Das Seminar führt in zentrale Fragestellungen einer ökologisch und ökonomisch sensibilisierten Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kunstwerke in materielle, soziale und natürliche Zusammenhänge eingebunden waren: in die Verfügbarkeit und Wertigkeit von Rohstoffen, in Handels- und Austauschprozesse, in Werkstattpraxis, Auftrag und Konsum. Zugleich richtet sich der Blick auf ökosensible Lesarten frühneuzeitlicher Ikonografien, etwa auf Darstellungen von Landschaft, Pflanzen, Tiere, Jahreszeiten, Fruchtbarkeit, Knappheit oder Naturbeherrschung. An ausgewählten Beispielen aus Malerei, Skulptur, Druckgrafik und Kunstgewerbe erarbeitet das Seminar damit sowohl grundlegende methodische Zugänge als auch ein erstes Verständnis dafür, wie sich ästhetische Formen mit Umwelt- und Wirtschaftsordnungen verschränken.
Erwartet werden die Bereitschaft zur Lektüre deutsch- und englischsprachiger, mitunter auch längerer Texte sowie die regelmäßige und aktive Teilnahme.
- Учитель: Henry Kaap
- Учитель: Sophie Junge
Denkmäler und Mahnmale sollen erinnern, Sinn stiften und Geschichte sichtbar machen – doch sie sind selten unumstritten. Als Zeichen kollektiver Erinnerung stehen sie immer auch im Spannungsfeld politischer, gesellschaftlicher und kultureller Interessen. Gerade in München zeigen aktuelle Debatten, wie lebendig und konfliktreich Erinnerungskultur ist: Ob die Diskussion um ein neues Ludwig-II.-Denkmal, provisorische Erinnerungszeichen für den Widerstand in Neuhausen oder Wettbewerbe für Gedenkorte zu terroristischen Gewalttaten.
Monumente der Erinnerungskultur sind keine neutralen Zeugnisse, sondern Teil von Aushandlungsprozessen: Ihre Bedeutung wird von verschiedenen Gruppen geprägt, verändert sich im Lauf der Zeit und spiegelt das Denken einer Epoche. In einer Gegenwart, in der Denkmäler auch wegen postkolonialer oder politischer Kritik in Frage gestellt, umgedeutet oder abgebaut werden, will das Seminar ausdrücklich auch die kritischen Stimmen in den Blick nehmen.
Anhand ausgewählter Beispiele in München vom frühen 19. Jahrhundert bis heute untersuchen wir, wie Erinnerung gestaltet wird, welche Deutungen sich durchsetzen – und wie Form, Ort und Material die Gedächtnisleistung von Denkmälern prägen. Dabei bewegen wir uns im Stadtraum und treffen uns zu thematisch/lokal gruppierten Sitzungen jeweils vor Ort.
Neben der inhaltlichen Beschäftigung mit der Denkmalsthematik, die auch den methodischen Zugriff auf solche Objekte thematisieren möchte, werden wir Kenntnisse rund um das wissenschaftliche Arbeiten auffrischen bzw. vertiefen.

- Учитель: Gabriele Wimböck