Stuart Halls Werk hat die Kultur- und Religionswissenschaft nachhaltig beeinflusst und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtdiskursen in der Gesellschaft, aber auch explizit in der Wissenschaft geführt. In diesem Seminar lesen wir seine Arbeiten als Klassikertexte und reflektieren die theoretischen Grundlagen seines Denkens. Wir beschäftigen uns auch mit der Kritik an seinen Konzepten und diskutieren, ob und wie Halls Ansatz für die heutige Forschung weiterentwickelt werden kann.  


Ob TikTok-Videos, die Massentötungen zeigen, die Inszenierung von Detektiven als allwissend oder brennende Kirchen und geschändete Gräber: Religion und Verbrechen können in enger Wechselwirkung stehen, die durch mediale Darstellungen auf verschiedene Weise geformt wird. In diesem Seminar mit Tagungsbesuch steht das Verhältnis zwischen Religion, Medien und Kriminalität im Mittelpunkt: Was wird als gut und böse, richtig und falsch, schuldig und unschuldig verstanden? Wie werden Vergehen religiös legitimiert? Wie wird Verbrechen medial gezeigt? Wie wirken religiöse Deutungsmuster und Prozesse der Kriminalisierung zusammen bei der Konstruktion von Ordnung, Schuld und Unschuld? Welche Machtmechanismen werden durch das Zusammenspiel von Religion, Medien und Kriminalität stabilisiert oder herausgefordert, und welche politischen Implikationen ergeben sich daraus?

Religion und Macht sind auf vielfältige Weise miteinander verflochten. Dieses Seminar untersucht die Dynamiken, in denen religiöse Institutionen und Akteur:innen mit Machtstrukturen in Gesellschaft, Politik und Kultur interagieren. Im Zentrum stehen Fragen wie: Wie wird religiöse Autorität legitimiert? Welche Rolle spielt Religion bei der Stabilisierung oder Infragestellung von Machtverhältnissen? Wie äußert sich religiöse Macht im Vergleich zu politischer Macht? Und welche Bedeutung kommt dabei Medien und genderspezifischen Dimensionen zu?

Anhand theoretischer Texte, historischer wie aktueller Fallbeispiele setzen wir uns mit den Formen, Funktionen und Folgen von Macht in religiösen Kontexten auseinander. Ziel des Seminars ist es, ein kritisches Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Religion und Macht zu entwickeln und eigene Fragestellungen im Spannungsfeld von Religion, Autorität, Gesellschaft und Kultur zu formulieren.

Das Seminar umfasst die Lektüre theoretischer Texte sowie die Analyse von Fallbeispielen und medialen Darstellungen.


Familie gilt in vielen Kulturen und Religionen als zentrale soziale Institution, gewissermaßen als Keimzelle des sozialen Miteinanders. Zugleich ist sie historisch wandelbar, normativ umkämpft und gesellschaftlich hochgradig plural. In (medial vermittelte) Bildern verdichten sich solche normativen Konstruktionen, entweder als Idealvorstellung oder aber auch als Kontrastfolie. Sie lassen entscheidende Rückschlüsse darauf zu, welche Vorstellungen in Gesellschaften aussagbar und auch lesbar sind. 

Das interdisziplinäre Hauptseminar untersucht Familienbilder im Kultur- und Religionsvergleich aus religionswissenschaftlicher und ethischer Perspektive. Im Fokus stehen historische Entwicklungen von Familienkonzepten, unterschiedliche familiale Konstellationen (u. a. Kernfamilie, Großfamilie, Patchwork-, Ein-Eltern- und Wahlfamilien) sowie ihre religiösen Deutungen und kulturellen Rahmungen.

Anhand ausgewählter religiöser Traditionen, kultureller Kontexte und theoretischer Zugänge werden normative Vorstellungen von Familie analysiert und kritisch reflektiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf gegenwärtigen ethischen Debatten, etwa zu Geschlechterrollen, Elternschaft, Verantwortung, Macht und Vulnerabilität, Reproduktion und Care-Arbeit.


Dieses interdisziplinäre Seminar entsteht aus dem Dialog zwischen Assyriologie und Religionswissenschaft. Anhand einer Lektüre des Gilgamesch-Epos werden Motive der Religionsgeschichte hervorgehoben und religionswissenschaftliche Zugänge zu Grundfragen des Menschen vertieft. Das Seminar richtet sich an Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen, die sich mit einem wesentlichen Werk der Weltliteratur beschäftigen und es vor dem Hintergrund grundlegender Konzepte der Religionsgeschichte und der Religionswissenschaft vertiefen möchten.


Was machen Bilder mit ihren Betrachtenden? Wie wirkt ihre Materialität auf sie? Welche Kommunikationsprozesse entstehen um Bilder im Laufe ihrer Tradierung von einer Generation zur nächsten? Wie beeinflusst der Raum visuelle Kommunikation? Das sind einige der Fragen, die im Zentrum dieses Austausches zwischen Forschenden und Studierenden der Universität Bamberg und der LMU stehen.  In diesem Forschungsseminar, das allen Interessierten der Religionswissenschaft, Kunst- und Bildwissenschaft, Theologie und anderer Disziplinen offen ist, möchten wir Bilder vor Ort erfahren und uns über theoretische Ansätze und methodische Vorgehensweise in einem interdisziplinären, konstruktiven Ambiente austauschen.


In dieser Vorlesung wird der Raum als zentrales Thema der Religionswissenschaft erkundet. In einem ersten Teil vertiefen wir unterschiedliche Raumkonzepte entlang zentraler Linien der europäischen Religionsgeschichte. In einem zweiten Teil werden aktuelle Zugänge zu Raum als einer sozialen Praxis diskutiert. Diese religionshistorische und systematische Reflexion dient als Grundlage für die Analyse ausgewählter Fallbeispiele. Dabei werden wir uns mit räumlichen Praktiken in den Alpen, in Friedhöfe und in urbanen Kontexten beschäftigen. Sitzungen an der Uni werden mit „wandernden Vorlesungen“ in der Stadt München verbunden.