Die Computational Literary Studies (CLS) haben sich in den letzten Jahren als eigen-ständiges Forschungsfeld etabliert, das literaturwissenschaftliche Fragestellungen mit quantitativen und computergestützten Verfahren verbindet. Dabei geht es um weit mehr als den Einsatz digitaler Werkzeuge: Datenförmigkeit, statistische Modellierung und zunehmend auch große generative Sprachmodelle stellen grundlegende Fragen an literaturwissenschaftliche Erkenntnisprozesse. Wie verhalten sich statistische und interpretative Methoden zueinander? Welche Rolle spielen literaturtheoretische Annahmen, wenn Texte als Daten modelliert werden? Und was bedeutet es für uns, wenn Sprachmodelle Gedichte „verstehen" oder Gattungen klassifizieren?
Das Proseminar bietet einen Einstieg in die Diskurse, Formate und Modelle der CLS. In Hands-On-Phasen erproben wir Schritt für Schritt ausgewählte Tools und Methoden der computergestützten Textanalyse. Am Ende nehmen Sie eine Art digitalen Methodenwerkzeugkoffer mit, den Sie für Ihr weiteres Studium und eigene Forschungsfragen einsetzen können.
- Teacher: Rabea Kleymann