
- Trainer/in: Victoria Schwarz-von Groddeck
Der Aufstieg und die zunehmende Normalisierung rechtsradikaler Politik bleiben eine kontinuierliche Herausforderung für die Demokratie sowohl in „West-“ als auch in „Osteuropa“. Ziel dieses Seminars ist, diese Problematik aus einer vergleichenden, europaweiten Perspektive zu untersuchen. Gleichzeitig zielt das Seminar darauf, Studierenden die theoretischen und analytischen Werkzeuge politischer Soziologie zur Analyse rechtsradikaler Politik zu vermitteln. Zunächst wird Rechtsradikalismus im Hinblick auf seine soziopolitischen Entwicklungen konzeptualisiert. Darauffolgend werden einschlägige Erklärungsansätze hinter Normalisierungsprozessen und dem Aufstieg rechtsradikaler Politik besprochen. Schließlich widmen wir uns der Auswirkung rechtsradikaler Politik auf Gesellschaften und Demokratie in Europa.
Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
LiteraturBohman A (2011) Articulated antipathies. Political influence on anti-immigrant attitudes. International Journal of Comparative Sociology 52(6): 457–477.
Mudde, C. (2010) ‘The Populist Radical Right: A Pathological Normalcy’, West European Politics 33(6): 1167–86.
Pytlas, B. (2018) ‘Radical right politics in East and West: Distinctive yet equivalent’, Sociology Compass 12(11): 1-15.
Rydgren, J. (2007) ‘The Sociology of the Radical Right’, Annual Review of Sociology 33: 341–62.
In the course of recent decades, radical right politics increasingly shifted from the margins to the mainstream of the political process and continues to constitute a major challenge to liberal democracies in both ‘West’ and ‘East’. This seminar will explore and analyse PRR politics from a Europe-wide perspective. The seminar at the same time aims to provide the students with the conceptual and analytical toolkit of political sociology that can be applied to explore multiple dimensions of political agency in the political process. The seminar will begin by conceptualizing radical right politics in the contexts of its socio-political emergence. We will also discuss different demand- and supply-side mechanisms behind the rise and normalization of radical right politics. Finally, the seminar will explore the patterns, dynamics and consequences of PRR impact on societies and liberal democracies across Europe.
Literature
Bohman A (2011) Articulated antipathies. Political influence on anti-immigrant attitudes. International Journal of Comparative Sociology 52(6): 457–477.
Mudde, C. (2010) ‘The Populist Radical Right: A Pathological Normalcy’, West European Politics 33(6): 1167–86.
Pytlas, B. (2018) ‘Radical right politics in East and West: Distinctive yet equivalent’, Sociology Compass 12(11): 1-15, doi:10.1111/soc4.12632.
Rydgren, J. (2007) ‘The Sociology of the Radical Right’, Annual Review of Sociology 33: 341–62.
Das Seminar zielt darauf, theoretische Ansätze sowie empirische Befunde zu gesellschafspolitischen Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa (MOE) zu erörtern sowie zu diskutieren, welche Lehren diese für ein besseres Verständnis aktueller Phänomene auch jenseits dieser diversen Region bieten. Inwiefern unterschieden sich die dreifachen wirtschaftlichen, soziokulturellen und politischen Modernisierungsprozesse nach 1989 von Entwicklungen in anderen Regionen – und inwiefern gab es auch Ähnlichkeiten? Spielen diese Prozesse überhaupt noch eine Rolle? Wie kann die Analyse unterschiedlicher – nicht nur populistischer – Anti-Establishment-Parteien in der Region zum besseren Verständnis aktueller politischer Turbulenzen in Europa beitragen? Welche Lehren können wir aus dem Aufstieg von Rechtsradikalismus sowie aus Entdemokratisierungsprozessen in MOE ziehen? Und welche aus der andauernden Aktivität pluralistisch-demokratischer zivilgesellschaftlicher Akteur*innen und Bewegungen?
Vertiefte Kenntnisse zu Mittel- und Osteuropa sind keine Voraussetzung für die Teilnahme. Die Teilnehmenden sollten gleichzeitig bereit sein, sich zu den wichtigsten Entwicklungen in der Region, die für Sie von Interesse sind, zu informieren. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.
