Selten erfuhr das Thema „Energie“ mehr Aufmerksamkeit als in den letzten Jahren. Als Reaktion auf ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen ging Energie nicht nur als zentrale Analysekategorie in die Geschichtswissenschaften ein, sondern etablierte sich auch als eigener Ansatz und Disziplin. Energiegeschichte ist dabei stark als interdisziplinäres Feld angelegt, da die Frage danach, wie Energie gewonnen und verwendet wird, für unterschiedliche historiographische Felder und Ansätze relevant ist - darunter die Sozial- und Umweltgeschichte. In der Übung befassen wir uns mit unterschiedlichen Energieträgern von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert (zum Beispiel Holz, Wasser, Kohle, Öl), nehmen aber auch längerfristige Entwicklungen wie den Wechsel von Energiesystemen in den Blick. Nicht zuletzt fragen wir nach der Fruchtbarkeit energiegeschichtlicher Ansätze für die Landesgeschichte.
Prüfungsform im BA und LA: RE
- Trainer/in: Laura Fuchs
Bayern und Österreich verfügten im Spätmittelalter über eine vielfältige Städtelandschaft: Neben Städten römischen Ursprungs sind frühmittelalterliche Bischofsstädte sowie spätere landesherrliche Neugründungen zu nennen. Im Basiskurs werden wir diese Städtelandschaften für den Zeitraum von ca. 1200 bis 1550, die Entwicklung ihrer Topographien, charakteristischer Bauwerke wie Institutionen vergleichend in den Blick nehmen, vom Fürstenhof bis zum Armenspital, von der bischöflichen Kathedrale bis zur Bettelordenskirche. Durch die Analyse vielfältiger Quellen sollen städtische Umwelterfahrungen, Raumeindrücke und akustisch-visuelle Wahrnehmungen der Zeitgenossen erschlossen und sich so den urbanen Lebensverhältnissen im Spätmittelalter angenähert werden. Anhand dieser Themen bietet der Basiskurs eine grundlegende Einführung in Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, des kritisch-reflektierten Umgangs mit historischen Quellen und in die Fachdisziplin der vergleichenden Landesgeschichte. Prüfungsformen im BA und LA (PO 2020/21 ): RE + HA Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik: RE + HA |
- Trainer/in: Barbara Schratzenstaller
- Trainer/in: Tassilo Soos

Vom Bauernkrieg über den Dreißigjährigen Krieg bis hin zu den Erbfolgekriegen des 18. Jahrhunderts: Die Frühe Neuzeit gilt als Epoche der Friedlosigkeit (J. Burkhardt). Kriege waren dabei nicht nur ein zentrales Mittel der Politik, sondern prägten auch ganze Gesellschaften. Doch bestand die Epoche ebenso aus Zeiten des Friedens. Mitten in Europa zwischen den großen politischen Polen der Zeit gelegen, haben diese beiden Zustände von Krieg und Frieden besonderen Einfluss auf die Geschichte Bayerns in der Frühen Neuzeit genommen. Nicht selten wurde das Kurfürstentum dabei Kriegsschauplatz oder Akteur, Gewinner oder Verlierer des Krieges – ebenso bedingten die Friedenszeiten eine Blüte von barocker Kunst und Kultur. Insbesondere Bayerns eigene Ambitionen und das Verhältnis zu Österreich, Frankreich und anderen Großmächten bedingte dabei die Dauer des jeweiligen Zustandes. Das Seminar möchte über die Ansätze der Neuen Militärgeschichte, der Neuen Diplomatiegeschichte, aber auch der Sozialgeschichte den Zusammenhängen von Krieg und Frieden – von Kriegsunternehmertum und Staatsbildung über Flucht und Verteilungskonflikte bis zu Kriegsursachen und Friedenstiftung – nachgehen.
Das Seminar ist verbunden mit einer mehrtägigen Exkursion nach Wien.
