Seminarbeschreibung:
Das Musikvideo gehört zu den revolutionärsten und einflussreichsten Medienformaten der letzten vierzig Jahre. Immer noch ist es fester Bestandteil der Bilderwelten von Pop- und Jugendkultur. Es war lange Zeit das stärkste und teuerste Werbeinstrument der Musikindustrie, Experimentierfeld und Trittbrett für eine neue Generation von Filmregisseuren, Maßstab für technologische und ästhetische Innovationen der Videokunst. Nach dem Niedergang des Musikfernsehens zu Anfang der 2000er Jahre hat das Musikvideo schnell seinen festen Platz auf Internet-Plattformen wie YouTube, Vimeo oder Vevo gefunden.
Dieses Seminar will am Beispiel des Videoclips eine Einführung in die Beschäftigung mit popkulturellen Medien geben. Das Musikvideo soll als Verdichtungspunkt einer Reihe von gestaltenden Disziplinen – Bildende Kunst, Film, Digitale Medien, Musik und Literatur verstanden werden, anhand dessen es möglich wird, jugendspezifische Ästhetik zu diskutieren. Was ist Massenkultur, Kulturindustrie, Subkultur? Wie werden innerhalb der Popkultur künstlerische Qualitätsurteile gefällt, wie werden neue „Trends“ erfunden? Ist innerhalb des Systems „Pop“ Kritik an bestehenden Zuständen möglich, und wenn ja wie?
Darüber hinaus soll verdeutlicht werden, dass das Musikvideo ein – auch oder gerade für die Kunstpädagogik - wirksames Kunstmittel ist, um aktuelle Fragen und Phänomene unserer Gesellschaft zu thematisieren.
Im Mittelpunkt jeder Seminarsitzung steht die Analyse exemplarischer Musikvideos zu verschiedenen Themenschwerpunkten wie z.B. Raum und Zeit, Ton und Bild, Zitate, Gender, Pop und Politik oder Mensch und Maschine. Zu den Aufgaben der Seminarteilnehmer gehören:
- die Besprechung von Musikvideos unter kunst- und filmwissenschaftlichen Gesichtspunkten
- die Entwicklung eigener Interpretationsansätze vor dem Hintergrund der Inszenierung eines Interpreten
- die Anwendung einfacher digitaler Analysewerkzeuge für filmbasierte Medien
- der Vortrag der Analyseergebnisse als Referat
- die Bereitstellung der Materialien (Folien und Handouts) als Dateien für die Dokumentation des Seminars und
- die Beteiligung an der Diskussion im Anschluss an ein Referat von anderen Teilnehmern
Ein Großteil der verwendeten Literatur ist nicht auf Deutsch verfügbar. Die Teilnehmer sollten daher grundsätzlich bereit sein, auch englischsprachige Songtexte und Artikel zu lesen.




















































