Im Seminar sollen in Arbeitsgruppen eigenständig mehrmethodische Forschungsprojekte im Bereich der digitalen Kommunikationsforschung durchgeführt werden. Konkret steht die Kombination von Datenspenden und Stimulus-basierten Leitfadeninterviews im Fokus. Nach einer grundlegenden Einführung zu Datenspenden erheben die Studierenden eigenständig WhatsApp-Chatdaten, die sie selbst technisch aufbereiten und auswerten. Dafür wird zunächst eine quantitative Analyse exemplarisch durchgeführt. Im zweiten Teil des Seminars führen die Studierenden auf Basis der Datenspenden qualitative Leitfadeninterviews mit den Spender:innen durch und erlernen so, wie durch die Kombination verschiedener analytischer Zugänge der Erkenntnisgewinn vergrößert werden kann.
Die Studierenden erwerben im Seminar praktische Kompetenzen in der Planung und Durchführung empirischer Forschung, einschließlich Forschungsdesign, Datenerhebung, Auswertung und Ergebnisdarstellung. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragen der Forschungsethik, der Replizierbarkeit sowie auf den Prinzipien von Open Science. Darüber hinaus werden grundlegende technische Kompetenzen im Umgang mit Datenspende-Infrastrukturen und computergestützten sozialwissenschaftlichen Methoden (CSS) vermittelt.
Die Projekte sollen sich thematisch im Bereich der digitalen Kommunikation älterer Erwachsener bewegen. Die konkrete Fragestellung wird im Seminar gemeinsam festgelegt. Das Seminar ist als Forschungspraxis-Veranstaltung angelegt und richtet sich an Studierende, die Interesse an modernen, datenbasierten und mehrmethodischen Zugängen zur Kommunikations- und Medienforschung haben.
- Trainer/in: Martin Fischer
Das Modul setzt sich aus zwei Teilen zusammen: P 4.1 Theorien und theoretische Konzepte & P 4.2 Metaanalysen und Reviews. Studierende werden in die Lage versetzt, eigenständig Theorien und wissenschaftliche Publikationen auf fortgeschrittenem Niveau aufzuarbeiten und zu bewerten.
Dabei lernen sie sowohl, sich mit einzelnen Arbeiten und Ansätzen kritisch auseinanderzusetzen, als auch mit geeigneten Verfahren Struktur in eine größere Anzahl von Publikationen oder Theorien zu bringen und allgemeine Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Schließlich lernen sie auch, produktiv mit bisheriger Literatur und bestehenden Theorien umzugehen und auf ihrer Grundlage eigene Theorien zu erarbeiten. Die erworbenen Kompetenzen können dann insbesondere in der Literaturaufarbeitung und Theoriebildung im Rahmen der Masterarbeit angewendet werden.
Ein weiteres Ziel des Seminars ist es, die eigenständige – nicht KI-gestützte – Lektüre wissenschaftlicher Texte und Ideen-Generierung zu fördern.

