Die Texte der Urgeschichte (Gen 1–11) zählen zu den theologisch anspruchsvollsten und wirkmächtigsten des Alten Testaments. Sie führen nicht nur in aktuelle Debatten (von Kreationismus bis Erbsündenlehre), sondern waren und sind Gegenstand einer vielgestaltigen und verzweigten Auslegungsgeschichte. Insbesondere in der altkirchlichen Auslegung wurden dabei Weichen gestellt, die die kirchliche Lehrentwicklung zu entscheidenden Fragen wie z.B. dem Gottes- oder Menschenbild tiefgreifend prägte und  die Rezeption bis in die gegenwärtigen Debatten hinein beeinflusst.

Im Seminar werden Texte aus Gen 1–11 und ihre historische Pragmatik analysiert und einschlägige Beispiele aus der altkirchlichen Auslegung diskutiert: Wie haben Autoren wie z.B. Augustin oder Gregor von Nyssa die Texte verstanden? Welche theologischen Fragen wurden an ihnen diskutiert? Was prägte ihre (und was prägt unsere) Textwahrnehmung?