Der Kurs setzt der Sprachkenntnisse auf dem Niveau A1 voraus und vermittelt die Grundlagen der italienischen Sprache für das A 2 Niveau (europäischer Referenzrahmen Grundlegende Kenntnisse). Außerdem werden Sprachintentionen, lexikalische und grammatikalische Kompetenz anhand von authentischen Hör und Lesetexten graduell erlangt: hierbei werden relevante sprachliche Kompetenzen für das alltägliche Studentenlebenerlernt.

Der Kurs setzt der Sprachkenntnisse auf dem Niveau A1 voraus und vermittelt die Grundlagen der italienischen Sprache für das A 2 Niveau (europäischer Referenzrahmen Grundlegende Kenntnisse). Außerdem werden Sprachintentionen, lexikalische und grammatikalische Kompetenz anhand von authentischen Hör und Lesetexten graduell erlangt: hierbei werden relevante sprachliche Kompetenzen für das alltägliche Studentenlebenerlernt.

Unter Moralistik versteht man eine Tradition philosophischer Schriften vor allem der frühneuzeitlichen Romania, die sich der erfahrungsorientierten und desillusionierenden Erkundung und Beschreibung der menschlichen Sitten und Verhaltensweisen, der mœurs oder mores, widmet. Sie geht hervor aus den höfischen Verhaltens- und Klugheitslehren der Renaissance und bedient sich nichtsystematischer literarischer Formen wie des Essays und des Aphorismus. Die Tradition hat erheblichen Einfluss auf die europäische Bildungslandschaft in Philosophie und Literatur ausgeübt. Bedeutende Autoren sind Baldessare Castiglione, Michel de Montaigne, Baltasar Graciàn oder François de la Rochefoucauld. Diese sollen in der begleitenden Vorlesung näher vorgestellt werden.

In Anlehnung an diese Tradition werden auch literarische Autoren insbesondere der Romania als Moralisten bezeichnet, die sich der Erkundung menschlicher Verhaltensweisen, Laster und Abgründe jenseits einer eindeutigen moralischen Bewertung und moralischer Didaxe widmen. Das Seminar wird sich zunächst mit frühneuzeitlichen Beispielen der philosophischen Moralistik, der Novellistik und der pikarischen Literatur befassen, um im Weiteren exemplarische Erzählungen der Moderne hinsichtlich ihrer auf das menschliche Verhalten bezogenen Darstellungsweisen und Perspektiven zu diskutieren. Behandelt werden soll ein breites Spektrum von Texten von Boccaccio bis Grimmelshausen, von Giovanni Verga und Guy de Maupassant bis Michel Houellebecq und Elena Ferrante.


Literatur und Geschichte sind eng miteinander verbunden: insbesondere scheint eine der grundlegenden Funktionen und Möglichkeiten von Erzählliteratur die Bewahrung und Deutung von vergangenen Ereignissen, Epochen und Personen zu sein. Die Kategorien von imaginativer Fiktionalität einerseits und historischer Faktizität andererseits stehen dabei weniger in Konflikt miteinander; ihr Verhältnis ist vielmehr Ausdruck jener Deutungsprozesse. Dieses Verhältnis steht im Zentrum der Gattung des historischen Romans, die für die italienische Literatur nicht zuletzt in Gestalt von Alessandro Manzonis Promessi sposi bedeutsam geworden ist. 

