
Wie entstehen Zugehörigkeiten? Was entscheidet über Identität sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung? Wann werden Unterschiede zwischen Menschen relevant? Welche Kategorien und Dynamiken formen Gesellschaften und Gemeinschaften?
Ausgehend von diesen Fragen behandelt die diesjährigen Ringvorlesung des Zentrums für Mittelalter- und Renaissancestudien (ZMR) „die feinen Unterschiede“ in Mittelalter und Renaissance. Analysiert werden soziale Unterscheidungsmerkmale wie Geschlecht, Alter und Status sowie (unter anderem) ihre kulturellen, religiösen, wirtschaftlichen und rechtlichen Dimensionen. Im Zentrum stehen dabei soziale Zuschreibungen und Kategorisierungen in Mittelalter und Renaissance sowie deren Verhandlung, Gebrauch und Missbrauch. Dazu gehört die Diskussion von Rechten und Privilegien ebenso wie damit verbundener Zuschreibungen und Konstruktionen von Macht und Handlungsspielräumen, die sich aus der gesellschaftlichen Position und Situierung Einzelner und Gruppen ableiten. In interdisziplinärer Perspektive wollen wir uns anhand der ganzen Bandbreite der am Zentrum für Mittelalter- und Renaissancestudien beteiligten Fächer diesem dynamischen Forschungsfeld widmen und den Blick auf Konzepte der Gender Studies, Intersektionalität, Sozialgeschichte, Gerontologie und Körpergeschichte richten.
- Trainer/in: Julia Burkhardt
- Trainer/in: Joanna Olchawa
- Trainer/in: Alexandra-Sophie Popst
Wie war das Verhältnis von Juden und Christen im mittelalterlichen „deutschen“ Reich? Welche Rolle haben Juden in der Entwicklung der mittelalterlichen Städte gespielt? Welche Beziehungen gab es zu den unterschiedlichen Gruppen der christlichen Gesellschaft, vom Kaiser bis hin zur Stadtbevölkerung? Auf Grund der engen Verflechtung der jüdischen mit der christlichen Gesellschaft werden wichtige Entwicklungen im Verhältnis von Juden und Christen sowie entscheidende Stationen in der Geschichte des „deutschen Reiches“ thematisiert. Daneben werden wichtige Aspekte des jüdischen Gemeindelebens vorgestellt: z.B. Selbstverwaltung, Konfliktregelung, Stellung der Frau, wirtschaftliche Betätigungsfelder.
- Trainer/in: Eva Haverkamp-Rott

Die Bischöfe von Passau waren im Spätmittelalter nicht nur geistliche Hirten ihres Bistums, sondern herrschten auch als Reichsfürsten über ein eigenes Territorium, das sogenannte Hochstift. In der Mitte dieser Herrschaft lag die Dreiflüssestadt Passau als wichtigster Teil des Hochstifts. Die Stadt wiederum stand im Zentrum eines weit ausgreifenden Netzes an Handelsrouten nach Böhmen, Ungarn, Italien und ins Heilige Römische Reich. Zwar profitierten Bischof und Stadt gemeinsam vom Handel, doch führte diese Konstellation auch zu zahlreichen Konflikten untereinander.
Anhand verschiedener Quellen und Forschungsdiskussionen untersucht das Seminar unter anderem die Funktion und Stellung des Fürstbischofs, die Organisation der Passauer Bürger oder die verschiedenen Konflikte innerhalb der Stadt und ihre Lösungsstrategien. Passau als internationales Handelszentrum und Bischofsstadt bietet ein ideales Feld, um die Verbindung verschiedener Räume und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Herrschaftsformen zu untersuchen. Zentrale Bestandteile des Kurses sind zudem die Vermittlung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der mittelalterlichen Geschichte sowie der wissenschaftlichen Propädeutik.
- Trainer/in: Philipp Laumer

| Die Übung vermittelt Wissen zu zentralen Probleme und Prozessen der Geschichte des Mittelalters. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Themen, die immer wieder Gegenstand von Examensaufgaben sind (etwa zentrale Ereignisse und Strukturen des fränkisch bzw. römisch-deutschen Reichs unter Karolingern, Ottonen, Saliern und Staufern, aber auch die Geschichte der Kreuzzüge, des Papsttums usw.). Abgesehen von der inhaltlichen Arbeit, die auch über die Erarbeitung und Präsentation von Gliederungen und Stoffsammlungen erfolgt und daher ein hohes Engagement aller Beteiligten voraussetzt, beschäftigen wir uns mit den Strategien einer möglichst zielgerichteten Vorbereitung auf mögliche Examensfragen und ihrer Beantwortung. |
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- Trainer/in: Markus Krumm

