- Veranstaltungszeit (und -ort): Mi., 08–10 Uhr (PHP 2, Lehrturm V002)
- Trainer/in: Ludwig Lüst
- Trainer/in: Celina Scheid
Veranstaltungszeit (und -ort): Fr., 08–10 Uhr (GSP, B011)
Freitag, 08:00 bis 10:00 Uhr: Geschw.-Scholl-Pl. 1 (E) - E 006
Veranstaltungszeit (und -ort): Do., 8-10 c.t. (GSP E 206)
Veranstaltungszeit (und -ort): Do., 18-20 c.t. (online)
Uhrzeit: Freitag, 14-16 Uhr
Einschreibeschlüssel: TutoriumKieslich2021
Eine Einschreibung ist erst ab Dienstag, 6.4., 12:00 Uhr möglich! Bitte sehen Sie von Anfragen ab.
https://dudle.inf.tu-dresden.de/kXHMytBGjA/ hier bitte anonym abstimmen, wann Ihr die Falllösung übernehmen wollt!
Uhrzeit: Freitag, 14-16 Uhr
Einschreibeschlüssel: TutoriumWimmer2021
Eine Einschreibung ist erst ab Dienstag, 6.4., 12:00 Uhr möglich! Bitte sehen Sie von Anfragen ab.
Jan Günther auf der Fakultätshomepage
Leider sind alle Plätze im Tutorium vergeben, sodass keine weiteren Teilnehmer mehr aufgenommen werden können.
Mo., 16-20 Uhr s.t. (Leopold 13, 3232)
Zum Einschreibeschlüssel (Eingabe der LMU-Kennung erforderlich)
Rebecca Jussen
Im Tutorium werden wir vertieft Fragen zur Vorlesung des Esra- und Nehemiabuchs nachgehen. Dabei liegt der Fokus auf den Themen, welche die Studierenden selbst einbringen.
Herzlich willkommen im Tutorium (Wintersemester 2021/22)!
Begleitend zur Vorlesung "Einführung in die germanistische Linguistik" (Veranstaltungsnummer: 13489) und den Einführungsseminaren bieten euch die Tutorien eine Unterstützung in der Klausurvorbereitung.
Bei Problemen in der Anmeldung meldet euch gerne bei uns!
Wir freuen euch über eure Teilnahme in den Online-Tutorien und die Nutzung der Materialien im Moodle-Kurs!

Das Tutorium richtet sich vornehmlich an Studierende, welche die Ringvorlesung zur Theatergeschichte bis 1900 sowie eine der Übungen zu Quellenstudien besuchen. Hier werden Inhalte der Ringvorlesung wiederholt und neu kontextualisiert, um ein tiefergehendes Verständnis des Lernstoffs zu erlangen. Im gemeinsamen Dialog fassen wir die Lernziele zusammen und gehen soweit ins Detail, dass alle Teilnehmer*innen die Klausurvorbereitung anhand von zentralen Begriffen aus der vorgestellten Theatergeschichte problemlos angehen können. Dabei sind die Teilnehmer*innen eingeladen, Fragen zu stellen, Impulse für eine individuelle Schwerpunktsetzung einzubringen und Diskussionswünsche zu äußern.
Das Tutorium richtet sich vornehmlich an Studierende, welche die
Ringvorlesung zur Inszenierungsgeschichte im 20./21. Jahrhundert sowie
eine der Übungen zu Quellenstudien besuchen. Hier werden Inhalte der
Ringvorlesung wiederholt und neu kontextualisiert, um ein tiefergehendes
Verständnis des Lernstoffs zu erlangen.
Im gemeinsamen Dialog fassen
wir die Lernziele zusammen und gehen soweit ins Detail, dass alle
Teilnehmer*innen die Klausurvorbereitung mit einer geordneten Liste an
zentralen Begriffen aus der vorgestellten Theatergeschichte problemlos
angehen können. Dabei sind die Teilnehmer*innen eingeladen, Fragen zu
stellen, Impulse für eine individuelle Schwerpunktsetzung einzubringen
und Diskussionswünsche zu äußern.
Datierungen
des Abendlandes von vorchristlicher Zeit bis zum 20. Jahrhundert bieten den
zeitlichen und geographischen Rahmen dieser Übung. Anhand ausgewählter
Beispiele unterschiedlicher Quellengattungen sollen Datierungen und
Datierungszusätze gelesen und gedeutet sowie die diversen Jahres-, Monats- und
Tagesbezeichnungen berechnet werden.
