Daten sprechen nicht für sich, sondern müssen erzählt werden. In den Digital Humanities gewinnt daher die Frage, wie mit Daten und Algorithmen kommuniziert und visualisiert wird, zunehmend an Bedeutung. Denn die Art und Weise, wie Daten erzählt werden, bestimmt maßgeblich mit, welche Erkenntnisse sichtbar werden und welche im Verborgenen bleiben. Zugleich stellt sich die Frage, wie datenbasierte und algorithmische Verfahren ihrerseits tradierte Erzählweisen und Narrative verändern. So ist nicht nur von einer „Krise der Narration" die Rede, sondern auch von einer neuen „algorithmic narrativity" in Zeiten großer generativer Sprachmodelle.
Das Seminar verbindet diese beiden Perspektiven. Ausgehend vom Erzählen als anthropologischer Konstante werden wir uns zunächst mit den Grundlagen der klassischen Erzähltheorie beschäftigen. Darauf aufbauend nehmen wir dann Formen des datenbasierten Erzählens und der Datenvisualisierung in den Blick: Wie werden Daten eigentlich narrativ aufbereitet? Welche rhetorischen und visuellen Strategien kommen dabei zum Einsatz? Was bedeutet eigentlich Datastorytelling? Das Seminar widmet sich so aktuellen Diskursen um neue algorithmische Erzählformen sowie der Frage, ob und inwiefern generative KI-Systeme das Ende oder die Transformation narrativer Praktiken markieren.
- Trainer/in: Rabea Kleymann