Ist diese Gattung ein Kind des 19. Jahrhunderts und seines Erkenntnisoptimismus, so untersucht das Seminar die Beziehungen von Literatur und Geschichte anhand zweier beispielhafter Texte des 20. und 21. Jh., die sich jenseits dieser Gattung situieren, da ihnen der Zugriff auf Vergangenheit auf unterschiedliche Weise problematisch geworden ist: Tommaso Landolfis im 18. Jh. situierte Erzählung Ottavio di Saint-Vincent spannt sich auf zwischen Intertextualität und Spiel. Helena Janeczeks mit dem Premio Strega ausgezeichneter Roman La ragazza con la Leica ist eine kaleidoskopische Spurensuche nach dem Leben der 1937 im Spanischen Bürgerkrieg getöteten deutschen Fotografin Gerda Taro – der ersten Frau, die als Kriegsfotografin gearbeitet hat – und wirft aktuelle Fragen von Gender, Migration und Exil auf. So zielt das Seminar darauf, wichtige Tendenzen der Gegenwartsliteratur in einem größeren theoretischen und historischen Zusammenhang zu stellen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, sich folgende preisgünstige Ausgaben anzuschaffen:

Tommaso Landolfi, Ottavio di Saint-Vincent (1958), Milano: Adelphi, 2000.

Helena Janeczek, La ragazza con la Leica, Milano: Guanda, 2017.

Die Renaissance in Italien ist ein Zeitalter des Dialogs – nicht nur im Sinne des Austauschs, sondern auch und vor allem im Sinne der literarischen Gattung, wie sie in der Antike von Plato, Cicero und Lukian begründet und geprägt worden ist: Es gibt kaum eine Frage, die zwischen 1400 und 1600 nicht in der literarischen Form eines Gesprächs zwischen zwei oder mehreren Personen behandelt worden wäre, erst auf Latein, dann, vor allem im Cinquecento, auch in der Volkssprache. Eine besonders interessante Gruppe unter diesen Texten bilden die sechs italienischsprachigen Dialoge Giordano Brunos, jenes exzentrischen, halb Europa durchwandernden Philosophen, der im Jahre 1600 von der Inquisition in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde – verurteilt wegen häretischer Positionen, von denen die Parteinahme für das kopernikanische, heliozentrische Weltbild und die Annahme unzähliger belebter Welten in einem unendlichen Universum die in den Augen der Inquisitoren noch vergleichsweise weniger verdammungswürdigen sind. 

Brunos Texte erscheinen als nicht weniger exzentrisch: Sie mischen den Dialog mit der Komödie, fügen ihm Gedichte und bildhafte Elemente ein, und ein Dialog erklärt sich selbst sogar für unvollständig, weil drei der vier Dialogsprecher einfach nicht mehr zum Gespräch erscheinen. Geschrieben zu einer Zeit, als die Dominanz dieser Gattung schon zu schwinden beginnt, scheinen Brunos Dialoge alle Möglichkeiten des Dialogs auszuspielen und zugleich zu übersteigen.

Anhand dieser Texte, mithin aus einer Position des Rückblicks und der Gattungsausweitung, bietet die Vorlesung eine Hinführung zu einem zentralen Bestandteil der italienischen Literatur der Renaissance, zu ihren Gattungsformen, ihren theoretischen Funktionen und ihren epistemologischen Voraussetzungen, von Baldassare Castiglione bis zu Torquato Tasso und Galileo Galilei.  

Als Prüfungsleistung für diejenigen Studierenden, deren Prüfungsordnung hier eine Modulteilprüfung oder ein Ein-Lehrveranstaltungs-Modul vorsieht, wird ein Portfolio verlangt. Damit ist eine knappe handschriftliche Mitschrift in deutscher, italienischer oder englischer Sprache gemeint, die die wesentlichen Zusammenhänge erfasst und anhand einer Sitzung Ihrer Wahl noch eine eigene Reflexion zu einem der Themen hinzubringt.

Studierende des Masters Italienstudien werden gebeten, einen Aspekt der Vorlesung in die Hausarbeit desjenigen Moduls einfließen zu lassen, für das sie diese Vorlesung gewählt haben.