Anhand der früh- und hochmittelalterlichen Kaiser- und Königsurkunden werden in dieser Übung die Grundlagen von Edition und Regestierung vermittelt. Nach einem Überblick über die Entwicklung der Urkunden sowie ihrer inneren und äußeren Merkmale und einer Stippvisite in andere notwendige Teilgebiete der Historischen Grundwissenschaften (wie Chronologie oder Sphragistik) werden die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten von Urkunden vorgestellt. Aber wir werden nicht nur theoretisch an die Thematik herangehen, sondern auch anhand ausgewählter Beispiele Transkriptionen erstellen, Regesten erarbeiten und uns mit dem Prinzip der Textkritik auseinandersetzen sowie verschiedene Schwierigkeiten, mit denen ein Urkundenbearbeiter zu kämpfen hat, kennenlernen. Eine kurze Erinnerung: die meisten früh- und hochmittelalterlichen Urkunden sind auf Latein, mindestens (Grund-)Kenntnisse in dieser Sprache sind also durchaus wünschenswert. Am Ende des Semesters ist ein Besuch bei den Monumenta Germaniae Historica (Deutsches Institut für Erforschung des Mittelalters) geplant.
Die Veranstaltung soll einen Überblick über die Kaiser- und Königsurkunden der „deutschen“ Herrscher im Früh- und Hochmittelalter geben. Im Mittelpunkt der Übung stehen hierbei – nach einer kurzen Einführung in die Diplomatik (Urkundenlehre), eine der grundlegenden Disziplinen der Historischen Grundwissenschaften, – die lateinischen Urkunden, beginnend mit den merowingischen Königsurkunden, den Zäsuren unter Ludwig dem Deutschen, der weiteren Entwicklung unter den Ottonen, Saliern bis hin zu den Urkunden der Staufern, ihr Erscheinungsbild (äußere Merkmale), ihre Bestandteile (innere Merkmale) und natürlich auch die Kanzlei, die für die Erstellung der Urkunden zuständig war.
Des Weiteren befassen wir uns mit der Frage: was steht in diesen Dokumenten? Hierzu ist die Bereitschaft sich auf ein fremdes Schriftbild einzulassen dringend erforderlich; um die Inhalte der Urkunden zu verstehen, sind darüber hinaus (Grund-)Kenntnisse in Latein mehr als hilfreich, vor allem, da wir die Urkunden lesen (transkribieren) und übersetzen werden!
Abschließend widmen wir uns der heutigen Bearbeitung von Urkunden: wie werden diese mittelalterlichen Quellen jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Wie werden sie bearbeitet? Am Ende des Semesters ist zusätzlich ein Besuch im Bayerischen Hauptstaatsarchiv geplant.
Die lateinische Sprache, in der die meisten
mittelalterlichen und auch viele neuzeitliche Quellen abgefasst sind, stellt
erfahrungsgemäß eine gewisse Hemmschwelle bzw. Eingangshürde bei der
Beschäftigung mit diesen Quellen dar, zumal typisch mittelalterliche Quellen
wie Urkunden oder hagiographische Texte auch eine eigene Herangehensweise
verlangen. Die Lehrveranstaltung hat das Ziel, diese Hemmschwelle abzubauen und
in den adäquaten Umgang mit diesen Quellen einzuführen. Zunächst soll ein
kurzer Überblick über die Geschichte der Disziplin Mittel- und Neulatein
gegeben werden, anschließend werden die wichtigsten Hilfsmittel für die
Übersetzung lateinischer Quellen sowie ihre richtige Benützung vorgestellt. Im
Hauptteil der Veranstaltung sollen dann gemeinsam exemplarische Texte gelesen
werden, an denen die Eigenheiten des mittelalterlichen und neuzeitlichen Latein
sowie bestimmter Quellengattungen aufgezeigt werden sollen.
Das
Wappenwesen Europas, das sich ab dem 12. Jahrhundert ausbildete, wird oft
populär als "Kurzschrift der Geschichte" bezeichnet. Tatsächlich
bilden Wappen in ihrer nahezu universellen Verwendung eine der wichtigsten
Chiffren der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft – im
Hochadel ebenso wie im städtischen Patriziat oder sogar in einzelnen ländlichen
Bezugsfeldern. Auswirkungen dieser Entwicklungslinien sind bis heute spürbar.
Die Übung möchte Grundlagen legen zur eigenständigen Beschäftigung mit der
Wappenkunde als ergänzende Hilfswissenschaft der Geschichtsforschung. Neben
einem Abriss der geschichtlichen Entwicklung der Wappen in Europa mit
gelegentlichen Ausblicken auf außereuropäische Gesellschaften und Kulturen
werden grundlegende Literatur besprochen sowie die Grundlagen der üblichen
Wappenbeschreibung (Blasonierung) vermittelt. Exkurse führen in die
Teildisziplinen der Vexillologie (Fahnen- und Flaggenkunde) sowie der Phaleristik (Lehre von Orden und Ehrenzeichen)
ein. Die Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Studierende der historischen
Fächer. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Zeitplan, Literaturliste und
Essaythemen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Das Wappenwesen Europas, das sich ab dem 12. Jahrhundert ausbildete,
wird populär als "Kurzschrift der Geschichte" ("shorthand of history")
bezeichnet. Tatsächlich bilden Wappen in ihrer nahezu universellen
Verwendung eine der wichtigsten Chiffren der spätmittelalterlichen und
frühneuzeitlichen Gesellschaft – im Hochadel ebenso wie im städtischen
Patriziat oder sogar in einzelnen ländlichen Bezugsfeldern. Auswirkungen
dieser Entwicklungslinien sind bis heute spürbar. Die Übung möchte
Grundlagen legen zur eigenständigen Beschäftigung mit der Wappenkunde
als ergänzende Hilfswissenschaft der Geschichtsforschung. Neben einem
Abriss der geschichtlichen Entwicklung der Wappen in Europa mit
gelegentlichen Ausblicken auf außereuropäische Gesellschaften und
Kulturen werden grundlegende Literatur besprochen sowie die Grundlagen
der üblichen Wappenbeschreibung (Blasonierung) vermittelt. Exkurse
führen in die Teildisziplinen der Vexillologie (Fahnen- und
Flaggenkunde) sowie der Phaleristik (Lehre von Orden und Ehrenzeichen)
ein.