Prüfungsformen im BA und LA (PO 2020/21 ): RE + HA
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik: RE + HA
- Trainer/in: Tassilo Soos
This course offers an introduction to the history of Bavaria and its capital, Munich, from the Napoleonic era to the late twentieth century. Moving from the founding of the Kingdom of Bavaria in 1806 to the 1972 Olympic Games, students will engage with major turning points in Bavarian and German history.
A central aim of the course is to combine local and regional history with a broader understanding of Modern German and European history. Students will work with a range of primary sources, including diplomatic reports, records from the US occupation period, maps and photos.
The course is taught entirely in English; no proficiency in German is required. The programme includes guided walks and excursions in and around Munich — including a visit to the Dachau concentration camp memorial site — allowing students to connect historical themes directly with the places where they unfolded. Each student will deliver one oral presentation to the group.
The course is open to Erasmus and visiting students at all levels.
To register, please contact k.siemermann@lmu.de giving the following information: your name, your field of study, and the semester you are in.You will be informed about your admission. The course begins in the first week of the winter semester, 12 October 2026, Institute for Bavarian History, Ludwigstraße 14.
Prüfungsformen im BA und mod. LA: RE
- Trainer/in: Kathleen Siemermann
- Trainer/in: Tassilo Soos
Was bedeutete Toleranz in einer Epoche, die von konfessionellen Konflikten, religiöser Verfolgung und dem mühsamen Ringen um politische Ordnung geprägt war? Dieses Seminar nimmt den Begriff der Toleranz in der Frühen Neuzeit (ca. 1500–1800) kritisch in den Blick. Wie wurde Toleranz von Zeitgenoss:innen verstanden, und welche Unterschiede bestehen zwischen Toleranz, Duldung und Koexistenz? Anhand historischer Ereignisse aus dem bayerischen und europäischen Raum, darunter z.B. der Augsburger Religionsfrieden (1555) sowie Abhandlungen wie John Lockes „A letter concerning toleration“ (1689), erarbeiten wir theoretische Grundlagen und üben zentrale Methoden der historischen Quellenarbeit.
Prüfungsformen im Master und GSP: RE
- Trainer/in: Kathleen Siemermann
Zur Diskussion gestellt werden Abschlussarbeiten und aktuelle Forschungen der vergleichenden Landesgeschichte des Mittelalters. Vorträge auswärtiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzen die Seminarinhalte. Im Zentrum steht immer die Quellenanalyse und -interpretation. Um persönliche Anmeldung wird gebeten.
Prüfung BA-Kurs: RE
- Trainer/in: Christof paulus
VK Bayern um 500. Kontinuitäten und Brüche – Interdisziplinäre Zugänge (gemeinsam mit Bernd Päffgen)
Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn bis SOSE 2020): KL + RE + HA Prüfungsformen im BA, LA und Master (Studienbeginn ab WISE 2020/21): RE + HA Prüfungsformen im MA und GSP : RE + HA |
- Trainer/in: Christof paulus
- Trainer/in: Emma Schweier
- Trainer/in: Alina Zöttl
Das Spätmittelalter wusste glanzvoll zu feiern. Letztlich waren die Feste anspielungsreiche Inszenierungen, die es historisch zu analysieren gilt. Große Bekanntheit erreichte nicht zuletzt die Landshuter Hochzeit 1475. Die Amberger Hochzeit ein Jahr zuvor – die innerwittelsbachische Eheschließung Margaretes, der Tochter Herzog Ludwigs des Reichen von Bayern-Landshut, mit dem pfälzischen Kurprinzen Philipp – steht hingegen etwas im Forschungsschatten. Im Seminar werden wir uns diese Hochzeit in ihren Bedeutungs- und Inszenierungsfacetten erschließen und sie vergleichend in ihre europäischen Bezüge einordnen. Teilweise findet die Veranstaltung im Blockformat statt. Das Seminar ist eingebettet in den Veranstaltungszyklus „Landesgeschichte und symbolische Kommunikation“.