Text, Film, Musik, Bild: Die italienische „Neoavanguardia“ in intermedialer Perspektive

Italien durchläuft um 1960 tiefgreifende Veränderungsprozesse – wirtschaftliche, soziale und politische. Einen solchen Veränderungsprozess auch auf dem Gebiet von Kultur und Literatur einzuleiten, ist erklärtes Ziel der Autoren, die unter der Bezeichnung „Neoavanguardia“ zusammengefasst werden: Ihnen gilt es, Italien zu „entprovinzialisieren“ und an die Entwicklungen der europäischen und internationalen Moderne anzuschließen. Als „novissimi“ und „gruppo 63“ – so ihre wechselnden Selbstbezeichnungen – experimentieren Schriftsteller wie Edoardo Sanguineti und Alberto Arbasino, flankiert von Theoretikern wie Luciano Anceschi und Umberto Eco, mit neuen Schreibweisen: In der Lyrik wird das Ich zurückgenommen, werden semantische und syntaktische Strukturen aufgebrochen; in der Narrativik das Modell des realistischen Romans verabschiedet und die literarische Mimesis von Wirklichkeit überhaupt problematisiert. Seltener beachtet wird dabei, dass die Autoren diese Schreibweisen entwickeln, indem sie sich auf andere Medien beziehen: auf Malerei, auf Musik, auf Film, aber auch auf Comics, und mitunter in direkter Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern oder Komponisten. 

Das Seminar soll an paradigmatischen Texten auf zugängliche Weise sowohl in Lyrik, Drama und Narrativik als auch in die Theoriebildung der Neoavanguardia in dieser intermedialen Perspektive einführen.


Der Kurs vermittelt die Grundlagen der italienischen Sprache für das A1-Niveau (europäischer Referenzrahmen - Anfänger ohneVorkenntnisse). Außerdem werden Sprachintentionen, lexikalische und grammatikalische Kompetenz anhand von authentischen Hör- und Lesetexten graduell erlangt: Hierbei werden relevante sprachliche Kompetenzen für das alltägliche Studentenlebenerlernt.

Sergio Leone ist einer der erfolgreichsten und einflussreichsten italienischen Filmregisseure des 20. Jahrhunderts. Im Unterschied zu den klassischen Filmemachern des italienischen Autorenkinos des sogenannten „Goldenen Zeitalters des italienischen Films“ in den 1950er- und 60er- Jahren wie Visconti, Fellini, Antonioni oder Pasolini hat er sich stets auf dem Boden des populären Genrefilms bewegt, so dass er eine Zwischenstellung zwischen Kunst- und Unterhaltungsfilm einnimmt. Dies erlaubt es, mit seinem Werk auch sozial- und institutionengeschichtliche Aspekte der Geschichte des italienischen Kinos in den Blick zu nehmen. Am bekanntesten wurde er als Begründer des italienischen Westernfilms, der sich in den 60er- und 70er-Jahren signifikant vom Hollywoodwestern, aber auch von den deutschen Karl May-Verfilmungen der Zeit unterscheidet. Er war allerdings als junger Regisseur ebenso an neorealistischen Klassikern des italienischen Kinos beteiligt wie an den Peplum-Filmen, den römischen Historienfilmen, die in den 50er-Jahren international die Kinosäle füllten. Der durchschlagende Erfolg seiner Dollar-Trilogie, die Clint Eastwood als Schauspieler bekannt machte und die Jugend der 60er-Jahre begeisterte, führte ihn nach Hollywood, wo er mit Once Upon a Time in the West (Spiel mir das Lied vom Tod) seinen berühmtesten Film drehte, der zugleich einen Abgesang auf das Genre darstellte. Als Produzent widmete er sich mit Erfolg ebenfalls dem in den 70er-Jahren beliebten Genre der Westernkomödie. Sein letztes großes Werk Once Upon a Time in America (Es war einmal in Amerika) mit Robert de Niro steht in der Tradition des amerikanischen Mafiafilms und bewegt sich kunstvoll in drei Zeitebenen von den 1930er-Jahren bis in die 80er-Jahre. In seiner Auseinandersetzung mit dem auch für Italien bedeutsamen Amerika-Mythos werden kulturelle Spezifika Italiens wie der Katholizismus, die Bedeutung der Thematiken von Vergänglichkeit und Tod, Liebe und Freundschaft, Männlichkeit zwischen Kraft und Intelligenz sowie ein im Kern pessimistisches Menschen- und Naturbild ablesbar, aber auch künstlerische Spezifika wie die große Bedeutung von Visualität und Musikalität, von Intermedialität, Metafiktion und Ironie, die die exemplarisch postmoderne Ästhetik seiner Filme entscheidend geprägt haben.


