In den 1950er und 1960er Jahren setzten sich Autor:innen, Künstler:innen sowie Philosoph:innen mit Themen auseinander, die heute im Kontext der Anthropozäntheorie als Ursachen der gegenwärtigen planetaren Krise diskutiert werden. Vom wissenschaftlichen Fortschritt bis hin zur technischen Apokalypse, vom Wirtschaftswunder bis zur Ressourcenkrise verhandeln ihre Werke zentrale Fragen der sogenannten Großen Beschleunigung – lange bevor der Begriff geprägt wurde, aber genau zu jenem historischen Zeitpunkt, als sich diese ökologisch destruktiven Tendenzen zu entfalten begannen.
Im Seminar analysieren wir literarische, philosophische und essayistische Texte im Wechsel, u.a. von Max Frisch, Bertolt Brecht, Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann, Hannah Arendt, Günther Anders. Wir werden uns nicht nur mit inhaltlichen Schwerpunkten wie Technik- und Wissenschaftskritik, Atomenergie, Industrie und Wirtschaftswachstum auseinandersetzen, sondern auch die ästhetischen Aspekte und literarischen Formen ihrer Darstellungen beleuchten. Dabei kombinieren wir unterschiedliche literaturwissenschaftliche Verfahren und experimentieren mit interaktiven und kollaborativen Methoden im Unterricht.
- Profesor: Elisa Mazzocato