Herrscherurkunden zählen zu den wichtigsten Quellen für die mittelalterliche Geschichte, denn sie lassen einen sehr direkten Blick auf Regierungspraktiken und soziale Interaktionen zu. Mit Urkunden konnten Herrschende beispielsweise ihren Untergebenen Rechte und Privilegien gewähren, ihnen Befehle erteilen, Gerichtsurteile dokumentieren oder Erklärungen über geltendes Recht abgeben. Dafür bot sich vor allem im Spätmittelalter eine Vielzahl an verschiedenen Formen an: Vom reich verzierten feierlichen Privileg auf kostbarem Pergament bis hin zum fast schmucklosen Brief auf einem Papierzettel. Die Diplomatik (Urkundenlehre) ist daher ein unerlässliches Instrument zur Entschlüsselung und Interpretation herrscherlicher Politik. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht zuletzt auch gefälschte Urkunden aufspüren.

Am Beispiel der Urkunden aus der Kanzlei des römisch-deutschen Königs und Kaisers Sigismund von Luxemburg (1410/1411–1437) sollen in der Übung Grundfertigkeiten im Umgang mit spätmittelalterlichen Urkunden, wie etwa das Lesen der mittelalterlichen Schriften oder die Kritik der äußeren und inneren Merkmale und Formalia vermittelt werden, ebenso wie die Fähigkeit, diese Urkunden zu interpretieren und in ihren jeweiligen Entstehungskontext einzuordnen. Dies wird unter anderem bei Schreiben von Regesten (Zusammenfassungen) erprobt werden.


Die Übung vermittelt Wissen zu zentralen Probleme und Prozessen der Geschichte des Mittelalters. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Themen, die immer wieder Gegenstand von Examensaufgaben sind (etwa zentrale Ereignisse und Strukturen des fränkisch bzw. römisch-deutschen Reichs unter Karolingern, Ottonen, Saliern und Staufern, aber auch die Geschichte der Kreuzzüge, des Papsttums usw.). Abgesehen von der inhaltlichen Arbeit, die auch über die Erarbeitung und Präsentation von Gliederungen und Stoffsammlungen erfolgt und daher ein hohes Engagement aller Beteiligten voraussetzt, beschäftigen wir uns mit den Strategien einer möglichst zielgerichteten Vorbereitung auf mögliche Examensfragen und ihrer Beantwortung.

Die Übung vermittelt grundlegendes Wissen zur Epoche des Mittelalters auf Basis der aktuellen Forschung und orientiert an thematischen Feldern (z. B. Königtum, Kirche, personale Bindungen, religiöse Vielfalt, Bildung etc.). Ziel der Veranstaltung ist die Klärung grundsätzlicher Strukturen und Begriffe sowie übergreifender Zusammenhänge und Entwicklungen.

Die Übung bietet eine grundlegende Einführung in zentrale Fragestellungen, Konzepte und Methoden der Gender Studies. In den ersten Sitzungen erarbeiten wir gemeinsam den theoretischen und methodischen Rahmen des Fachs: Welche Perspektiven auf Geschlecht haben sich historisch entwickelt? Welche Forschungsansätze prägen die Gender Studies heute, und wie lassen sich diese kritisch diskutieren? Auf Grundlage ausgewählter theoretischer Texte setzen wir uns dialogisch und analytisch mit diesen Fragen auseinander.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wenden wir die erarbeiteten Methoden auf mittelalterliche Fallbeispiele an. Dabei untersuchen wir, wie Geschlechterrollen, Körperkonzepte und soziale Ordnungen im Mittelalter konstruiert und verhandelt wurden und welche Erkenntnisse die Gender Studies für das Verständnis vormoderner Gesellschaften bieten. Die Kombination aus theoretischer Fundierung und historischer Anwendung ermöglicht es den Teilnehmenden, sowohl das methodische Instrumentarium als auch die interpretativen Potenziale der Gender Studies kennenzulernen und kritisch zu reflektieren.

Die Übung richtet sich an Bachelor- und Lehramtsstudierende und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Interesse an theoretischer Lektüre (auch englischsprachig) und aktiver Diskussion wird jedoch ausdrücklich begrüßt.


Die Reformer des Spätmittelalters wollten zurück zu einem geregelten, enthaltsamen, gleichförmigen Klosterleben. Das konnte den Fleischverzehr betreffen, aber auch die Qualität des Gesangs oder strikte Zeiten für Gebet, Meditation und Schlaf. In der Übung fragen wir anhand ausgewählter Quellen danach, worin dieses geregelte Leben genau bestand und wie es beobachtet, überwacht und kontrolliert wurde. Die Mönche mögen manchmal schläfrig gewesen sein – aber eigentlich waren sie zu konsequenter Wachsamkeit und gegenseitiger Beobachtung angehalten.