Das Gelernte wird anhand der heute noch in Kirche und
Kreuzgang St. Anna in Augsburg vorhandenen Wappendarstellungen vertieft.
Während einer gemeinsamen Exkursion und selbstständig erarbeiten die
Teilnehmenden gemeinsam einen "Wappenplan" und vergleichen ihn mit der
in zwei Plänen dokumentierten Situation des 17. Jahrhunderts. Dies gilt
als Ablegen der Prüfungsleistung.
Trotz (oder auch wegen) der stark anwachsenden Anzahl von verfügbaren Digitalisaten mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln bzw. Frühdrucken im Internet ist die Beschäftigung mit den Originalobjekten noch immer eine Grundvoraussetzung der Beschäftigung mit historischen Buchbeständen. Die Kodikologie (oder Handschriftenkunde) beschäftigt sich mit den physischen Aspekten des mittelalterlichen und neuzeitlichen Buches, also mit dem Beschreibstoff (Pergament, Papier etc.), dem Aufbau der Bände (Lagenformel), mit dem Einband, Benützerspuren usw. Die Lehrveranstaltung gibt einen Einblick in den derzeitigen Stand der Kodikologie und ihrer Teilaspekte und will vor allem den angemessenen Umgang mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Büchern vermitteln, wobei auch an Originalen gearbeitet werden soll.
Die Veranstaltung dient zur Einführung in die Grundbegriffe, Arbeitsmethoden und Hilfsmittel der Historischen Hilfswissenschaften, die sich aus etwa einem Dutzend unterschiedlicher, etablierter wie junger Forschungszweige zusammensetzen. Jedes Fach ist für sich autonom und erfordert eigene Fragestellungen und Methoden. Zu den klassischen Gebieten der Geschichtlichen Hilfswissenschaften zählen die Diplomatik (Urkundenlehre) und die Paläographie (Lehre der Entwicklung der lateinischen Schrift), die den Schwerpunkt der Veranstaltungen bilden. Ferner gilt die Betrachtung den eng in Zusammenhang mit diesen Kernfächern stehenden Forschungsbereichen Chronologie (Zeitrechnungslehre) und Sphragistik (Siegelkunde) sowie der an der hiesigen Abteilung besonders gepflegten, jungen Disziplin der Epigraphik (Inschriftenkunde) des Mittelalters und der Neuzeit.
Die Veranstaltung vermittelt Grundbegriffe des „deutschen“ Münzwesens vom Frühmittelalter bis ins 11. Jahrhunderts. Dabei werden die bayerischen Verhältnisse im Mittelpunkt stehen. Neben der Münzprägung selbst (Fotos und Originale) werden einschlägige schriftliche Quellen, Münzfunde und Fragen des Geldumlaufs, aber auch allgemein Forschungsstand und Forschungsmethoden behandelt.
Das Massenphänomen Tourismus hat Europa im 19. und 20. Jahrhundert geprägt. Es hat entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung vieler Teile des Kontinents beigetragen, gleichzeitig sind Bettenburgen wie an der Costa Blanca Sinnbild der Konsumgier und Umweltzerstörung geworden. Auch die kulturelle Bedeutung der modernen Erholungsreise ist kaum zu überschätzen. Trotzdem wurde und wird die Tourismusgeschichte von der Geschichtswissenschaft „stiefmütterlich“ behandelt (Rüdiger Hachtmann). Das gilt insbesondere für das östliche Europa, das im Bewusstsein vieler erst in den letzten Jahren touristische Destinationen hervorbrachte.
In der Übung diskutieren wir die kulturelle, wirtschaftliche und politische Bedeutung des Tourismus in der Region von den Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Medien der Tourismusgeschichte gelegt – Reiseführer, Postkarten, Filme und Reiseberichte.

Die Übung führt ein in den Umgang mit ungedruckten Archivalien. Ausgehend von der Lektüre und der Erschließung des Textverständnisses werden Textsorten, Überlieferung und heutige Formen von Aufbewahrung und Präsentation behandelt. Aufgabe der Studierenden ist die Einordnung ausgewählter Quellenstücke in den jeweiligen historischen Kontext und die aktuelle Forschungssituation.