- Trainer/in: Carsten Reinemann
Der Termin am Do, 16.7., 10-14 Uhr, findet in Raum 133 in der Oettingenstr. 67 statt.
Das Seminar wird sich inhaltlich mit hasserfüllten Inhalten auf Social Media beschäftigen. Grundlage ist die Annahme, dass auf Social Media (speziell: TikTok) Unterhaltungselemente dazu führen, dass Hass verschleiert und daher weniger gut erkennbar ist. Wir setzen uns aus theoretisch mit Literatur zu Unterhaltungserleben und zu der Wirkung "toxischer" Inhalte auseinander.
Im empirischen Teil des Seminars soll eine Sekundärdatenanalyse vorgenommen werden. Daten zu vier unterschiedlichen (aber ähnlichen) Experimenten sind vorhanden; im Seminar können dann zu diesen Daten Hypothesen entwickelt und in Kleingruppen verschiedene Schwerpunkte gelegt werden.
- Trainer/in: Diana Rieger
Digitale Medienumgebungen haben die Bedingungen interpersonaler
Kommunikation grundlegend verändert – und damit auch die Frage, wie
Beziehungen entstehen, wie sie gepflegt werden und wie aus ihnen
Vertrauen und Einfluss erwachsen. Millionen Menschen bauen über soziale
Plattformen Beziehungen zu Personen auf, denen sie nie begegnet sind,
teilen Persönliches mit weitgehend anonymen Netzwerken und orientieren
sich in Fragen des Alltags, des Konsums oder der Politik an digitalen
Stimmen, denen sie eine besondere Bedeutung zuschreiben. Dieses Seminar
fragt nach den theoretischen Grundlagen dieser Phänomene. Wir
erschließen die theoretische Landschaft zu interpersonaler
Kommunikation, Beziehungsentwicklung und -pflege sowie (interpersonalem)
Einfluss in digitalen Kontexten: von klassischen Konzepten wie
parasozialer Interaktion und dem Two-Step Flow bis hin zu aktuellen
Ansätzen zu Self-Disclosure, digitaler Intimität und Weiterentwicklungen
der Meinungsführerschaft in algorithmisch strukturierten
Öffentlichkeiten. Dabei versuchen wir, klassische Theorien mithilfe
systematischer Literaturanalysen weiterzudenken und auf neue
Online-Akteur:innen (z.B. politische Influencer:innen, Dating-Apps,
Podcaster:innen, KI-Anwendungen) anzuwenden. Die Studierenden lernen,
bestehende Konzepte kritisch zu analysieren, ihren Erklärungsgehalt für
digitale Kommunikationskontexte zu prüfen und sie auf dieser Basis
weiterzuentwickeln oder neu zu denken.

- Trainer/in: Sophia Rothut
Experience Sampling im digitalen Medienalltag: Situative und prozessuale Dynamiken der Mediennutzung
Media Multitasking gehört für viele Menschen zum Alltag – etwa wenn parallel gescrollt, gestreamt und gechattet wird. Doch wie wird diese Form der Mediennutzung eigentlich wahrgenommen, bewertet und erlebt? Und welche Rolle spielen soziale Normen und Erwartungen darüber, ob Media Multitasking als sinnvoll, normal oder problematisch gilt?
In diesem forschungsorientierten Seminar lernen die Studierenden die Experience Sampling Method (ESM) als fortgeschrittene empirische Methode zur Untersuchung von Mediennutzung im Alltag kennen und wenden sie im Rahmen eines eigenen Forschungsprojekts an. Gemeinsam konzipieren, präregistrieren und realisieren wir eine mehrtägige Smartphone-Studie, in der situative Mediennutzung, Media Multitasking und Nutzungserleben wiederholt im Alltag erfasst werden. Ein experimentelles Norm-Priming (z. B. positive vs. negative Normen zu Media Multitasking) ermöglicht es, zeitliche und prozessuale Dynamiken zu untersuchen: Verändert sich Mediennutzung über die Tage hinweg? Wirken normative Deutungsrahmen kurzfristig oder persistieren sie über wiederholte Nutzungsepisoden? Und wird ihre Bedeutung in konkreten Nutzungssituationen erneut salient?
Neben der methodischen Umsetzung (Studiendesign, Fragebogenentwicklung, Datenerhebung und Analyse intensiver Längsschnittdaten) werden zentrale forschungspraktische Aspekte wie Forschungsethik, Open Science, Präregistrierung und Replizierbarkeit vertieft. Das Seminar richtet sich an Studierende mit Interesse an Medienpsychologie, digitaler Mediennutzung und innovativen In-situ-Methoden und vermittelt praxisnah Kompetenzen zur eigenständigen Durchführung und Auswertung komplexer empirischer Studien.

