In der Krise. Russland im 17. Jahrhundert,
Mi 8-11 Uhr, Amalienstr. 52 / K 401
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts geriet das Moskauer Reich in die schwerste innere Krise seiner noch jungen Geschichte. Dauerfehden zwischen den mächtigen Fürsten- und Bojarengeschlechtern, Aufstände, Hungersnöte, Angriffe von außen und die Besatzung durch Polen erschütterten das Land. Im Seminar werden wir die Ursachen und die Folgen dieser Erosionsprozesse analysieren, die als „Zeit der Wirren“ in die Geschichtsschreibung eingegangen ist. An den Reaktionen auf die Festschreibung der Leibeigenschaft (1648) und die Kirchenspaltung der orthodoxen Kirche (1667) werden wir sehen, dass der Eindruck in krisenhaften Zeiten zu leben, bei den Zeitgenossen auch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht abnahm. Gleichzeitig werden wir in der Lehrveranstaltung die traditionelle Interpretation dieser Epoche als große Krise hinterfragen. An konkreten Fallbeispielen werden wir den dynamischen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft thematisieren, der den Aufstieg Russlands zu einer Weltmacht ermöglichte.
Prüfungsleistung: Referat, Hausarbeit, Klausur
Literatur: Kotilaine, Jarmo: Modernizing Muscovy. Reform and social change in seventeenth-century Russia. London 2004 (= Routledge Curzon studies on the history of Russia and Eastern Europe, Bd. 1).

- Trainer/in: Julia Herzberg





































