Das Seminar „Das Israelitische Bundesbuch (Ex 21 – 23) im Spiegel altorientalischer und römischer Rechtskultur“ widmet sich am Beispiel des ältesten israelitischen Codex Fragen des Zusammenwirkens von Recht und Religion in der Antike, wobei ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt wird, der neben der Alttestamentlichen Exegese auch Erkenntnisse der Rechtsgeschichte und Altorientalistik einbezieht. In einem einführenden Teil werden überblicksweise das israelitische Rechtswesen, die diesbezügliche Bedeutung des Bundesbuchs, seine kontextuelle Einbindung in die Pentateucherzählung sowie seine rechtlichen und theologischen Anliegen behandelt. Sodann erfolgt in Sitzungen zum mesopotamischen und frühen römischen Rechtswesen eine Erschließung relevanter Aspekte der antiken Lebenswelt, in die die israelitischen Gemeinwesen eingebunden waren. An die einführenden Überblicksthemen schließen sich exegetische Untersuchungen wichtiger Einzelperikopen des Bundesbuches an, die religiöse Rechtsregelungen, Grundstückswesen, Sklavenrecht, Familienrecht, Eigentum und Strafrecht betreffen. Auch bei diesen speziellen Themen werden relevante Rechtsinstitute der mesopotamischen und römischen Kultur behandelt und einem Vergleich mit Israel unterzogen. Ein besonderes Augenmerk liegt durchgehend auf der Erforschung der wechselseitigen Durchdringung religiöser und rechtlicher Sachverhalte.


Das Alte Testament bildet ein wichtiges Fundament des christlichen Glaubens. Grundkenntnisse über Entstehung und Inhalt der alttestamentlichen Schriften sind deshalb unabdingbar. Die Übung gibt Einblicke in die fachwissenschaftliche Methodik und vermittelt einen Überblick über Inhalt sowie zentrale theologische Aussagen ausgewählter alttestamentlicher Schriften. Die SeminarteilnehmerInnen sollen so zu einem vertieften Verständnis des Alten Testaments gelangen und Wege zu einem inhaltlich fundierten Umgang mit alttestamentlichen Texten erarbeiten.

In verschiedenen Psalmen finden sich theologisch deutende Rückblicke auf die Geschichte Israels. Als Geschichtspsalmen gelten insbesondere Ps 77–78; 105–106; 114; 135–136. Durch die erinnernde Vergegenwärtigung der Geschichte kann sich jede neue Generation des Gottesvolkes ihrer Identität vergewissern. Welche „Ereignisse“ erinnert werde und wo sich Leerstellen finden, mag aber überraschen.

Zu Beginn des Kurses werden wir Ausschnitte aus dem äthiopischen Henochbuch (natürlich auf Griechisch) übersetzen. Im weiteren Verlauf wird gemeinsam mit allen Teilnehmern ein weiterer Text zur Lektüre ausgesucht. Vorschläge sind gerne willkommen.

An biblischen und außerbiblischen antiken Texten gehen wir dem Phänomen von Wundererzählungen nach. Neben Texten wie Mk 11,12-14 par. Mt 21,18-22 (Verfluchung des Feigenbaums), 1Kön 17,17-24 (Auferweckung des Sohnes der Witwe von Sarepta) und IG IV²,1 121-124 (inschriftliche Wundererzählungen aus Epidauros) sollen auch hermeneutische Fragestellungen diskutiert werden: Unter der Leitfrage „Was ist überhaupt ein Wunder?“ kommen sowohl die Gattungskritik (Theißen) wie auch die Frage nach Plausibilitätsannahmen (Alkier) zur Sprache. Schließlich wollen wir das Thema „Wundererzählungen“ auch religionsgeschichtlich einordnen und zu den Themenbereichen „Medizin“ und „Magie“ in Beziehung setzen.

Dieses Seminar wird vom Lehrstuhl für Alttestamentliche Theologie und vom Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese und biblische Hermeneutik veranstaltet.


Im Tutorium werden wir vertieft Fragen zur Vorlesung des Esra- und Nehemiabuchs    nachgehen. Dabei liegt der Fokus auf den Themen, welche die Studierenden selbst einbringen.