Wolframs von Eschenbach ‚Willehalm‘ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Protagonisten: Schon vor Beginn der Handlung verlieben sich und heiraten Willehalm und die sarazenische Königin Arabel, welche daraufhin den christlichen Glauben annimmt und sich auf den Namen Giburg taufen lässt. Die Konsequenzen dieser Liebesgeschichte werden in Wolframs Epos erzählt: Giburgs Vater, Terramer, und ihr erster Ehemann fallen mit einem großen ‚heidnischen‘ Heer in die Ländereien Willehalms ein. Augenscheinlich behandelt der ‚Willehalm‘ den daraus entspringenden Konflikt zwischen Christen und Sarazenen, wobei auf tieferer Ebene Konzepte von Familie und familiärer Bindung, die Frage nach legitimer Herrschaft, höfische Werte und besonders immer wieder die Bedeutung von Religion verhandelt werden.

Ziel des Seminars ist es, dass wir uns diesen ebenso einflussreichen wie komplexen Text gemeinsam erschließen. Besonderer Fokus soll auf der vielschichtigen Darstellung der Religionen und religiösen Gruppen liegen, die durchaus nicht immer eindeutig gewertet werden, noch klar voneinander abtrennbar sind. Schlüsselfiguren für den Religions-Diskurs sind Arabel/Gîburg und ihr Bruder Rennewart, die sich zwischen den beiden Religionen und Herrschaftssphären bewegen. Auch die berühmte sog. „Toleranzrede“ Gîburgs wird kritisch beleuchtet werden.

In Vorbereitung auf die Hausarbeit werden wir im Seminar gemeinsam wisschenaftliche Fragen zum Text erarbeiten und es wird die Möglichkeit geben, die Grundlagen des wissenschafltichen Arbeits einzuüben.

Textausgabe: Wolfram von Eschenbach: Willehalm. Hrsg. von Joachim Heinzle, Frankfurt a.M. 2009 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch, 39).

Das Seminar vermittelt die Grundlagen des germanistischen Schreibens und die wissenschaftlichen Arbeitstechniken des Faches.

Da das Seminar auf die Inhalte der Einführungsmodule aufbaut, empfehlen wir Ihnen, es erst zu belegen, wenn Sie die Einführungsmodule abgeschlossen haben oder diese parallel abschließen (laut Studienplan 3. Fachsemester im Bachelor Germanistik und 4. Fachsemester im Lehramt Gymnasium).

Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Methoden und Hilfsmitteln der Germanistik entwickeln wir gemeinsam Themen und Fragestellungen für eine Hausarbeit, mit der das Modul abgeschlossen wird. Es wird empfohlen, eine Vorlesung parallel zu besuchen, von der das Thema der Hausarbeit inspiriert sein sollte.

Die Vorlesung ergänzt die mediävistischen Einführungsseminare. Sie bietet einen historischen Überblick zu Entstehung, Entwicklung und Gattungsspektrum der deutschsprachigen Literatur von ihren Anfängen bis in die Frühe Neuzeit. Daneben werden wichtige kulturelle Kontexte dieser Literatur vorgestellt sowie elementare Aspekte des methodischen Zugangs zu den fremdgewordenen Texten der Vormoderne behandelt.

Die Vorlesung ist Teil des Basismodul Mediävistik, das ein vierstündiges Einführungsseminar und eine zweistündige Vorlesung umfasst.

Ab Sommersemester 2019 müssen im BA Germanistik und im LA Gymnasium  beide Veranstaltungen im gleichen Semester besucht werden. Der Stoff aus beiden Veranstaltungen ist prüfungsrelevant.


Der Parzival Wolframs von Eschenbach ist in vielerlei Hinsicht ein großartiger Roman. Im Seminar wollen wir anhand dessen verschiedene, auch für andere Texte grundlegende Fragen diskutieren: Wer erzählt wie? Wie verhalten sich Erzählzeit und erzählte Zeit zueinander? Wie nimmt der Text auf andere Texte Bezug?



Als „eines der erfolgreichsten Genres des höfischen Sangs“ (Jan Mohr 2021) stellt das Tagelied einen vielschichtigen und durch Variationskunst geprägten Liedtypus des deutschsprachigen Mittelalters dar. Im Zentrum des Seminars werden die Tagelieder des 13. Jahrhunderts u.a. von Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide stehen. Zur Vertiefung werden zudem unterschiedliche Ausformungen des Tagliedsujets in der frühmittelalterlichen romanischen Tradition wie auch der deutschsprachigen spätmittelalterlichen geistigen Lyrik hinzugezogen.

Das Seminar versteht sich als Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und richtet sich gezielt an Studierende, die das Einführungsseminar der Mediävistik absolviert haben und ihre erste Hausarbeit schreiben werden. Willkommen sind auch fortgeschrittene Studierende, die sich für die Methodik des wissenschaftlichen Arbeitens in der deutschen Philologie interessieren und ihre Kenntnisse darin vertiefen möchten.


In diesem Seminar werden die zentralen Aspekte der höfischen Kultur anhand ausgewählter Textbeispiele höfischer Epik und Lyrik sowie anhand verschiedener Gattungen der mittelalterlichen Kunst, vornehmlich profaner Raumausstattungen, Tapisserien, sog. "Minnekästchen" etc. diskutiert. Auch wenn in der mittelalterlichen Kunst und Literatur die beiden Bereiche ‚profan’ und ‚sakral’ stark miteinander verwoben sind, haben sich spezifische Themen wie hövescheitâventiureminne, etc. entwickelt, bei denen gerade der interdisziplinäre Austausch spannende Einblicke in die höfische Kultur zu bieten verspricht.

Das Seminar wird von Prof. Dr. Sabine Sommerer (Kunstgeschichte) und Dr. Jan Glück, (Deutsche Philologie) gemeinsam angeboten. Studierende der Kunstgeschichte sind ebenso zur Teilnahme eingeladen wie Studierende der Deutschen Philologie.


Im Tutorium wiederholen und trainieren wir den Stoff der Einführungsseminare (und auf Wunsch auch der Vorlesung), üben intensiv das Übersetzen und besprechen Probeklausuren, damit Ihr die Klausur gut besteht und Spaß an diesem großartigen Bereich des Deutschstudiums bekommt. Das Tutorium ist für alle Einführungsseminare geeignet.
Bei Interesse bitte ich um Anmeldung an d.rischer@campus.lmu.de - natürlich sind aber auch spontane Besucher herzlich willkommen lächelnd.

Die erste Sitzung findet in der zweiten Vorlesungswoche statt.