Das Seminar startet mit einer kompakten Einführung in das grundlegende Verhältnis von Journalismus und Werbung. Wir beleuchten diese Beziehung aus medienökonomischer sowie (organisations-)soziologischer Perspektive der Journalismusforschung und diskutieren die zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen Werbung, PR und Journalismus. Unser Fokus liegt im Seminar auf einer zentralen Institutionalisierung der wachsenden Verschränkung von Journalismus und Werbung dar: hauseigene Brand Studios von Medienunternehmen, in denen journalistische Expertise genutzt wird, um hybride Werbeformen wie Native Advertising für Werbetreibende zu produzieren. Kern des Kurses ist die Durchführung einer empirischen Studie: Mittels qualitativer Inhaltsanalyse untersuchen wir, wie sich die Brand Studios einflussreicher deutscher Medienunternehmen auf ihren Websites positionieren, welche Leistungen und Charakteristika sie hervorheben und wie sie ihre Beziehung zu der journalistischen Seiten Nachrichtenmedien beschreiben, in die sie eingebettet sind.


Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich für Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit zu engagieren. In jüngerer Vergangenheit hat zudem der Druck zugenommen, zu kontrovers diskutierten Themen Stellung zu beziehen. Corporate Social Advocacy (CSA) kann zur Legitimation von Unternehmen beitragen und deren Wahrnehmung sowie wirtschaftlichen Erfolg beeinflussen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch von wem. Auf Basis der CSA-Forschung und verwandter Konzepte sowie aufbauend auf dem Personalisierungskonzept untersuchen wir mithilfe eines Experiments, wie sich CSA von verschiedenen Absendern (z. B. dem Unternehmen selbst, dem/der CEO oder einer Pressesprecherin) auf die Wahrnehmung von und die Einstellung gegenüber einem Unternehmen auswirkt. Dabei werden wir die Grundlagen experimenteller Forschung erarbeiten, eigene Forschungsfragen und Hypothesen entwickeln und entsprechende Untersuchungsdesigns entwerfen. Anschließend führen wir die Experimente durch und werten die erhobenen Daten gemeinsam aus.

Public debates about knowledge in democracies are dominated by a single, relentlessly negative storyline: misinformation, disinformation, conspiracy theories, declining trust in experts: it is focused almost exclusively on deficiencies, disorder, dark tendencies of what should be informed citizenship. This seminar starts from a different premise: that framing citizens primarily as epistemically deficient or endangered is not only analytically insufficient, but also politically and normatively problematic. It blinds us to what actually matters about how people live their informational lives.

Instead, this seminar takes a positive, emancipatory starting point: What does it mean for citizens to be able to act and perceive themselves as informed citizens? What could it even mean to experience epistemic wellbeing? To feel capable, self-directed, and socially connected in how they navigate information, form beliefs, and make sense of the world? This question draws on a developing research project at, which develops Epistemic Wellbeing as a multi-dimensional construct grounded amongst others in Self-Determination Theory (Ryan, Huta & Deci, 2008): epistemic autonomy, epistemic competence, and epistemic connectedness.

Methodologically, the seminar works with semi-structured qualitative interviews, analysed using Thematic Analysis (Braun & Clarke) and OpenQDA. Students work in small groups and develop their own research questions within the conceptual framework. To make findings comparable and cumulative, groups are organised around one of the three core dimensions. Within their dimension, groups have full freedom to define their specific research question, interview focus, and empirical profile.

Note for exchange students: The seminar is taught entirely in English. All readings, sessions, and written work are in English. German-language sources may be used in the literature review where appropriate.