Prüfungsformen im BA und mod. LA, MA und GSP: RE
Friedrich Beck/Eckart Henning (Hg.), Die archivalischen Quellen, 5. Aufl. 2012; Hans Wilhelm Eckardt u.a., Paläographie – Aktenkunde – Archivalische Textsorten, 2005; Michael Hochedlinger, Aktenkunde. Urkunden- und Aktenlehre der Neuzeit, Köln u.a. 2009. Archivalienkunde der Staatlichen Archive Bayerns: https://www.gda.bayern.de/service/archivalienkunde/ |
Das spätantike Ägypten nimmt in der Forschung zum Charakter der Spätantike als Übergangs- und/oder "eigenständiger" Epoche vor allem aufgrund der Überlieferungssituation eine besondere Rolle ein. Im Gegensatz zu anderen von den islamischen und germanischen Heeren eroberten Gebieten des Römischen Reiches haben sich aus Ägypten hunderttausende von Papyri erhalten. Diese Quellen erlauben uns ein detailliertes Bild der antiken Welt aus der Perspektive auch von Personen außerhalb einer kleinen Elite – in die Netzwerke und alltäglichen Prozesse spätrömischer Herrschaftspraxis und provinzialen Lebens.
Diese Perspektive abseits hoher Politik und abstrakter theologischer Dispute bietet ein einzigartiges Fenster in die alltäglichen Lebenswelten einer Gesellschaft vor und im Gefolge einer sehr konkreten Umbruchssituation – der islamischen Eroberung Ägyptens 639–642 n. Chr. Dieses Bild wird dadurch bereichert, dass in der historisch-papyrologischen Forschung die Disziplinen der Altertumswissenschaften, Geschichtswissenschaften, der Ägyptologie/Koptologie und der Arabistik bei aller Verschiedenheit zunehmend Wege interdisziplinärer Arbeit und Instrumenta suchen. Die Wissenschaft der Papyrologie nimmt hier eine Art Mittlerinnenrolle ein und kann dieses reiche Quellenmaterial für Wissenschaftler:innen ohne papyrologische Ausbildung nutzbar machen und so werden zunehmend historische Arbeiten auf Grundlage der Papyri auch von Nicht-Papyrolog:innen verfasst.
Angesichts dieser Tendenz möchte die Übung über zwei ineinandergreifende Ansätze Studierenden den Reichtum der Papyri zugänglich machen und sie in die Lage versetzen, dieses im Bereich der Antike unvergleichlich umfangreiche und nach wie vor stetig wachsende Quellencorpus für ihre Arbeit zu nutzen:
Thematisch wird das Leben der Provinzbevölkerung v. a. unter spätrömischer, aber auch unter frühislamischer Herrschaft im Zentrum stehen. Hierbei werden anhand individueller Papyri Fragen nach der Herrschaftsausübung durch Verwaltung, Militär und Justiz ebenso behandelt wie solche nach dem Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und kulturellen Transferprozessen, der Beziehung zwischen staatlicher Verwaltung und Individuum, wirtschaftlichen Prozessen sowie sozialen Strukturen, um zu erkunden, welche Auswirkungen des Herrschaftswechsels für die Provinzbevölkerung spürbar waren.
Methodisch wird die Übung vor allem die Arbeit mit den Papyri, auch im Zusammenspiel mit anderen Quellengattungen, umfassen. Zentrale Inhalte sind die Lektüre und historische Auswertung papyrologischer Quellen, der Umgang mit papyrologischen Editionen, Kommentaren und Datenbanken sowie die Diskussion historisch-papyrologischer Fachliteratur.

Als Alexander „der
Große“ 323 v. Chr. starb, hinterließ er seinen Heerführern ein Weltreich nie
zuvor gesehenen Ausmaßes. Auf dessen Boden etablierten sich nach Alexanders
Tod, infolge der sog. Diadochenkriege, die hellenistischen Nachfolgereiche – eines
davon war das Reich des Ptolemaios in Ägypten. Ptolemaios legte die Grundlage
für eine griechisch-makedonische Herrscherdynastie, die bis zur Eroberung
Ägyptens durch Octavian/Augustus im Jahre 30 v. Chr. Bestand haben sollte. Die
letzte Herrscherin dieser Linie war Kleopatra VII., die berühmte „Kleopatra“.
In diesen knapp dreihundert Jahren zog es zahlreiche Griechen und Makedonen
(und andere) in das Land am Nil. Griechische und ägyptische Kultur
beeinflussten sich gegenseitig. Die Ptolemäer wurden als Pharaonen verehrt und
doch soll Kleopatra, die letzte dieser Dynastie, die erste ihrer Linie gewesen
sein, die des Ägyptischen kundig war. Das neugegründete Alexandria wurde eines,
wenn nicht das kulturelle Zentrum der griechischen „Oikoumene“ im Mittelmeerraum.
Das Griechische wurde Verwaltungssprache (und blieb dies knapp 1000 Jahre lang,
noch unter römischer Herrschaft). Manche Ägypter lasen Homer und gaben sich griechische
Namen. Können wir hier von einer „Mischkultur“ (Droysen) sprechen oder lassen sich
diese Verhältnisse doch eher in Richtung von „Parallelgesellschaften“
interpretieren?
