Das Forschungsseminar widmet sich zentralen Aspekten des kirchlichen Eherechts und schöpft dabei aus den reichen Beständen des Archivs des Erzbistums München und Freising. Anhand verschiedener Archivalien aus Mittelalter und Neuzeit werden Themen wie Eheschließung, Ehehindernisse und Ehedispens erarbeitet und diskutiert. Das Seminar ermöglicht somit die Anwendung eherechtlicher Prinzipien und Bestimmungen auf konkrete historische Situationen und Personen und gewährt zugleich faszinierende Einblicke in die Realitäten kirchlicher Rechtspraxis in früheren Jahrhunderten. Das Seminar verfolgt einen objektgeschichtlichen Ansatz, d.h. im Mittelpunkt stehen die Arbeit an und die Auseinandersetzung mit den deutsch- und lateinischsprachigen Archivalien, deren Bedeutung durch die Anwendung grundwissenschaftlicher, philologischer und rechtshistorischer Methoden erhellt werden soll. Die Veranstaltung findet im Lesesaal des Archivs des Erzbistums München und Freising statt, wo die zu bearbeitenden Dokumente aufbewahrt werden.  

In diesem Seminar wollen wir gemeinsam den ersten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth in der lateinischen Fassung des Hieronymus lesen, übersetzen und diskutieren. Der Bibeltext soll so in der sprachlichen Gestalt erleb- und verstehbar werden, die bis weit in die Neuzeit die Rezeption der Heiligen Schrift geprägt hat. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Text, der die berühmten Worte von "Glaube, Hoffnung, Liebe" enthält, bietet das Seminar so auch Gelegenheit, vorhandene Lateinkenntnisse aufzufrischen und sich das in der Lehre oft vernachlässigte nachklassische Latein der Bibel und der Kirchenschriftsteller anzueignen. Ausgewählte Passagen des Textes sollen außerdem direkt in (Digitalisaten von) herausragenden Bibelhandschriften studiert werden (Codex Amiatinus, Bibeln der Hofschule Karls des Großen, Touroner Alkuin-Bibeln etc.). Dadurch soll zum einen die Fähigkeit zum Lesen mittelalterlicher Handschriften geschult und zum anderen das Bewusstsein für die überragende kultur- und glaubensgeschichtliche Bedeutung der biblischen Textüberlieferung geschärft werden.  

Textgrundlage ist der Bibeltext der Stuttgarter Vulgata-Ausgabe von Weber und Gryson (5. Auflage 2007). Weiteres Arbeitsmaterial wird im Laufe des Semesters zur Verfügung gestellt.


Die Übung bietet einen vertieften Einblick in den Verkündigungsdienst der Kirche. Wichtige Themen werden anhand von Literatur und Quellentexten behandelt. Sie dient der Vertiefung und Ergänzung der Vorlesung Verkündigungsrecht. 

Der Dienst an Wort und Sakrament stellt wesentliche Aufgaben und Vollzüge der Kirche dar. Der Codex Iuris Canonici widmet beiden Rechtsmaterien die Bücher III und IV. Die Vorlesung beschäftigt sich mit dem Recht der Initiationssakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie) sowie mit zentralen Themen der rechtlichen Ordnung der kirchlichen Glaubensverkündigung. 

Die Lehrveranstaltung macht anhand von praxisnahen Aufgaben (Erarbeitung von Falllösungen und Kurzgutachten) mit typischen (und atypischen) Fragen und Problemen der kirchlichen Verwaltungspraxis vertraut. 

Pflichtübung gemäß § 4 Abs. 2 Ziff. 5 S. 1 Prüfungsordnung.