Social Media Plattformen haben neue Formen medial vermittelter Beziehungen hervorgebracht. Insbesondere Content Creator*innen und Social Media Influencer*innen (SMIs) treten zugleich als öffentliche Persönlichkeiten und scheinbar nahbare Bezugspersonen auf, während ihr Publikum nicht nur rezipiert, sondern auch direkt interagieren kann. Dadurch entstehen Beziehungskonstellationen zwischen parasozialer und sozialer Beziehung, die klassische kommunikationswissenschaftliche Konzepte herausfordern. Solche Bindungen werden häufig über das Konzept parasozialer Beziehungen beschrieben (Horton & Wohl, 1956; Boerman & van Reijmersdal, 2020; Farivar et al., 2021). Aktuelle Arbeiten zeigen jedoch, dass diese Perspektive im Kontext sozialer Medien nur eingeschränkt greift (z. B. Harff et al., 2025; Lou, 2022). Das Seminar untersucht aus wissenschaftlicher Perspektive, wie Beziehungen zwischen SMIs und ihrer Community wahrgenommen, gestaltet und ausgehandelt werden. Es ist als empirisches Forschungsprojekt angelegt: Studierende entwickeln Forschungsfragen, planen und realisieren eigene Forschungsprojekte und werten diese aus.

Von Twilight über Wonder Woman bis hin zum 2023 erschienenen Barbie-Spielfilm: Gender und die damit verbundenen Annahmen über Rollenverständnisse und Beziehungsformen waren seit jeher Gegenstand filmischer Auseinandersetzungen. Dabei unterlag der Feminismus in der popkulturellen Debatte einem deutlichen Bedeutungswandel. Lange Zeit als „Männerhass“ diffamiert, gewannen insbesondere neoliberale Feminismusverständnisse an Zuspruch, die das Bild der unabhängigen, selbstbestimmten Businessfrau propagieren. Diese Perspektiven stehen jedoch in der Kritik intersektionaler Ansätze, die die Fokussierung auf privilegierte Lebensrealitäten problematisieren und stattdessen das Zusammenwirken struktureller Ungleichheiten wie Sexismus, Rassismus und Klassismus in den Mittelpunkt stellen.

In diesem Kurs setzen wir uns mit einer solchen kritischen Perspektive auseinander und analysieren vor diesem Hintergrund mediale Repräsentationen in Fiction-Filmen. Leitende Fragen des Kurses sind dabei: Was bedeutet intersektionaler Feminismus? Welche gesellschaftliche Rolle spielen mediale Diskurse über Feminismus? Und wie lassen sich mediale Repräsentationen aus einer intersektional-feministischen Perspektive untersuchen?

Methodisch orientieren wir uns an der Kritischen Diskursanalyse nach Machin und Mayr und fragen, wie soziale Machtverhältnisse in medialen Repräsentationen stabilisiert oder infrage gestellt werden. Ein zentrales Anliegen der Kritischen Diskursanalyse ist die Reflexion der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse sowie der daraus resultierenden Privilegien. Entsprechend befassen wir uns im Kurs nicht nur mit Medieninhalten, sondern auch mit dem Forschungsprozess selbst und der Rolle der*des Forschenden darin. Diese Perspektiven setzen die Studierenden in eigenen empirischen Forschungsprojekten um.

Einige der im Kurs behandelten Texte sind in englischer Sprache verfasst. Grundlegende Englischkenntnisse sowie die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Fachliteratur werden daher vorausgesetzt.


Öffentliche Debatten um Meinungsfreiheit, Political Correctness und Cancel Culture sind meist emotional aufgeladen und von gesellschaftlichen Konfliktlinien geprägt. Doch wie erleben Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen diese Diskussionen selbst – und welche Erfahrungen prägen ihr Sprechen oder Schweigen? Aus welchen Gründen neigen sie dazu, sich selbst zu „silencen“ oder möchten andere zum Schweigen bringen? Und unterscheiden sich diese Gründe in verschiedenen Gruppen?

Zu diesem Thema gibt es bislang nur wenig Forschung, die zudem meist quantitativ angelegt ist; tiefgehende Einblicke in die Hintergründe individueller Wahrnehmungen fehlen weitgehend. In diesem Seminar stehen daher qualitative Methoden im Vordergrund: Die Studierenden entwickeln Interviewleitfäden und führen eigene leitfadengestützte Interviews mit Menschen durch, die verschiedenen sozialen Gruppen angehören – z.B. verschiedene Geschlechter, politische Einstellungen, sexuelle Orientierungen oder Herkünfte.