In der Übung werden wir einerseits den politischen Hintergrund der Entwicklung des Ptolemäerreiches, vor allem dessen Beziehungen zum griechischen Mutterland, den anderen alexandrinischen Nachfolgereichen und zuletzt mit Rom untersuchen. Andererseits werden wir uns aber vor allem dem Alltagsleben jener Epoche zuwenden, was nicht zuletzt durch den Umstand möglich wird, dass sich in Ägypten die Papyri erhalten haben, die uns nicht von der großen Politik, sondern ganz unmittelbar von Angelegenheiten des täglichen Lebens berichten. Der Einfluss griechischer Kultur und Institutionen ermöglicht uns somit auch den Blick auf Prozesse, die ähnlich auch in anderen griechisch geprägten Regionen des Mittelmeerraumes abgelaufen sein müssen, von denen wir von dort aber kaum Kenntnis haben. So präsentiert sich uns das ptolemäische Ägypten in einer Vielschichtigkeit und Eindringlichkeit, wie sie in der antiken griechischen Welt sonst beispiellos sind.
Thematisch wird das Leben der Griech:innen (und Makedon:innen) sowie der großen Mehrheit der Ägypter:innen unter griechisch-makedonischer Herrschaft im Zentrum stehen. Hierbei werden Fragen nach der hellenistischen Herrschaftspraxis durch Verwaltung, Militär und Justiz ebenso behandelt wie solche nach dem Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungs- oder Statusgruppen und kulturellen Transferprozessen, der Beziehung zwischen Staat und Individuum, wirtschaftlichen Prozessen sowie sozialen Strukturen.
Methodisch im Zentrum stehen die Lektüre und Interpretation papyrologischer Quellen, der Umgang mit papyrologischen Editionen, Kommentaren und Datenbanken sowie die Diskussion historisch-papyrologischer Fachliteratur.
Altsprachliche Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt; vielmehr möchte die Übung gerade auch vermitteln, dass und wie man auch ohne Griechischkenntnisse aus papyrologischen (und anderen) Quellen Nutzen ziehen kann.
Zu den unerwarteten Folgen der Siege Japans gegen das Zarenreich gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Gefangennahme von fast 75.000 russischen Soldaten und Offizieren. Sie wurden nach Japan verschifft, in Lagern untergebracht und durften erst nach dem Friedensvertrag von Portsmouth in die Heimat zurückkehren. Die jahrelange Internierung war eine neue Art, mit Gefangenen umzugehen; sie erforderte eine moderne Logistik und ein Konzept auf Seiten der Sieger. Anders als im Zweiten Weltkrieg setzte die Regierung in Tokio 1905 auf die hyperkorrekte Behandlung der Gefangenen – und nutzte dies auch als Propagandathema.
Die Übung ordnet die wenig erforschten Erfahrungen der russischen Gefangenen von 1904/05 in die Geschichte der Kriegsgefangenschaft ein. Nicht wenige der Gefangenen haben in Selbstzeugnissen über diese Zeit berichtet. Wie gingen sie mit dem Stigma der als unehrenhaft geltenden Gefangenschaft um, mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins und der propagandistischen Instrumentalisierung? Welche Folgen hatte der Zwangsaufenthalt in Japan für ihr Selbst- und Fremdbild? Wie reagierte die japanische Gesellschaft auf den internierten Feind?

Die Übung bietet eine Einführung in die praktische Arbeit und wissenschaftliche Methode der Epigraphik des Mittelalters und der frühen Neuzeit anhand von Inschriftendenkmälern aus dem heutigen Bayern. Dabei soll ein Einblick in die Vielfalt des Inschriftenmaterials (Inschriften auf Bauwerken, Totengedächtnismalen, Glocken, Flurdenkmälern, Ausstattungs- und Gebrauchsgegenständen) und in die zeitüblichen Schreibweisen und sprachlichen Ausdrucksformen gewährt werden sowie die grundlegenden Techniken der Inschriftenaufnahme vermittelt werden. Parallel dazu wollen wir ab Mitte des Semesters die erlernten Techniken zudem an ausgewählten Inschriftenoriginalen in Kirchen und Museen erproben.
Die dokumentarischen Papyri, die zumeist aus dem griechisch-römischen Ägypten stammen, stellen unter den Quellen zur Antike eine Besonderheit dar. Als Zeugnisse des alltäglichen Lebens beleuchten diese Dokumente (private Briefe, Verträge, Amtsakten, geschäftliche Notizen und vieles mehr) solche Lebensbereiche der Menschen und deren Gemeinschaften, für die uns aus anderen Regionen der griechischen und römischen Antike schlichtweg die Quellen fehlen. Im Gegensatz zur Welt der hohen politischen Geschichtsschreibung, der heroischen Epen und der philosophischen Traktate begegnen uns hier die Belange und Sorgen der einfachen Bevölkerung. Zugleich kann mithilfe des umfangreichen Aktenmaterials aus den Amtsstuben auch das Wirken des Herrschaftsapparates der hellenistischen und römischen Herrscher:innen direkt in den Städten und Dörfern erforscht werden. Allerdings stellen die Papyri aufgrund der speziellen Überlieferungslage und der in den Texten verwendeten individuellen Handschriften auch besondere Anforderungen an ihre Bearbeiter:innen.