- Trainer/in: Ulrike Schwertberger
Generative KI-Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini sind aus dem Alltag vieler Online-Nutzer*innen nicht mehr wegzudenken. Laut einer repräsentativen Umfrage (Oktober 2025) haben 65 % der Deutschen bereits generative KI genutzt – Tendenz steigend. Ein zentrales Nutzungsmotiv ist die „Informationssuche“. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive stellt sich dabei die Frage, was darunter konkret zu verstehen ist: Denn ein breiter Informationsbegriff umfasst neben Nachrichten und aktuellem Geschehen auch die Beschäftigung mit Hobbys und thematischen Interessen, die Lösung konkreter Probleme sowie soziale und gruppenbezogene Informationen.
Im Rahmen des Masterprojekts wollen wir uns zunächst mit den Bedingungen und Kontextfaktoren der Informationsnutzung mit generativen KI-Chatbots auseinandersetzen, um darauf aufbauend empirische Projekte zu entwickeln, die aktuelle Fragestellungen in diesem Bereich adressieren. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Wahrnehmung von Nutzer*innen sowie auf den damit zusammenhängenden Praktiken liegen.

- Trainer/in: Anna Sophie Kümpel-Unkel
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit dem Image von Journalist:innen, genauer gesagt mit dem Bild, dass das Publikum von Journalist:innen hat. Dieses Bild ist von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz, da es nicht nur die Auswahl und Verarbeitung von Medieninhalten auf individueller Ebene steuert, sondern auch die Beziehung zwischen Öffentlichkeit und Journalismus definiert. Methodisch werden wir eine quantitative Online-Befragung des Publikums durchführen, und dabei neben klassischen Survey-Elementen auch offene Fragen integrieren (z.B. „Top-of-mind-approach“), die inhaltsanalytisch ausgewertet werden. Um zu bestimmen, wie akkurat das Bild des Publikums von Journalist:innen ist, werden wir die erhobenen Daten in Kontext setzen mit Selbstauskünften von Journalist:innen, die wir aus Sekundärdaten der dritten Befragungswelle der Worlds of Journalism Study gewinnen.

- Trainer/in: Mia Grünewald

- Trainer/in: Lars Guenther
- Trainer/in: Charlotte Knorr
Das Masterprojekt beschäftigt sich damit, wie Informationsnutzung situativ gemessen werden kann. Angesichts sich immer weiter ausdifferenzierender Medienumgebungen und Nutzungsmuster wird es immer schwieriger, Informationsnutzung valide zu erfassen. Die permanente Verfügbarkeit von Informationen sowie die Vielzahl an Wegen, Informationen bewusst aufzusuchen oder auch unabsichtlich damit konfrontiert zu werden, hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Dies führt u.a. dazu, dass die Messung von Informationsnutzung über aggregierte Selbstauskünfte zunehmend ungenauer wird und an ihre Grenzen stößt, etwa wenn Befragte Auskunft über ihre Informationsnutzung in einem bestimmten Zeitraum geben sollen. Abhilfe können hier situative Messungen wie etwa das Experience Sampling schaffen, die direkt im Nutzungsalltag von Befragten ansetzen und so nicht nur ein genaueres Bild von Nutzungshäufigkeiten liefern, sondern auch die Erfassung von Merkmalen des jeweiligen Nutzungskontexts ermöglichen.
Im Seminar soll deshalb nach einer theoretischen Erarbeitung von Grundlagen der Informationsnutzung der Fokus auf der Auseinandersetzung mit den Methoden des Experience Samplings und des Tagebuchs liegen. Ausgehend von den erarbeiteten theoretischen Grundlagen entwickeln die Studierenden Forschungsfragen und Hypothesen, die sie im Rahmen eigenständiger Forschungsprojekte untersuchen. Das Thema des Masterprojekts ist bewusst breit gewählt, um den Studierenden die Möglichkeit zu bieten, thematische Schwerpunkte nach ihren Interessen zu wählen. Denkbar ist beispielsweise eine inhaltliche Fokussierung auf bestimmte Gruppen von Nutzenden (z.B. Jugendliche oder junge Erwachsene), bestimmte Arten von Informationen (z.B. gesundheitsbezogene) sowie der Einbezug spezifischer Aspekte wie etwa Nachrichten- oder KI-Kompetenz.
- Trainer/in: Larissa Leonhard
- Trainer/in: Ruth Wendt