Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde die Erde selbst zum Gegenstand globaler Wissensproduktion. Die Übung analysiert, wie wissenschaftliche Architekturen, technische Apparaturen und öffentliche Demonstrationen globale Vorstellungen von Raum, Zeit und Planetarität formten. Im Zentrum stehen die materiellen, visuellen und performativen Praktiken, durch die Wissen über die Erde erzeugt, zirkuliert und politisch wirksam wurde — häufig unter asymmetrischen globalen und kolonialen Bedingungen. Dieser Kurs verbindet ideen-, umwelt- und wissenschaftshistorische Ansätze mit raum- und infrastrukturanalytischen Perspektiven der Globalgeschichte und reflektiert deren jeweiligen methodischen Möglichkeiten und Grenzen.