In der Veranstaltung sollen die Teilnehmenden angeleitet werden, sich dieses vielseitige und stetig wachsende Quellencorpus (derzeit ca. 70.000 edierte gegenüber mehreren hunderttausend unedierten Papyri) über Leseübungen einerseits und die Praxis historischer Kommentierung andererseits zu erschließen. So stehen Einführungen in die verschiedenen Schriftformen auf dem Programm und es werden Grundfragen, Arbeitsweisen und Hilfsmittel der Papyrologie (v. a. spezifische Wörterbücher, Handbücher und Datenbanken) vorgestellt und deren Anwendung anhand der Arbeit an einzelnen Papyri praktisch eingeübt. Die Prüfungsleistung wird sich voraussichtlich (in Abwägung der Sprachkenntnisse der einzelnen Teilnehmenden) vornehmlich auf die Kommentierung beziehen.
Sie werden sich anhand Ihres Papyrus einen bestimmten Themenbereich des
griechisch-römischen Ägypten und der antiken Welt mithilfe der Lektüre
und Kommentierung individueller dokumentarischer Papyri erschließen. Die
genaue Durchführung wird von der Zahl der Teilnehmenden abhängen, doch
ist geplant, dass sich die einzelnen Sitzungen aus zwei in etwa gleichen
Teilen zusammensetzen werden: einerseits gemeinsames Lesen von Papyri
im griechisch-handschriftlichen Original anhand gedruckter und digitaler
Abbildungen, um nach und nach ein Auge für verschiedene Schriftformen
aus unterschiedlichen Epochen zu gewinnen, andererseits das Erlernen der
Praxis historischer Kommentierung von Papyri mithilfe der verschiedenen
Arbeitsinstrumentarien an konkreten, bereits übersetzten Einzeltexten.

Für die historische Forschung in älteren Originalquellen ist das flüssige Lesen deutscher Handschriften Voraussetzung. Die nicht einfache „Deutsche Schrift“ des 18. bis 20. Jahrhunderts üben wir am Beispiel archivalischer Originaldokumente zu lesen. Im Mittelpunkt werden Dokumente aus der amtlichen Schul- und Hochschulüberlieferung des Staatsarchivs München stehen: Von Probeaufsätzen über Schülerbeurteilungen und Zeugnissen bis hin zu Beschwerdebriefen von Eltern. Auch Fragen der historischen Quellenkritik sowie der Kulturgeschichte der (Hoch-)Schule als Ort der Autorität werden wir nachgehen. Damit sollen Schwellenängste gegenüber dem in Archiven lagernden Grundmaterial historischer Forschung abgebaut werden – und den Teilnehmern vielleicht sogar Anregungen für eigenes Forschen und Recherchieren in Archiven gegeben. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, wohl aber regelmäßige und aktive Teilnahme.

Die karolingischen Kapitularien belegen deutlich die münzpolitischen Absichten der Herrscher und deren Handeln auf diesem Gebiet. Die Münzfunde sind eine Quellengattung, die uns darüber Auskunft geben kann, ob dieses absichtsvolle Handeln Erfolg hatte.
Auf der Grundlage dieser beiden Quellengruppen werden wir uns damit auseinandersetzen, welches Bild die heutige Forschung vom Geldwesen der karolingischen Epoche gewonnen hat.
Wirtschaftliche Not, Verdienstchancen, Geschäftssinn, religiöse Motive und Neugier führten zur Auswanderung in das Russische Reich. Seit der Zeit der Kiever Rus’ kamen Ausländer als Kaufleute, Diplomaten, Kriegsgefangene, Spezialisten und Bauern nach Russland. Religiöse Toleranz und Privilegien wie Steuerfreiheit, Landzuteilung und Befreiung vom Militärdienst lockten die Auswanderer an. Ein entscheidender Impuls zur Besiedlung der neu gesicherten Steppe im Süden Russlands durch Ausländer ging von Katharinas II. Anwerbungsmanifesten aus, denen insbesondere Siedler aus Südwestdeutschland folgten. Katharinas II. 1762 begonnene Politik wurde unter Alexander I. Anfang des 19. Jahrhunderts fortgeführt. Siedlungsgebiete für die Kolonisten im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden vor allem an der unteren Wolga und am Schwarzen Meer, aber auch in Georgien.
Die Übung bietet anhand der Geschichte der Migration nach Russland eine Einführung in die Migrationsforschung. Sie verfolgt die Wege der Auswanderer und ihr Schicksal in Russland. Das Hauptaugenmerk wird auf der Zeit vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhunderts liegen.
