschäftigt sich mit den konkreten Systemen und Lebenswelten der Einsatzkräfte und zeigt Möglichkeiten auf, um eine wirksame pastorale Arbeit zu implementieren. Seelsorge geschieht in diesem Setting oftmals im plötzlichen Angesicht von Sterben, Leiden und Tod, daher ist es umso wichtiger sich selbst und den eigenen Umgang mit dem „factum brutum“ zu reflektieren.

Neben dem Fokus auf den theologischen Fächerkanon, ist eine Einbeziehung der Erkenntnisse insb. aus Psychologie und Pastoralpsychologie unerlässlich.


Christus ist nicht gekommen, Menschen als Einzelne zu erlösen. Er wollte den Bund Gottes mit seinem Volk neu begründen. Deshalb gehört die Sorge um den Gemeindeaufbau zu den Grundaufgaben jedes Seelsorgers. Doch viele Faktoren erschweren diesen Auftrag: Individualisierung, die Kluft zwischen Glauben und Alltagsleben, die Verkirchlichung der Pastoral und die daraus resultierende Schwächung der Laienkompetenzen in Familie und Gesellschaft bei der Weitergabe des Glaubens, ein versorgungskirchlicher oder ein vereinsmäßiger Gemeindestil, unüberschaubare Gemeinden ("1000 Freunde sollt ihr sein" – das geht nicht!), eine fehlende Vielfalt von christlichen Gemeinschaftsformen über die Pfarrei hinaus u.v.a. Die Vorlesung versucht eine Vermittlung zwischen theologischem Anspruch und komplexer Glaubens– und Gemeindewirklichkeit heute: Kann das Leitbild der Evangelisierung aus den Dilemmata der Gemeindepastoral herausführen?


Die Vorlesung vermittelt Kenntnisse der Grundfragen pastoralen Handelns der Kirche in moderner Gesellschaft. Dazu stellt es die Fachdisziplin „Pastoraltheologie“ mit „Homiletik“ in ihren Themen, ihrem Aufbau und ihrer Methodologie dar. Sodann wird eine theologische Gegenwartsanalyse vorgetragen und Modelle pastoralen Handelns diskutiert. Ziel ist die Einführung in die Verbindung von Theorie und Praxis beim pastoralen Handeln.