In dieser Übung zur Anwendung qualitativer Methoden werden wir die Forschungsperspektive der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) im thematischen Kontext der Covid-19-Pandemie kennenlernen. Dazu lesen wir einschlägige methodologische und thematische Literatur und lernen die Grundbegriffe der WDA kennen. Parallel dazu entwickeln wir gemeinsam geeignete (wissens-)soziologische Fragestellungen im Kontext der Covid-19-Pandemie. Davon ausgehend werden die Teilnehmenden eigene (kleine) Projektarbeiten entwickeln und Daten sammeln. Wir lernen Strategien zur Datensammlung und -auswertung kennen und arbeiten dann in gemeinsamen Materialwerkstätten an den Projekten.
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In Deutschland und ganz Europa sind rechte Parteien auf dem Vormarsch. Gleichzeitig gibt es bedeutende Migrationsströme. Angst vor Immigration der „einheimischen“ Bevölkerung stellt dabei eine große Hürde bei der Integration von Migranten dar. Vor diesem Hintergrund bietet der Kurs eine unideologische Herangehensweise an eine teilweise hitzig geführte Debatte. Empirische Studien sollen helfen zu erklären, welche Bevölkerungsgruppen negative Einstellungen gegenüber Immigration zeigen. Dabei beleuchtet der Kurs insbesondere Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und einer ablehnenden Haltung gegenüber Migration. Weiterhin werden räumliche und zeitliche Muster analysiert. Für die Teilnahme am Kurs wird die Bereitschaft sich in englischsprachige, statistisch anspruchsvolle, quantitativ empirische Texte zu vertiefen, vorausgesetzt. |
Kann man sich sinnvoll mit einer Sprache beschäftigen, die man nicht einmal aussprechen kann? – Ja! Das Sprachphylum Khoisan hat viel mehr zu bieten als die spektakulären Klicks („Schnalzlaute“) und komplexe Tonregeln.
Khoekhoe (auch Nama, Khoekhoegowab, seltener Damara, genannt) repräsentiert mit über 200.000 Sprechern die größte aller modernen Khoisan-Sprachen. Das Verb weist wenig Markierung, aber wie viele afrikanische Sprachen vielseitige derivative Erweiterungen auf. Die Nominalphrase ist komplex aufgebaut, es gibt drei Genera (maskulin, feminin und communis) und drei Numeri (Singular, Dual und Plural). Als Fokus-orientierte Sprache hat Khoekhoe eine hauptsächlich pragmatisch konditionierte Wortstellung. Außerdem verfügt die Sprache über komplex verschachtelte Nebensätze, "eine Erscheinung, die sich nicht als eine [...] erzwungene Anähnlichung an unsere Sprache, sondern als wirklich begründet in dem so eigenartigen Idiom [...] zu erweisen scheint" (Lewy 1965). Die Afrikanistin Kilian-Hatz hat die Komplexität von Khoekhoegowab in einem Interview mit dem Geo-Magazin 2003 unter dem provokanten Titel "Gibt es primitive Sprachen?" nicht ganz zu Unrecht mit Latein verglichen. Aber keine Angst - wir werden mit ganz einfachen Sätzen anfangen und die spannenden Eigenschaften Schritt für Schritt kennenlernen.
Im zweiten Teil des Strukturkurses werden weitere Themen behandelt. Vorgesehen sind u.a.
In Fortführung des ersten Kurses werden in „Cultural notes“ weitere Khoisan-Ethnien kurz vorgestellt.
Wegen COVID-19 wird der Kurs 'remote' stattfinden: Sie erhalten regelmäßig ausführliche Handouts. Als Prüfungsleistung sind 4 Übungsblätter vorgesehen. Die Teilnahme über Moodle wird empfohlen.
herzlich Willkommen im Proseminar Digitale Lexikographie.
Für das Seminar lege ich Ihnen folgende Lektüre ans Herz:
Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches, lehrreiches Sommersemester 2021.