Prüfungsformen im BA und LA (PO 2020/21 ): RE + HA
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik: RE + HA
- Trainer/in: Christof paulus
- Trainer/in: Emma Schweier
- Trainer/in: Alina Zöttl
Die Vorlesung gibt einen Überblick zu zentralen Fragestellungen der frühmittelalterlichen Landesgeschichte. Im Zentrum jeder Vorlesungseinheit steht jeweils ein Forschungsproblem oder -komplex bzw. auch ein Desiderat, um die Hörerinnen und Hörer zu eigenen Studien anzuregen. Zudem werden neue methodische Zugänge zur vor allem bayerischen Geschichte erprobt, so dass am Ende der Vorlesung, die dann auch durch ein systematisches Register erschlossen werden kann, ein Bild der Jahrhunderte zwischen ca. 500 und 900 mit ihren Problemfeldern und historischen Herangehensweisen entsteht.
Prüfungsform im BA und mod. LA (Studienbeginn bis SOSE 2020): KL
keine Prüfung im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21)
keine Prüfung im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik
- Trainer/in: Christof paulus
- Trainer/in: Emma Schweier
- Trainer/in: Tassilo Soos
- Trainer/in: Alina Zöttl
Unter dem Herzog Tassilo III. erlebte das bayerische Stammesherzogtum eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte, bevor es im dramatischen Konflikt mit Karl dem Großen seine Eigenständigkeit verlor. Diese Übung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen herzoglicher Machtpolitik und dem karolingischen Großreich, erschließt die Quellen der Zeit auch für kulturgeschichtliche Fragen (Salz) und beschäftigt sich mit der strategischen Rolle der frühmittelalterlichen Kirche.
Die Veranstaltung ist Teil des Zyklus „Wege Bayerns“. Im Zentrum stehen zentrale lateinische Schlüsseldokumente der Epoche: Reichsannalen, Traditionsbücher und Synodalbeschlüsse.
Besonderes methodisches Profil: Lateinkenntnisse sind keine Voraussetzung! Wir werden in dieser Übung innovative digitale Wege gehen und Künstliche Intelligenz (KI) als Werkzeug nutzen, um uns die lateinischen Originaltexte gemeinsam zu erschließen, Rohübersetzungen kritisch zu hinterfragen und das klassische geschichtswissenschaftliche Handwerk mit Digital History zu verknüpfen.
Prüfungsform im BA und LA: RE
- Trainer/in: Matthias Kuhn
- Trainer/in: Tassilo Soos
Zwischen den mächtigen Familien der Salier, Staufer und Welfen spielten auch die Babenberger als zeitweilige bayerische Herzöge eine zentrale Rolle in der deutschen und europäischen Geschichte des Hochmittelalters. Das Seminar beleuchtet das 12. Jahrhundert in Bayern als eine Zeit des Wandels: Zentral wird die Familie der Babenberger sein mit Leopold III. und seinen Kindern, dem Bischof Otto von Freising, Herzog Heinrich Jasomirgott und seiner Ehefrau der byzantinischen Prinzessin Theodora Komnena. Aber nicht nur herrschaftlich änderte sich in dieser Zeit einiges. Im 12. Jahrhundert befinden wir uns in der Zeit der Klimaveränderungen, der Kreuzzüge und einer Bildungsrevolution. All diese Dynamiken wollen wir uns gemeinsam erarbeiten.
Eingebettet in den Veranstaltungszyklus „Landesgeschichte und symbolische Kommunikation“ widmet sich das Seminar zentralen Metathemen der Mediävistik: Wie funktionierten konsensuale Herrschaft, symbolische Kommunikation und Ritualdynamik im Hochmittelalter? Welche Rolle spielten Familie, Verwandtschaft sowie Ehre und Rang für das entstehende dynastische Bewusstsein? Wie beeinflussen externe Veränderungsprozesse Weltwahrnehmung und -deutung?
Der Basiskurs vermittelt quellennah grundlegende Kompetenzen der mediävistischen Grundwissenschaften und der bayerischen wie vergleichenden Landesgeschichte.
Prüfungsformen im BA und LA (PO 2020/21 ): RE + HA
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik: RE + HA
- Trainer/in: Matthias Kuhn
- Trainer/in: Tassilo Soos