Die Begleitvorlesung zum Masterseminar "Sergio Leone und der italienische Genrefilm" vermittelt Hintergrundwissen zur Geschichte des italienischen Genrefilms von der Stummfilmzeit bis in die 1980er-Jahre. Die italienische Filmindustrie hat eine besonders reichhaltige Tradition an publikumswirksamen Genrefilmen. In diesem Rahmen hat sich auch das Werk von Sergio Leone zentral bewegt. Behandelt werden die Genres des Peplum (Sandalenfilm), des Western, des Mafiafilms, der Filmkomödie und des Splatter- und Horrorfilms, an dem allerdings Sergio Leone keinen Anteil hatte. Diskutiert werden Voraussetzungen des Genrekinos sowie Grundmerkmale der einzelnen in Italien besonders populären Genres und ihrer künstlerisch anspruchsvolleren Adaptionen anhand ausgewählter Beispiele der italienischen Filmgeschichte.


Das Seminar befasst sich systematisch und historisch mit dem Thema Literaturverfilmung. Eingangs beschäftigen wir uns mit einigen Beiträgen der "Adaptation Studies" und mit der Bedeutung von literarischen Vorlagen in der Entstehungsgeschichte des Films bis zum Ende der Stummfilmzeit. Der größte Teil des Seminars befasst sich mit filmhistorischen Beispielen in einer ebenso historischen wie systematischen Abfolge, wobei die Adaptation klassischer literarischer Texte unterschiedlicher Art vom 18. Jahrhundert über den Realismus bis zur Avantgarde im Zentrum steht.


Der Kurs vermittelt die Grundlagen der italienischen Sprache für das A1-Niveau (europäischer Referenzrahmen - Anfänger ohneVorkenntnisse). Außerdem werden Sprachintentionen, lexikalische und grammatikalische Kompetenz anhand von authentischen Hör- und Lesetexten graduell erlangt: Hierbei werden relevante sprachliche Kompetenzen für das alltägliche Studentenlebenerlernt.

Literatur- und Filmerzählungen sind in ihrer Narrativität vergleichbare Künste, die sehr unterschiedlichen medialen Voraussetzungen unterliegen. Während die Zeitlichkeit und die Darstellung zeitlicher Abläufe in vergleichbarer Weise mit narratologischen Konzepten der Literaturwissenschaft beschrieben werden können, ergeben sich für die Räumlichkeit von Literatur und Film und für ihre Darstellung von Räumen im Kontext eines zeitlich gerichteten Erzählens deutliche medienbedingte Unterschiede. In der vierstündigen Übung werden grundlegende theoretische Konzepte aus Literatur- und Filmwissenschaft vorgestellt, die Raum und Zeit oft eng aufeinander beziehen (wie prominent im Begriff des „Chronotopos“). Behandelt werden grundlegende raumtheoretische Modelle u.a. von Bachtin, Lotman, Foucault oder Deleuze. Diese werden ausführlich auf literarische und filmische Beispiele aus unterschiedlichen Epochen bezogen. Dabei kommen neben den medialen Differenzen auch Wechselwirkungen und wechselseitige Beeinflussungen bis hin zur Frage der ‚Verfilmung‘ literarischer Texte zur Sprache.


Tutorium zur Einführung in die italienische Linguistik