Durch die Analyse und den Vergleich dieser Interviews soll sichtbar werden, wie soziale Identitäten möglicherweise Erfahrungen von Meinungsfreiheit, Silencing und Redebereitschaft beeinflussen können – und was dies über aktuelle Kommunikationskulturen verrät. Die Studierenden arbeiten in Teams an den Interviews mit den jeweiligen sozialen Gruppen und gewinnen so unmittelbare Einblicke in die Perspektiven, die hinter der emotional aufgeladenen Debatte stecken.


Der Klimawandel, seine Folgen und Maßnahmen, ihm entgegenzutreten, haben trotz etablierter wissenschaftlicher Evidenz im Zeitverlauf verschiedene gesellschaftliche Relevanz erfahren. Als journalistisches Thema genießt der Klimawandel seit den 1980er Jahren Aufmerksamkeit. An Relevanz gewonnen hat das Thema vor allem im Kontext von Klimastreiks – es landete prominent auf politischen, medialen und öffentlichen Agenden. Während der COVID-19 Pandemie trat es dann allerdings in den Hintergrund. Aktuell führen mehrere Ereignisse zu einem zunehmenden öffentlichen Klimaskeptizismus – oft vorangetrieben von rechten/konservativen politischen Parteien (auch Trump in den USA). In diesem Kontext werden dann häufig Desinformationen gestreut. Die Lehrveranstaltungen wird diese Gedanken aufgreifen und möchte sich näher im Kontext der Klimawandelkommunikation bewegen – sich dabei mit dem Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Evidenz, Skeptizismus und Desinformation beschäftigen. Dazu wird die entsprechende bisherige Literatur aufgearbeitet, ein theoretischer Rahmen gewählt und Forschungsfragen formuliert. Diese werden dann in ein Forschungsdesign und -instrument überführt, Daten erhoben und schließlich ausgewertet.

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend als Unterstützung für redaktionelle Tätigkeiten im Lokaljournalismus entwickelt und eingesetzt. Vor diesem Hintergrund ist eine Analyse der Wahrnehmung von Journalistinnen und Journalisten sowie ihrer KI-Kompetenz von entscheidender Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund des Potenzials von KI journalistische Produktions- und Distributionsprozesse innerhalb von Redaktionen nachhaltig zu verändern (Beckett & Yaseen, 2023).

In diesem Seminar werden die Wahrnehmungen der Vor- und Nachteile von KI durch Lokaljournalistinnen und -journalisten sowie ihre Kompetenz im Umgang mit KI untersucht. Dazu sollen insbesondere Interviews in Deutschland durchgeführt werden. Einen Bezugspunkt bildet das Technology Acceptance Model (TAM) (Marangunić & Granić, 2015), um dieses bislang wenig erschlossene Forschungsfeld im Kontext des Lokaljournalismus zu analysieren.


Wie die Darstellung der eigenen soziale Gruppe in den (digitalen) Medien wahrgenommen wird, kann verschiedene Folgen haben für die betreffenden Personen und die demokratische Gesellschaft. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht wirft das einige Fragen auf, die bislang wenig Beachtung fanden: Warum nutzen Menschen mediale Inhalte (z.B. Podcasts), die ihre eigene Gruppe repräsentieren und welche Folgen hat das? Welche medialen Ereignisse sind besonders prägend für ihre wahrgenommene Repräsentation? Wie gehen Menschen damit um, wenn ihre Gruppe als zu wenig, unzutreffend oder genau richtig repräsentiert empfunden wird? Und was bringt Menschen dazu, selbst prosozialen digitalen Aktivismus zu Gunsten ihrer Gruppe zu betreiben, um deren Repräsentation in den Medien und der Gesellschaft zu erhöhen?

Im Seminar werden wir uns mit einigen dieser Fragen beschäftigen. Dabei fokussieren wir verschiedene Formen von Neurodiversität und Persönlichkeit. Dazu werden wir zunächst den relevanten Forschungsstand aufarbeiten und zentrale Fragestellungen ableiten. Darauf aufbauend werden wir ein empirisches Projekt entwickeln, durchführen und auswerten.