Die Übung vermittelt grundlegendes Wissen zur Epoche des Mittelalters auf Basis der aktuellen Forschung und orientiert an thematischen Feldern (z. B. Königtum, Kirche, personale Bindungen, religiöse Vielfalt, Bildung etc.). Ziel der Veranstaltung ist die Klärung grundsätzlicher Strukturen und Begriffe sowie übergreifender Zusammenhänge und Entwicklungen.
- Trainer/in: Markus Krumm
- Trainer/in: Julia Burkhardt

Der Basiskurs behandelt die Geschichte Roms im Mittelalter anhand ausgewählter thematischer Schlaglichter. Im Mittelpunkt stehen politische, religiöse und gesellschaftliche Entwicklungen zwischen Papsttum, Kaisertum und städtischem Leben sowie die Frage nach der Bedeutung Roms als Erinnerungs- und Herrschaftsraum. Die gemeinsamen Sitzungen arbeiten mit zentralen schriftlichen Quellen, die exemplarisch in ihre historischen Kontexte eingeordnet und kritisch analysiert werden (z.B. die Konstantinische Schenkung). Zugleich vermittelt der Kurs grundlegende Methoden und Arbeitsweisen der mittelalterlichen Geschichte sowie propädeutische Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. Ziel ist es, zentrale Strukturen und Wandlungsprozesse des Mittelalters sowie die Arbeitsweise der Mittelalterlichen Geschichte am Beispiel Roms exemplarisch zu erschließen.
Prüfungsformen im BA und LA (PO 2020/21 ): RE + HA
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik: RE + HA
- Trainer/in: John Hinderer

This course explores the social and political lives of urban inhabitants through the letters, complaints, and requests sent to urban councils as of the fourteenth century. Rather than treating municipal records only as instruments of government, we will ask how the act of writing directly to the council allowed different social groups to approach power, make claims, seek protection, accuse others, defend themselves, and negotiate their place within the social fabric of the city. A central aim of the course is to use these sources to reconstruct the different social groups that made up the medieval German city. We will consider citizens and non-citizens, women and men, Jews and Christians, artisans, servants, creditors and debtors, migrants, local elites, and people whose legal or social status was uncertain. Particular attention will be given to the question of voice: who appears in the archive, under what circumstances, and through which forms of mediation? Who could speak directly to urban authority, who needed intermediaries, and whose claims were filtered, translated, or ignored? By the end of the course, students will have gained familiarity with key questions in medieval urban history and with the use of correspondence as a source for studying social groups, institutions, and power.
- Trainer/in: Aviya Doron

Klöster waren im Mittelalter nicht allein Orte des Gebets und der religiösen Weltabkehr. Sie eröffneten Frauen zugleich Räume für Bildung, soziale Beziehungen, politische Einflussnahme und die Gestaltung gemeinschaftlichen Lebens. Der Basiskurs führt in die Geschichte monastischer Frauengemeinschaften ein. Zunächst werden unterschiedliche religiöse Lebensformen und Ordensverbände – darunter Benediktinerinnen, Zisterzienserinnen, Prämonstratenserinnen, Dominikanerinnen und Klarissen – sowie deren Regeln, institutionelle Strukturen und spirituelle Ideale behandelt. Anschließend untersuchen wir ausgewählte Gemeinschaften und Akteurinnen, etwa die Klöster Trebnitz, Doxan und Tulln sowie die mit ihnen verbundenen hochadeligen Frauen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach Frömmigkeit und Liturgie, Bildung und Schriftkultur, Memoria und Stiftungspraxis, wirtschaftlichen Grundlagen sowie den Beziehungen der Konvente zu Familien, Städten und Herrschaftsträgern. Anhand von Urkunden, Klosterregeln, liturgischen Handschriften, Heiligenleben und bildlichen Darstellungen fragen wir auch, welche Handlungsmöglichkeiten Frauen innerhalb klösterlicher Strukturen besaßen und wie sich diese historisch untersuchen lassen. Zugleich vermittelt der Kurs grundlegende Arbeitsweisen und Methoden der mittelalterlichen Geschichte.
- Trainer/in: Cynthia Stöckle