Literatur: Beer, Mathias; Dahlmann, Dittmar (Hg.): Migration nach Ost- und Südosteuropa vom 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, 1999; Lüthi, Barbara: Migration and Migration History, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 28.09.2010; Eisfeld, Alfred (Hg.): Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767, Göttingen 1999; Dönninghaus, Victor; Panagiotidis, Jannis; Petersen, Hans-Christian (Hg.), Jenseits der "Volksgruppe". Neue Perspektiven auf die Russlanddeutschen zwischen Russland, Deutschland und Amerika, Berlin/Boston 2018.

Die
Veranstaltung soll in die grundlegenden Arbeitsweisen der Epigraphik einführen
und Anleitungen für die Bearbeitung von Inschriften geben, vom vorbereitenden
Literaturstudium über die praktische Arbeit am Inschriftenoriginal bis hin zur
Erstellung einer Katalognummer nach den Richtlinien des deutschen
Inschriftenunternehmens. Wir werden diverse Inschriftengattungen und
-überlieferungen kennenlernen und gängige wie ungewöhnliche Fälle behandeln.
Hinsichtlich der äußeren und inneren Merkmale einer Inschrift gilt es
Entwicklungslinien und Einschnitte in Schrift, Formular und Sprache
herauszuarbeiten. Auch wollen wir Textrekonstruktionen verlorener
Inschriftenoriginale erstellen und hierzu die verlässlichste kopiale Überlieferung auswählen. Mit
Exkursionen.
In dieser Übung beschäftigen wir uns damit, wie sich die russische Städtelandschaft von der Herrschaft Peter des Großen bis in die sowjetische und postsowjetische Zeit entwickelt hat. Neben den beiden so gegensätzlichen Hauptstädten St. Petersburg und Moskau werden wir uns auch mit kleineren Städten in der Provinz beschäftigen und ihrer oft nichtrussischen Bevölkerung, oder mit Städten, die neu gegründet wurden, um das riesige Reich zu erschließen, bis hin zu den Retortenstädten der Sowjetunion.
Anhand von Quellen und Sekundärliteratur behandeln wir in dieser Übung Themen wie Stadtplanung und Architektur, das Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, oder das Stadtleben im Alltag und unter extremen Umständen wie Krieg und Belagerung. Eine der Leitfragen wird dabei sein, inwiefern sich die Städte im Zarenreich und der Sowjetunion von den Städten in (West-)Europa unterscheiden.
Die Übung macht die Studierenden mit den in spätmittelalterlichen Fürstenkanzleien vorherr-schenden Archivalientypen vertraut. Wir beschäftigen uns mit Urkunden, Amtsbüchern – wie Register- und Kopialbüchern, Urbaren oder Rechnungen – und werfen einen Blick auf die Entstehung von Akten. Unser Augenmerk gilt dem Aufbau, der materiellen Beschaffenheit, der Schrift und dem Zweck der Archivalien. Darüber hinaus werden wir uns in der Veranstal-tung Kenntnisse spätmittelalterlicher Schriften aneignen und vertiefen. Die Übung ist also auch für Studierende geeignet, die das Lesen gotischer Buchschriften und Kursiven erlernen wollen. Insgesamt erlangen die Studierenden in der Übung nicht nur einen Einblick in die Funktionsweise spätmittelalterlicher Schriftlichkeit und Herrschaftspraxis, sondern können sich ein Fundament für selbständige wissenschaftliche Forschungen im Archiv aneignen. Da wir auch anhand der Originale arbeiten, werden einzelne Sitzungen im Bayerischen Haupt-staatsarchiv stattfinden.
Das Deutsche Theatermuseum bewahrt den umfangreichen Nachlass Otto Falckenbergs, einer zentralen Figur des Münchner Theaterlebens im 20. Jahrhundert. Seine Künstlerbiographie, die sich über politische Systeme und historische Umbrüche hinweg erstreckt, bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für theater-, kultur- und zeitgeschichtliche Fragestellungen. In dieser Übung arbeiten die Studierenden vor Ort im Deutschen Theatermuseum mit ausgewähltem Archivgut aus dem Nachlass Falckenbergs.
Otto Falckenberg (1873–1947) war ein Theaterregisseur, -leiter und Schriftsteller. Von 1917 bis 1944 leitete er die Münchner Kammerspiele und prägte mit avantgardistischen Shakespeare- und Strindberg-Inszenierungen das Münchner Theaterleben nachhaltig. Er förderte Talente wie Therese Giehse und O. E. Hasse. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Falckenberg 1933 kurzzeitig inhaftiert, konnte aber, obwohl er nicht der NSDAP angehörte, sein Amt behalten; das Regime ehrte ihn (u.a. mit dem Titel „Staatsschauspieldirektor“ 1939) und nahm ihn 1944 in die sogenannte „Gottbegnadetenliste“ auf. Nach Kriegsende erhielt er 1945 ein Berufsverbot; seit 1948 ist die an die Kammerspiele angeschlossene Schauspielschule nach ihm benannt.
Ziel ist, anhand originaler Nachlassunterlagen aus dem Deutschen Theatermuseum die ambivalente Biographie kritisch zu kontextualisieren und Ergebnisse sowohl wissenschaftlich als auch einer Öffentlichkeit vermittelnd aufzubereiten.
