Fakten haben es im öffentlichen Diskurs zurzeit gerade nicht so leicht. Der PR wird nun schon immer vorgeworfen, dass die Produktion 'faktenfreier' Realitäten quasi ihr ureigenes Geschäft sei. Und in der Tat: Aktuell ist schon die Rede von der "post-truth-PR“. Brechen mit dem post-faktualen Zeitalter also goldene Zeiten für PR an? PR ist aber darauf angewiesen, dass ihre Botschaften als reliable, glaubwürdig, plausibel, wahrhaftig, valide etc. wahrgenommen werden, wenn sie Wirkung haben will. Sie ist z.B. darauf angewiesen, dass Journalisten ihr vertrauen. Im Seminar wollen wir untersuchen, welche besonderen Herausforderungen sich für PR im post-faktische/post-thruth Zeitalter ergeben und welche Rolle dabei Verfahren zur Herstellung epistemischer Evidenz (Nachweis für die Richtigkeit von Information) spielen.

Persuasion ist die zentrale Strategie von Public Relations und zwar unabhängig vom spezifischen Themenfeld. Egal ob in der Tourismus-PR oder in der gezielten öffentlichen Selbstinszenierung von Terrororganisationen wie etwa dem Islamischen Staat -- persuasive Kommunikationsmuster sind das Herzstück jeder PR bzw. Propaganda-Strategie. Im Rahmen des Masterprojekts sollen unterschiedliche persuasive Strategien in PR-Publikationen analysiert werden. Hierzu werden im Verlauf des Semesters in Kleingruppen persuasive Texte inhaltsanalytisch untersucht. Dabei wird auf die verschiedenen Schritte eines empirischen Forschungsprojekts detailliert eingegangen: Erarbeitung, Durchdringung und Diskussion relevanter Theorien, Erstellung eines empirischen Konzepts und eines methodologischen Untersuchungsdesigns, Durchführung einer Inhaltsanalyse und Analyse der erhobenen Daten (siehe hierzu auch die begleitende Übung durch Marc Jungblut)