Beteten Mönche und Nonnen anders? Unterschieden sich ihre religiösen Ideale, ihre liturgischen Aufgaben und ihr klösterlicher Alltag – oder führen solche Fragen bereits zu einer allzu einfachen Gegenüberstellung der Geschlechter? Die Übung untersucht die Spiritualität mittelalterlicher Männer- und Frauengemeinschaften aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive. Im ersten Teil erarbeiten wir anhand grundlegender theoretischer und methodischer Texte zentrale Ansätze der Geschlechtergeschichte. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der historischen Veränderlichkeit von Geschlecht, mit Handlungsspielräumen sowie mit den Chancen und Grenzen binärer Vergleichsmodelle. Der zweite Teil widmet sich der gelebten Religiosität in Klöstern: Untersucht werden Stundengebet und Liturgie, Askese, Bildung und Lektüre, Heiligenverehrung, Memoria sowie Vorstellungen von Körper, Arbeit und Gemeinschaft. Im letzten Teil wenden wir die erarbeiteten Ansätze auf ausgewählte Männer- und Frauenkonvente an. Anhand liturgischer Bücher, Klosterregeln, Urkunden, Heiligenleben und weiterer Quellen vergleichen wir spirituelle Praktiken, ohne Unterschiede vorschnell allein auf das Geschlecht zurückzuführen. Die titelgebende „Battle of the Sexes“ dient somit nicht nur als Einladung zum Vergleich, sondern wird im Verlauf der Übung selbst kritisch hinterfragt.
- Trainer/in: Cynthia Stöckle

The Tudor monarchs count among the most colourful characters of the late medieval and early modern eras. Harbingers of a transitional period which witnessed remarkable cultural achievements in literature, music, architecture as well as intensified maritime warfare, they are well remembered for their striking silhouettes. Characterised by the grotesque size of ruffs, slashed, voluminous sleeves and bodices as well as form-fitted tights to show off shapely thighs, the fashion of 16th century Tudor England still manages to impress with its high recognition value and an unmistakeable visual vocabulary.
- Trainer/in: Alexandra-Sophie Popst
Die Übung widmet sich der Frage, wie die Menschen des europäischen Mittelalters Angst wahrnahmen, deuteten und gesellschaftlich verarbeiteten. Ausgehend von aktuellen Forschungsdebatten und neueren methodischen Zugängen untersucht die Veranstaltung unterschiedliche Erscheinungsformen kollektiver und individueller Ängste. Im Mittelpunkt stehen unter anderem apokalyptische Vorstellungen vom Ende der Welt, Dämonenglaube, Umweltkatastrophen und Krisenerfahrungen sowie soziale und politische Mechanismen der Ausgrenzung und Herrschaft durch Angst. Darüber hinaus werden die Wahrnehmung von Fremdheit, Krieg und Gewalt, frühe Hexendarstellungen sowie die Pest als unsichtbare Bedrohung behandelt. Den Abschluss bildet die Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Vorstellungen von Sterben und Tod. Ziel der Übung ist es, emotions- und mentalitätshistorische Perspektiven mit einer kritischen Quellenanalyse zu verbinden und so neue Zugänge zur mittelalterlichen Erfahrungswelt zu eröffnen.
- Trainer/in: Robert Friedrich
- Trainer/in: Robert Friedrich
Der erste Kreuzzug und die Etablierung der Kreuzfahrerherrschaften in interdisziplinärer Perspektive
- Trainer/in: Markus Krumm
- Trainer/in: Martin Vucetic
- Trainer/in: Bianca Gleißner
- Trainer/in: Isabel Kimpel
- Trainer/in: Tim Biber
- Trainer/in: Charlotte Ganz
- Trainer/in: Jan Glück
- Trainer/in: Sandra-Isabelle Körner
- Trainer/in: Jakob Redepenning
- Trainer/in: Karola Schlottke
- Trainer/in: Paul Schweitzer-Martin