https://lmu-munich.zoom.us/j/93016445944?pwd=ZlFuRno3bXBUVDZ1R0hEQzRjOVVQQT09
Meeting-ID: 930 1644 5944
Kenncode: 872177

In dieser Übung beschäftigen wir uns mit verschiedenen soziologischen Perspektiven auf Mutterschaft. Zum einen werden historische Perspektiven eingenommen: Wie hat sich das Konzept Mutterschaft in der Geschichte verändert? Welche Rolle spielt dabei der »Muttermythos« und das normative Muster der »Mutterliebe«? Welche Bilder von Mutterschaft finden wir in der Geschichte? Zum anderen werden wir das Konzept Mutterschaft vor dem Hintergrund verschiedener theoretischer Ansätze beleuchten. Dabei interessieren uns Fragen wie: Wie wirken Naturalisierungen und Ontologisierungen von Differenzkategorien hinsichtlich Mutterschaft, besonders vor dem Hintergrund der Kategorie »Geschlecht«? In welchem Zusammenhang stehen Subjektivierungsprozesse und das Konzept Mutterschaft? Und schließlich werden wir uns empirischen Arbeiten widmen, die - vor dem Hintergrund der besprochenen historischen und theoretischen Perspektiven – aktuelle soziologische Fragestellungen zum Thema Mutterschaft bearbeiten.
Møte-ID: 939 6115 2108
Passord: NorskFI
Gesundheit ist ein zentraler Wert moderner Gesellschaften. Woher aber wissen wir, was gesund ist und krank macht? Und was hat das mit sozialer Ordnung zu tun? In der Lehrveranstaltung erarbeiten wir einen Überblick über die facettenreichen soziologischen Perspektiven auf das Themenfeld Gesundheit und Krankheit. Den Ausgangspunkt liefert eine kritische Reflektion rein biomedizinischer Erklärungsmodelle. Dabei interessiert einerseits deren Erweiterung um gesellschaftliche Faktoren, wie etwa Einflüsse von sozialer Ungleichheit. Andererseits wird sichtbar, dass Definitionen von Gesundheit und Krankheit historisch wandelbar, umstritten und eingebettet in spezifische Wissensstrukturen und Machtverhältnisse sind. Vor diesem Hintergrund widmen wir uns außerdem der Organisation des deutschen Gesundheitssystems. Die Covid-19-Pandemie wird uns zu vielen Aspekten passendes Anschauungsmaterial liefern; die Lehrveranstaltung beschränkt sich aber ausdrücklich nicht auf diese Thematik.
Die Übung
setzt sich zunächst mit Klassikern des Wirtschaftsdenkens und zentralen
Grundbegriffen der Wirtschaftssoziologie auseinander.
Anschließend werden
sozialgeschichtliche Entwicklungslinien nachgezeichnet und die soziale
Strukturierung des Wirtschaftslebens untersucht.
Der letzte Teil beschäftigt
sich mit formalen Modellierungen wirtschaftlicher Zusammenhänge, wobei
insbesondere theoretische Grundlagen und empirische Befunde der
Rational-Choice-Soziologie in Augenschein genommen werden.

Niklas Luhmann ist einer der großen soziologischen Denker des letzten Jahrhunderts. Diese Übung führt anhand von Originaltexten in sein Denken ein. Neben dem Kennenlernen der wesentlichen Begrifflichkeiten wird auch im Vordergrund stehen, die empirische Leistungsfähigkeit herauszuarbeiten: Was kann ich eigentlich soziologisch erkennen, wenn ich systemtheoretisch hinschaue?

Discrimination is often the cause of social inequalities, human conflict, and individual suffering. As it is often intertwined with human culture, it is omnipresent and therefore difficult to rectify, and oftentimes even a challenge to empirically bring to light.
The focus of this course is to define and understand various types of discrimination from a quantitative sociological point of view.
We will develop a critical understanding of various discrimination discourses, including (but not limited to) facets such as immigration and xenophobia, gender, body weight, physical attractiveness, racism, and ageism.
Die Tafelübung (TÜ) wird im BA-Studium der Soziologie im Modul "Angewandte qualitative Methoden" begleitend zu den Übungen angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig. Prüfungsleistungen werden in diesem Modul ausschließlich in den Übungen erbracht, nicht in der TÜ. Die TÜ dient der vertiefenden Diskussion forschungsethischer Fragen und findet online statt. Die Unterlagen stehen Ihnen auf Moodle zur Verfügung.
Diese freiwillige Übung unterstützt die Studierenden in der Erfüllung der praktischen Forschungstätigkeiten im Rahmen der Übungen zu Angewandten Qualitativen Methoden. In einer geschützten Online-Umgebung werden Unterlagen, Arbeitsräume und Austauschmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, um forschungspraktische und forschungsethische Fragen zu reflektieren. Die beiden Zoom-Termine und die beiden Präsenztermine dienen der Diskussion ausgewählter forschungsethischer Herausforderungen in der qualitativen Forschungspraxis am Beispiel empirischer Studien.