Prüfungsform im Master: RE
Jean-Jacques Herr und Robert Schiestl
Do, 17-19 Uhr
Die Geografie erlebte im Laufe des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine Erneuerung und Professionalisierung. Im Dienst der wissenschaftlichen Objektivität vermaßen und kartografierten Geografen nicht nur die Erdoberfläche, sondern auch Bevölkerungsgruppen. Bei der Neugestaltung Ostmittel- und Südosteuropas nach dem Ersten Weltkrieg kam Geografen daher eine Schlüsselrolle zu. Als Experten bei der Pariser Friedenskonferenz hatten sie u. a. direkten Einfluss auf die Grenzziehung. Diese Politisierung zeigte die Grenzen der Objektivität, denn die als „natürlich“ angesehenen Grenzen der einen Seite wurde von der anderen bestritten. Die „Vaterlandszeichner“ (Maciej Górny) wurden dadurch in der Zwischenkriegszeit zu nationalpolitischen Akteuren und ihre Veröffentlichungen zu Stellungnahmen in immer kontroverser ausgetragenen Konflikten um nationale Räume.
Die Übung untersucht diese Raumdiskurse in der Zwischenkriegszeit unter verflechtungs- und konfliktgeschichtlichen Gesichtspunkten mit den Schwerpunkten Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Landkarten als Medien der Geografie und der Geschichte gelegt. Die Kenntnis einer der einschlägigen Sprachen ist von Vorteil, aber nicht absolut notwendig.

Die Übung beschäftigt sich mit zwei spätmittelalterlichen Stammrollen, die genealogische Herkunft und dynastische Erinnerung visualisieren. Während die eine Rolle die Herkunft des Hauses Bayern von mythischer Vorzeit bis ins 15. Jahrhundert darstellt, stammt die andere aus dem englischen Kloster Tewkesbury und zeigt die Stifter des Klosters im gleichen Zeitraum. Reich verziert und mit Wappen versehen werden hier hunderte Jahre und dutzende Generationen auf einen Blick greifbar.
Im Zentrum steht der vergleichende Umgang mit diesen Quellen als materielle, schriftliche und bildliche Zeugnisse. Gemeinsam erarbeiten wir grundlegende Techniken der historischen Grundwissenschaften, insbesondere Paläographie, Heraldik und Genealogie.
Durch den Vergleich der beiden Stammrollen werden unterschiedliche Formen der Darstellung von Herkunft, Legitimation und Erinnerung sichtbar. Zugleich eröffnet die Übung Einblicke in die vergleichende Landesgeschichte und in den Umgang mit visuellen und genealogischen Quellen des Mittelalters.
Prüfungsformen im BA und LA: RE
Undurchdringliche Wälder, Seen und Sümpfe – viele Beschreibungen der Belarus im 19. und 20. Jahrhundert betonen die Urwüchsigkeit ihrer Landschaft, die häufig mit der Annahme einer vermeintlichen Zivilisationsferne einhergeht: Wie ein ethnographischer Bericht aus dem Jahre 1876 festhielt, führe die Anzahl der Sümpfe und Gewässer im Land dazu, dass jemand, der zum ersten Mal im Land sei, den Eindruck gewinnen könne, der Schöpfungsprozess, der aus der Trennung von Wasser und Land bestehe, sei hier noch nicht vollendet und dauere bis zum heutigen Tage fort. Das Narrativ des Defizitären ist bis heute prägend für die Geschichtsschreibung der Belarus; dieses Moment schwingt auch in der häufig zitierten Beschreibung des Landes als „letzter Diktatur Europas“ mit. In der Übung wollen wir diesen Zusammenhängen wie auch der engen Verflechtung der belarusischen mit der polnischen, litauischen und russischen Geschichte nachgehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem 20. Jahrhundert.

Für
die historische Forschung an älteren Originalquellen ist das flüssige Lesen
deutscher Handschriften Voraussetzung. Die nicht einfache „Deutsche Schrift“
des 18. bis 20. Jahrhunderts üben wir am Beispiel archivalischer
Originaldokumente zu lesen. Im Mittelpunkt werden Briefe von Untertanen bzw.
Bürgern stehen, die sich bei der Obrigkeit über Missstände, Notlagen oder
Zumutungen beschweren. Zusätzlich zu Leseübungen werden wir die theoretischen
Grundzüge der archivalischen Aktenkunde besprechen und ihre Anwendung einüben.
Damit sollen Schwellenängste gegenüber dem in Archiven lagernden Grundmaterial
historischer Forschung abgebaut werden – und den Teilnehmern vielleicht sogar
Anregungen für eigenes Forschen und Recherchieren in Archiven gegeben. Vorkenntnisse
werden nicht vorausgesetzt, wohl aber regelmäßige und aktive Teilnahme.
Hybridveranstaltung (Online, mit Präsenzterminen im Staatsarchiv München, Schönfeldstr. 3)
